XV. Außerschulische Betreuung (Buitenschoolse Opvang)

Die niederländischen Grundschulen haben keine einheitlichen Öffnungszeiten. In der Regel besuchen die Kinder von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr die Schule. Manche Schulen enden jedoch auch schon um 12 oder 13.30 Uhr. Am Mittwochnachmittag haben die niederländischen Kinder frei, da endet die Schule für alle um 12 und 13.30 Uhr. Auch Freitags gehen viele Kinder - vor allem die Kleineren – schon um 12 Uhr nach Hause.

Dauert der Arbeitstag der Eltern länger als die Schulzeit, können die Kinder in privaten, außerschulischen Betreuungseinrichtungen (buitenschoolse opvang oder nachschoolse opvang) untergebracht werden. Diese sind von Schulschluss bis 18 oder 19 Uhr geöffnet. Die Kinder werden von Betreuern aus der Schule abgeholt und in die Einrichtung gebracht. Einige Betreuungseinrichtungen bieten auch an, dass die Kinder schon morgens bis zum Schulbeginn kommen können. In den Ferien sind die Einrichtungen den ganzen Tag geöffnet (in der Regel 10 Stunden am Tag, 50 Wochen im Jahr). Da die Einrichtungen nicht vom Staat vorgehalten werden, sondern privat oder von Stiftungen geführt werden, sind sie auch nicht überall verfügbar. Vor allem in ländlichen Regionen müssen Kinder teilweise in Einrichtungen an einem anderen Ort betreut werden.

Wie Zuhause fühlen

Für Kinder ist die Zeit nach der Schule Freizeit. Das heißt, in den außerschulischen Betreuungseinrichtungen dürfen sie ihren Neigungen nachgehen, spielen, basteln, am Computer sitzen, mit der Freundin schwatzen oder draußen toben. Hausaufgabenbetreuung ist nicht unbedingt vorgesehen. Die Betreuer sind vor allem zur Aufsicht und als Ansprechpartner in Problemsituationen da. Gerne spielen sie auch mit den Kindern. Vor allem in den Ferien bieten die Einrichtungen besondere Programm an, zum Beispiel Tanz- oder Musikworkshops, Theaterspielen, Ausflüge oder kleine Ferienfreizeiten. Die wenigstens Kinder kommen jeden Tag in die Einrichtung. In der Regel sind es die zwei bis drei Tage, an denen beide Elternteile (ganztags) arbeiten.

Kosten

Die Eltern schließen mit der Einrichtung einen Vertrag über Betreuungszeit ab. Manche Einrichtungen bieten Verträge exklusive oder inklusive Ferienbetreuung an, in einigen Einrichtungen sind die Ferien immer inbegriffen. Außerschulische Betreuung ist in der Regel teurer als Kinderbetreuung von 0 bis 4. Unter anderem deshalb, weil die Kinder von der Schule zur Betreuungseinrichtung gebracht werden müssen und in den Ferien Ganztagsbetreuung angeboten wird. Der Stundenpreis liegt im Durchschnitt bei 5,52 Euro. Doch auch hier schwanken die Preise zwischen ländlichen und städtischen Gebiete zwischen 3,37 und 7,50 Euro. Daher unterstützt der Staat in der außerschulische Betreuung noch einen höheren Maximalpreis, der jedoch schrittweise dem der Kinderbetreuung von 0 bis 4 Jahre angepasst wird. Im Jahr 2005 liegt der Maximalpreis bei 6,13 Euro, 2006 bis 5,98 Euro und 2007 bis 5,83 Euro.

Das neue Gesetz

Das neue Gesetz zur Kinderbetreuung hat auch für außerschulische Betreuungseinrichtungen Qualitätsmerkmale festgelegt. Die Kinder sollen in festen Gruppen betreut werden. Die Anzahl der Kinder pro Gruppe ist abhängig vom Alter der Kinder. Sind Kinder aus allen Altersstufen zwischen 4 und 12 Jahren in der Gruppe, dürfen es höchstens 20 Kinder sein. Auf 10 Kinder muss mindestens eine qualifizierte Betreuungsperson kommen. Auch die Spielfläche, die den Kindern zu Verfügung stehen muss, ist gesetzlich geregelt. Außerdem muss den Kindern entsprechendes Spielmaterial und genügen Außenspielfläche zur Verfügung stehen. Auch für die außerschulischen Betreuungseinrichtungen gelten entsprechende Sicherheitsstandards, die regelmäßig von den Gemeinden überprüft werden.

Autorin: Stefanie Tyroller
Erstellt: Juni 2005
Aktualisiert: Januar 2008