XXI. Schlussbetrachtung

Der Integrationsprozess der Molukker kam mit der ‘Zelfzorgregeling’ 1956 und dem Wohnviertelprojekt 1960 in Gang und wurde nach der Konzentration auf das RMS-Ideal der sechziger und siebziger Jahren zu Beginn der achtziger Jahre erfolgreich wieder aufgenommen, bis er zur Jahrtausendwende zum Stillstand kam. Machte die zweite Generation der Molukker in Bezug auf die Integration gegenüber der ersten Generation einen großen Schritt voraus, so setzte die dritte Generation diesen Prozess entgegen aller Erwartungen nicht fort. Die Gründe dafür lagen in der Wiederentdeckung und der Suche der dritten Generation nach ihrer Herkunft und Vergangenheit. Der Konflikt auf den Molukken machte diese Suche und die Identifikation mit den alten Idealen ihrer Eltern und Großeltern erst deutlich sichtbar. Von Seiten der niederländischen Regierung wurden die Fehler der Zeit von 1950 bis 1980 wiederholt, indem in den neunziger Jahren die Aufmerksamkeit mehr auf andere und größere Minderheiten wie Türken und Marokkaner gelenkt wurde und die Molukker wieder zur vergessenen Minderheit wurden. Daher scheint es, als ob die niederländische Regierung die Integration der Molukker nur in den achtziger Jahren intensiv angetrieben hat, um die Molukker danach für integriert zu erklären. Doch Bildungsrückstände, strukturell schwache Jobs und die stagnierende soziale Integration der dritten Generation sprechen eine andere Sprache. Die dritte Generation beschäftigt sich nicht weniger, sondern mehr mit ihrer ursprünglichen Kultur und ihrer Vergangenheit als ihre Eltern.

Der Integrationsprozess der Molukker in den Niederlanden ist daher noch in vollem Gange und die Molukker sind noch keine vollständig integrierte Minderheit, da noch immer soziale Rückstände zur niederländischen Gesellschaft bestehen. Aber auch wenn die Beibehaltung der molukkischen Kultur und Vergangenheit über die Generationen hinweg zu einer langsameren Integration geführt hat, so gilt es nicht die Identität und Tradition der Molukker zugunsten einer vollständigen Assimilation aufzugeben.

Autor: Frederic Arntz
Erstellt:
September 2010