II. Entstehung

Um die Entstehung der Zweiten Frauenbewegung[1] in den Niederlanden zu begreifen, muss etwas mehr über die damalige niederländische Gesellschaft erzählt werden. Genauso wie anderswo im Westen war nach dem Zweiten Weltkrieg das Familienernährer-Hausfrauen-Modell in der niederländischen Gesellschaft dominant. Gegen Ende der sechziger Jahre waren 87 Prozent der verheirateten Frauen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren Vollzeit als Hausfrau tätig[2]. Mitte der sechziger Jahre wurde eine Untersuchung durchgeführt, die zeigte, dass dieses Modell auch das angestrebte Ideal einer mehr als großen Mehrheit der niederländischen Mädchen ab einem Alter von 16 Jahren war[3].

Die britische Soziologin Olive Banks, die in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Buch über den Feminismus als soziale Bewegung publizierte, gibt eine nachvollziehbare Erklärung zur Entstehung des neuen Feminismus, die auch die niederländische Situation verdeutlicht. Sie erklärt die Bildung der zweiten Frauenbewegung aus den Gegensätzen, mit denen Frauen in der modernen Gesellschaft konfrontiert wurden[4]. Dies scheint ein akzeptabler Ansatz, denn Gegensätze gab es sicher in den Niederlanden. Diese entstanden hauptsächlich aus dem Aufeinandertreffen von zwei Welten, die Welt der Vorkriegsgeneration kollidierte mit der Welt der Nachkriegsgeneration. Das Gleiche galt für die dazugehörigen Normen- und Wertemodelle.

Der niederländische Historiker Hans Rigthart hat in seinem Buch über die Entstehung der Erneuerungsbewegung der sechziger Jahre eine ausführliche Skizze dieser beiden Welten gegeben. Als Kennzeichen der Vorkriegswelt nennt er eine „stark versäulte Struktur, wenig soziale und geographische Mobilität und eine eingeschränkte Industrialisierung“[5]. Zu den Normen und Werten, die Anklang fanden, gehörten Befehlsgehorsam, Nüchternheit und Askese sowie eine puritanische Sexualmoral.

Überreste der Vorkriegsordnung blieben bis in die zweite Hälfte der sechziger Jahre fortbestehen, so beispielsweise die traditionelle Auffassung, dass Ehe und Mutterschaft die wahre Bestimmung von Frauen waren, denen sich alles andere unterzuordnen hatte. 'Mutter steht um vier Uhr zuhause hinter der Teekanne' ist noch immer das bezeichnende Bild, das diese Auffassung anschaulich macht.

Die Ausläufer des Systems prallten ab den späten fünfziger Jahren auf die erneuernden Kräfte in der Nachkriegsgesellschaft. Diese waren vom Aufbau des Wohlfahrtsstaats geprägt, durch den die während und nach dem Krieg geborene junge Generation eine längere und bessere Ausbildung genießen konnte und sich an vor dem Krieg ungekannten Luxus gewöhnte. In zunehmendem Maße entwickelten sich Werte, die auf Selbstentfaltung und auf die Qualität der eigenen Existenz zielten. Entsäulung und Entkonfessionalisierung – Prozesse, bei denen verschiedene Bevölkerungsgruppen sich von ihren religiösen und lebensanschaulichen Hintergründen lösten – ermöglichten die Akzeptanz dieser Werte in großem Maß. Die Konsequenzen für das Geschlechterverhältnis dieses Aufeinandertreffens von Tradition und Moderne stehen in der nun folgenden Skizze zentral.

Fortschritt, aber in Maßen

Dank den Errungenschaften der Ersten Frauenbewegung (1860-1920) verbuchten Frauen Fortschritte auf den Gebieten der Bildung, Arbeit, Politik und auf dem juristischen Bereich. Die Rolle, die Frauen in der Periode vor der Zweiten Frauenbewegung erfüllen sollten, unterschied sich dennoch sehr von dem, was von Männern in gesellschaftlicher Hinsicht erwartet wurde. Dabei hatte das Alleinverdiener-Hausfrauenmodell auch so seine attraktiven Seiten, sonst wäre es im West-Europa der fünfziger und sechziger Jahre nicht so breit unterstützt worden. Bekannt ist zum Beispiel, dass die niederländischen Gewerkschaften in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hart dafür gekämpft haben, dass verheiratete Frauen, vor allem aus der Arbeiterklasse, nicht länger außer Haus 'arbeiten' gehen mussten und vollständig von ihren Männern unterhalten werden konnten. Noch in den fünfziger Jahren bildete das Alleinverdiener-Hausfrauenmodell häufig die reale Situation großer Gruppen verheirateter Frauen in der niederländischen Gesellschaft ab, die im europäischen Kontext wegen ihrer großen Kinderzahl herausragten.[6] Auch die feministische Bewegung, die im Kontext der ersten Welle der Frauenbewegung entstanden war, stellte das traditionelle Familiendenken nicht fundamental zur Diskussion. Hinzu kam, dass die zu dieser Bewegung gehörenden Gruppen, die gegen die Erscheinungsformen der Geschlechterungerechtigkeit stritten, fast vollständig außerhalb des Blickfelds der jungen Generationen blieben. Jüngere hatten oft keine Vorstellung von der Arbeit, die feministische Organisationen verrichteten, um die Interessen der niederländischen Frau zu fördern.

Diese Arbeit wurde unter anderem auf dem Gebiet des Eherechts verrichtet: das bekannteste Beispiel ist die Abschaffung der Geschäftsunfähigkeit verheirateter Frauen im Jahr 1956. Daneben muss der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen von verheirateten und unverheirateten Frauen genannt werden. Eine wesentliche Großtat war die Abschaffung des Verbots bezahlter Arbeit von verheirateten Frauen im Jahr 1955, als in der Zweiten Kammer der Tendeloo-Antrag angenommen wurde. Organisationen wie Vrouwenbelangen (dt.: Fraueninteressen), die stärker die politische Arena im Blick hatten, wollten die Anzahl von Frauen in repräsentativen politischen Körperschaften erhöhen.[7] Dies ändert aber nichts daran, dass der Feminismus in den fünfziger und sechziger Jahren im Wesentlichen das traditionelle Eheideal unterstützte. Die Akteurinnen hinter den oben erwähnten feministischen Großtaten der fünfziger Jahre, Frauenorganisationen wie das Nederlandse Vrouwen Comité (dt.: Niederländisches Frauenkomitee) und Vrouwenbelangen scharten sich prinzipiell hinter diesem Familiendenken: Entfaltung von Frauen außerhalb der Familie wurde zugestanden, sie blieben aber trotzdem endverantwortlich für das gute Funktionieren dieser Familie. Das traditionelle Familiendenken sollte erst mit dem Aufkommen der Zweiten Frauenbewegung definitiv durchbrochen werden.[8] Aus dieser neuen Phase der feministischen Bewegung sollte auch die Antwort auf die Krise des Geschlechterverhältnisses im Wohlfahrtstaat entstehen. Eine Krise, die als Folge der Gegensätze entstand, von denen im Folgenden einige Beispiele behandelt werden sollen.

Arbeit und Bildung

In der Literatur besteht keine Einigkeit über die genaue Prozentzahl: nichtsdestotrotz wird die Schlussfolgerung einstimmig unterstützt, dass die Anzahl erwerbstätiger Frauen in den Niederlanden in den sechziger Jahren im Vergleich niedriger war als in den umliegenden Ländern. Am Anfang dieses Jahrzehnts hatten nicht mehr als ungefähr 22 Prozent aller niederländischen Frauen bezahlte Arbeit. Der Anteil der Frauen an der gesamten Berufsbevölkerung betrug ebenfalls ungefähr 22 Prozent, während dieser in Groß-Britannien, Frankreich und West-Deutschland zwischen 40 und 45 Prozent lag.[9] Doch veränderte sich in den sechziger Jahren das eine und andere, auch unter dem Einfluss des sich ausbreitenden Wohlfahrtsstaats. Dieser brachte eine steigende Nachfrage nach Arbeit mit sich, auch nach der von verheirateten Frauen, denn Industrie und Dienstleistungssektor kämpften mit einem Mangel an Arbeitskräften. Verheiratete Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung boten sich in zunehmenden Maße zur Lohnarbeit an – zum Teil aus finanziellen Überlegungen, um sich die Freuden des Wohlfahrtsstaats erlauben zu können, zum Teil, um sich zu entfalten (dies galt insbesondere für Frauen aus den höheren Schichten). Mit dem Fortschreiten der sechziger Jahre wurde letztgenannte Motivation immer wichtiger. Ein vergleichbarer Prozess lief auch in den umliegenden West-Europäischen Ländern ab, zum Beispiel in Groß-Britannien[10].

In diesem Jahrzehnt begann sich auch eine sinkende Kinderzahl abzuzeichnen, insbesondere nach der Einführung der Pille zur Empfängnisverhütung im Jahr 1964. Dies vereinfachte die Teilnahme von verheirateten Frauen an bezahlter Arbeit. Gleichzeitig stieg die Toleranz gegenüber dieser Kategorie Frauen, erst in kleineren Kreisen, zum Beispiel bei progressiven Parteien und der feministischen Bewegung, später auch im größeren Maße. Die Erwerbsarbeit von Frauen, die Kinder – insbesondere junge Kinder – hatten, blieb allerdings ein wunder Punkt. Laut einer repräsentativen Stichprobe innerhalb der niederländischen Bevölkerung aus dem Jahr 1965 fanden gut 82 Prozent der Antwortenden die Erwerbsarbeit einer Mutter aus einer Familie mit Schulkindern problematisch. Trotz solcher Vorbehalte wuchs die Anzahl bezahlt arbeitender (verheirateter) Frauen, auch solcher mit Kindern, unübersehbar[11].

Mit der Popularität des Alleinverdiener-Hausfrauenmodells hing ein weiterer bemerkenswerter Gegensatz zusammen. Auf dem Gebiet der Haushaltstechnologien gab es einerseits Entwicklungen, die es für die Hausfrau attraktiver machten, eine bezahlte Arbeit anzunehmen. Man denke zum Beispiel an die Einführung der vollautomatischen Waschmaschine in den sechziger Jahren, die das Waschen erheblich vereinfachte. Andererseits wurden immer höhere Anforderungen an die Qualität der Haushaltsarbeit gestellt, ein Trend zur weiteren Professionalisierung, der bereits in der Zwischenkriegszeit eingesetzt hatte und der sich insbesondere an Frauen aus höheren, in geringerem Ausmaß aber auch an Frauen aus niedrigeren sozialen Gruppierungen richtete. Hausfrauen mussten immer kompliziertere Mahlzeiten auf den Tisch bringen. Aufgrund der gestiegenen Popularität der Erziehungswissenschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden an die Kindererziehung nun immer höhere Anforderungen gestellt, in denen vor allem die alles bestimmende Rolle der Mutter im Mittelpunkt stand. Das folgende Zitat aus einem Handbuch von 1966 für die Berufsausbildung von ErzieherInnen ist typisch: „Jede Mutter, die ihr Kind liebt […] soll sich anstrengen, ihrer Pflicht, so gut es ihr möglich ist, nachzukommen. Auf ihr ruht eine große Verantwortung, denn das Kind muss die Folgen von all dem tragen, was sie falsch macht.“[12]

Auch wurden die hygienischen Normen stark erhöht. Eine Hausfrau, die ihre Aufgabe ernst nahm, konnte hiermit viel Zeit verbringen. „Her home as her factory“ (dt.: Ihr Heim als ihre Fabrik) war ein geflügelter britischer Ausdruck, der auch in den Niederlanden immer häufiger verwendet wurde. Eine (verheiratete) Frau die auch bezahlter Arbeit nachgehen wollte, wurde daher mindestens mit einer sehr deutlichen Doppelbelastung konfrontiert. [13]Diese erdrückte die Frauen umso stärker, da es vor der zweiten Welle der Frauenbewegung kein Thema war, einen substantiellen Beitrag von Vätern zur Hausarbeit zu fordern.

Ein verwandter Gegensatz, auch wieder vor allem wichtig mit Blick auf Frauen aus höheren sozialen Schichten, fand sich auf dem Gebiet der Bildung. In den fünfziger und sechziger Jahren holten Mädchen und Frauen in schnellem Tempo ihren Rückstand auf Jungen und Männer im Bildungssektor auf. Die Soziologin Henny in 't Veld-Langeveld zeigte in einer Studie aus dem Jahr 1969 jedoch, dass auf allen Bildungsebenen eine Geschlechterungleichheit bestand, die einen Nachteil für Mädchen und Frauen sowie eine Bremse für weitere Entwicklungen darstellte. Diese Ungleichheit hing mit der Idee zusammen, dass Ehe und Mutterschaft die Endbestimmung für Frauen waren, sodass eine allzu große Ambition im intellektuellen Bereich einer Verschwendung gleichen musste. Lernen war gut für ein Mädchen, aber nicht zu viel und es durfte sicher nicht auf Kosten ihrer Weiblichkeit gehen. Es war auch typisch, dass die Studien- und Berufsempfehlungen für Mädchen an der Erwartung ausgerichtet waren, dass sie später heiraten würden.[14] Die Situation in den weiterführenden Schulen soll hier als ein Beispiel ausreichen: der Anteil Mädchen, die damals freiwillig die an die Schulpflicht anschließenden höheren Klassen der Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien besuchten, war sowohl 1956 als auch 1966 dem Anteil der Jungen ungefähr gleich. Aber die Mädchen waren an der Hauptschule doch vergleichsweise über- und an der Realschule sowie am Gymnasium unterrepräsentiert[15]. Innerhalb von Realschulen und Gymnasien entschieden sich die Mädchen in größerem Anteil für die leichteren beziehungsweise als leichter geltenden Ausbildungszweige sowie eher für Sprachen und nicht so sehr für die naturwissenschaftlichen Fächer. Außerdem studierten in allen sozialen Milieus weniger Mädchen als Jungen – in Arbeiterkreisen war dieser Unterschied noch erheblicher.[16]

