Gesundheitsversorgung in den Niederlanden


XII. Aufbruch ins 21. Jahrhundert

Die steigende Lebenserwartung, der medizinische Wettbewerb und nicht zuletzt die Globalisierung der Wirtschaft haben in den meisten Industrienationen dazu geführt, dass die Frage nach der Ausgestaltung des Sozialstaats seit der Jahrtausendwende neu gestellt wird. In der Konkurrenz um Arbeitsplätze wird die ursprünglich als gesellschaftspolitische Errungenschaft entwickelter Volkswirtschaften angesehene Beteiligung des Arbeitgebers an den Beiträgen zur Krankenversicherung zunehmend angezweifelt. Die Koppelung der Krankheitskosten an den Faktor Arbeit wird inzwischen auch von einigen sozialdemokratischen Politikern als unzeitgemäß angesehen.

In den Niederlanden wird reformiert, in Deutschland nur diskutiert?

Immer wieder wird in der öffentlichen Diskussion behauptet, dass das niederländische Gesundheitssystem wesentlich reformfähiger sei als das deutsche. Derartige Aussagen müssen angesichts des gescheiterten Simon-Plans und der Hindernisse, denen sich die rechtsliberale Regierungskoalition unter Jan Peter Balkenende beim zweiten Anlauf für eine Einführung einer Basisversicherung im Frühsommer 2005 ausgesetzt sieht, mit einem Fragezeichen versehen werden. Sicher ist jedoch, dass die niederländische Diskussion um eine Gesundheitsreform auch als Impulsgeber für die Debatte in Deutschland wirkt. Anhand der folgenden Beispiele für häufig genannte Reformvorschläge zur Effizienzsteigerung und Kosteneindämmung im Gesundheitswesen – pauschaliertes Finanzierungssystem für die gesetzliche Krankenversicherung, Hausarztmodell und Privatisierung – soll im folgenden einmal der Frage nachgegangen werden, ob die Niederländer bei der Modernisierung ihres Gesundheitswesens tatsächlich so viel weiter sind, wie viele Deutsche annehmen.

Autorin: Anna Sleegers
Erstellt: Juni 2005


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