XIII. Weitere Einrichtungsformen

"Brede School"

Die Brede School, die man in etwa als breitgefächerte Schule übersetzen kann, ist eine Spezialität des Niederländischen Wohlfahrtssystem, dass sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Unter einem Dach befindet sich ein Komplett-Angebot von Grundschule und Kinderbetreuungsmöglichkeiten wie Kindertagesstätten, außerschulische Betreuungseinrichtungen, Spielgruppen und anderer soziale Dienste, die für Eltern relevant sein können. Etwa 600 solcher Schulen gibt es inzwischen in den Niederlanden und es werden ständig neue eröffnet.

Auch für arbeitende Eltern bietet diese Einrichtungen Vorteile, um Arbeit und Kinderbetreuung zu vereinen. Denn sowohl die Grundschule als auch die Außerschulische Betreuung, die Kinderbetreuung unter 4 Jahren und Kinderspielsäle finden sich hier unter einem Dach. Probleme, wie etwa das Kind von der Schule zur außerschulischen Betreuungseinrichtungen kommt sind ebenso erledigt wie das Problem, die unterschiedlich alten Kinder in verschiedenen Institutionen abzuliefern, bevor die Arbeit losgeht. Da die verschiedenen Anbieter unter einem Dach zusammenarbeiten, ihre Arbeitsweise und Öffnungszeiten aufeinander abstimmen, können Eltern Arbeit und Familie besser vereinen und bekommen bei allen auftauchenden Fragen und Problemen größtmögliche Unterstützung.

Betreuung von behinderten Kindern

Körperlich, geistig oder sozial behinderte Kinder werden in den Niederlanden entweder in speziellen Einrichtungen betreut oder können – je nach Behinderungsgrad – auch in normale Kinderbetreuungseinrichtungen integriert werden. Bis zum Inkrafttreten des neuen Kinderbetreuungsgesetzes erhielten Eltern in der Regel die Kosten für die Betreuung vom Staat erstattet.

Die Umstellung der Finanzierung für Kinderbetreuung durch das neue Gesetz betrifft auch behinderte Kinder. Allerdings sind die entsprechenden Paragraphen am 1. Januar 2005 noch nicht mit in Kraft getreten. Es soll eine zentrale Indikationsberatung für behinderte Kinder eingerichtet werden, über die auch die Mittel vergeben werden. Allerdings konnte diese bis zur Einführung des Gesetzes noch nicht etabliert werden. Das Ministerium für Arbeit und Soziales hat daher das Budget von 17,7 Millionen Euro, das für diese Zielgruppe für 2005 bereitgestellt wurde, den Gemeindefonds überwiesen. Gemeinden konnten damit Familien mit einer sozial-medizinischen Problematik unterstützen. 

Autorin: Stefanie Tyroller
Erstellt: Juni 2005