Vor dem Hintergrund dieser (und anderer) Gegensätze ist die Zweite Frauenbewegung zu erklären. Im Kontext des Wohlfahrtstaats traten Veränderungsprozesse auf, aus denen sich gegensätzliche Erwartungsmodelle für Frauen, vor allem aus den höheren sozialen Schichten, ergaben. Dass außerdem auf einer Zahl wesentlicher Gebiete ein Anfang von Fortschritt oder (auf dem Bildungssektor) sogar ein beträchtlicher Fortschritt verbucht wurde, stellte Frauen eine Belohnung in Aussicht, die dann Stück für Stück ausblieb. Die Ungleichheit wurde umso stärker gefühlt, da sie mit dem Gleichheitsdenken und den Idealen des Rechts auf freie Selbstentfaltung der sechziger Jahre zusammen stieß.


[1]Die Begriffe 'Zweite Frauenbewegung' oder auch 'zweite Welle der Frauenbewegung' sind umstritten. Trotzdem sind sie die gebräuchlichen Bezeichnungen für die zweite Phase der feministischen Bewegung. Deshalb werden diese Begriffe hier auch gebraucht. Für mehr Informationen siehe: Vries, Petra de: Redactioneel. De tweede feministische golf in herinnering, Inleiding op het thema, in: Tijdschrift voor Genderstudies Nr. 9, Jg. 2 (2006), S. 2–11.
[2]Pott-Buter, Hettie/Tijdens, Kea (Hrsg.): Vrouwen, leven en werk in de twintigste eeuw, Amsterdam 1998. S. 136.
[3]Zitiert nach: Fortuin, Johanna: Zelfbeschikking - vrouwen van matrimoniaat naar emancipariaat?, in: Socialisme en democratie. Maandblad van de Wiardi Beckman Stichting Nr. 7/8 (1984), S. 244–249. Die genannte Untersuchung ist weder genau datiert noch beschrieben. Hedy d'Ancona nennt 1969 die – leicht abweichenden – Resultate einer vergleichbaren Untersuchung nach der Zukunftserwartung von Kindern, die sie zusammen mit Wim Hora Adema durchführte: beinah alle Mädchen wünschten sich, bis zu ihrem 33. Geburtstag verheiratet zu sein. Ihr Ideal war das einer „sorgsamen Mutter und reinlichen Hausfrau“. Siehe für die genauen Angaben: Ribberink, Anneke: Leidsvrouwen en zaakwaarneemsters. Een geschiedenis van de Aktiegroep Man Vrouw Maatschappij (MVM) 1968-1973, Amsterdam 1998, S. 267.
[4]Banks, Olive: Faces of feminism, A study of feminism as a social movement, Oxford 1981. Banks bezieht sich dabei auf eine ähnliche Sicht der marxistischen Feministin Juliet Mitchell.
[5]Righart, Hans: De eindeloze jaren zestig. Geschiedenis van een generatieconflict, Amsterdam/Antwerpen 1995, S. 25. Siehe auch Wielenga, Friso: Die Niederlande. Politik und politische Kultur im 20. Jahrhundert, Münster 2008, Kapitel 5 und 6.
[6]Woude, A.M. van der: Bevolking en gezin in Nederland, in: Holthoon, Frédéric Louis van/Berting, Jan (Hrsg.): De Nederlandse samenleving sinds 1815, Assen/Maastricht 1985, S. 19–70. Morée, Marjolein: Mijn kinderen hebben er niets van gemerkt, Buitenshuis werkende moeders tussen 1950 en nu, Utrecht 1992, S. 81–89.
[7]Linders, Anneke: Frappez, frappez toujours!, N.S. Corry Tendeloo (1897-1956) en het feminisme in haar tijd, Hilversum 2003.
[8]Ribberink, Anneke: Leidsvrouwen en zaakwaarneemsters, Een geschiedenis van de Aktiegroep Man Vrouw Maatschappij (MVM) 1968-1973, Amsterdam 1998, S. 61-63. Costera-Meijer, Irene: Het persoonlijke wordt politiek, Feministische bewustwording in Nederland 1965-1980, Amsterdam 1996.
[9]Oudijk, Corrine: Sociale atlas van de vrouw 1983, Den Haag 1983, S. 190, 191, 226, 234, Pott-Buter, Hettie/Tijdens, Kea (Hrsg.): Vrouwen, leven en werk in de twintigste eeuw, Amsterdam 1998, Kapitel 8. Daalen, R. van: Vroege vrijgestelden, Nederlandse vrouwen en de arbeidsmarkt, in: AST, Jg. 23 (1996), S. 115–123, hier 121.
[10]Morée, