Demografischer Wandel in den Niederlanden


I. Einleitung: „Nederland vergrijst“

Der demografische Wandel ist in nahezu allen entwickelten Ländern, insbesondere in Europa, zu einem gesellschaftlichen Großthema geworden. Während die Weltbevölkerung insgesamt – vorangetrieben durch afrikanische Entwicklungsländer und Asien – wächst, deuten alle Bevölkerungsprognosen darauf hin, dass Europa diesem Trend nicht folgen werden kann und die Bevölkerung schrumpfen wird. Bereits jetzt hat Europa die älteste Bevölkerung weltweit. Zwar ist es Deutschland, das die niedrigste Bevölkerungswachstumsrate aufweist und gehören die Niederlande nicht zu den „Top Ten“ dieser Länder, dennoch sind auch die Niederlande von den Implikationen des demografischen Wandels betroffen. Kaum ein anderes Thema bewegte die Niederländer so sehr und stand in den letzten Jahren so zentral auf der politischen Agenda, wie der demografische Wandel, da sich dieser auf den Arbeitsmarkt, die Produktivität, das Wirtschaftswachstum aber auch auf die Soziale Sicherheit und die Öffentlichen Finanzen auswirkt.

Im Kern kann unter dem Begriff „demografischen Wandel“ eine gesellschaftliche Entwicklung verstanden werden kann, die im Prinzip das Altern einer Gesellschaft im Anbetracht ihrer gleichzeitigen Schrumpfung bedeutet. Die Geburtenziffer sinkt unter das Bestandshaltungs- oder Reproduktionsniveau (NL: „vervangingsniveau“), jenem Niveau, welches erforderlich wäre, um die Bilanz zwischen Geburten- und Sterberate auf einem positiven Niveau zu halten. Der in Deutschland etwas sperrige Begriff „Demografischer Wandel“ ist in den Niederlanden griffig mit dem Wort „Vergrijzing“ beschrieben. Auch wenn es phonetisch so klingen mag, ist dieser Begriff nicht direkt mit dem in Deutschland eher negativ konotierten Begriff „Vergreisung“ gleichzusetzen, da die Ältere Generation hier über die Farbe „grijs“ (Dt: grau) und nicht über den Begriff „Greis“ definiert wird.

Doch wird die vergrijzing in ihrer Semantik noch scheinbar neutral gehandelt, offenbart die Betrachtung der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatte ein anderes, oftmals bedrohlich wirkendes Bild. Ein Szenario, dass durch die mehrschichtigen Implikationen des demografischen Wandels, vor allem im Bereich der Alterssicherung, gespeist wird. Dieser Punkt wird in diesem Dossier daher besonderer Bedeutung beigemessen.

Dieses Dossier beschäftigt sich mit dem demografischen Wandel in den Niederlanden und dessen grundlegenden gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Implikationen.

Autor: Boris Krause
Erstellt: Januar 2008


Links

Wichtige Links im Bereich Soziales finden Sie unter Institutionen

Informationen des niederländischen Staates über das Thema Ergrauung Ministerie voor Volksgezondheid, Welzijn en Sport

Zahlen, Statistiken, Berichte, Daten über das Thema CBS

PDF-Dokument über die Finanzierung der niederländischen "vergrijzing" vom Central Plan Bureau Ageing the Sustainability of Dutch Public Finances

Literaturtipps rund zum Thema vom Netherlands interdisciplinary demographic institute Nidi

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Brink, v.d. R.C.G/ Heemsker, F.: De vergrijzing leeft. Kansen en keuzen in een verouderende samenleving, Amsterdam 2006.

Dietvorst, G.: De invoering en de uitvoering van de levensloopregeling, Houten 2006.

Dietvorst, G.J.B./Graaf, A.M. de/ Lange, P.M.C. de: Toekomstvoorzieningen en fiscus, Deventer 2007.

Duynstee, L.: Pensioenbeleid en pensioenkosten, Alphen aan de Rijn 2005.

Haas, M.B. de: Pensioenfondsen in zwaar weer, Deventer 2004.

Koelemeijer, Judith: Het zwijgen van Maria Zachea, Apeldoorn 2003.

Müller, Bernd (Hrsg.): Vorbild Niederlande? Tipps und Informationen zu Alltagsleben, Politik und Wirtschaft. Mit Niederlande-Lexikon, Münster 1998

Schouten, E. A. P.: Alles over VUT prepensioen en levensloopregeling, Houten 2005.


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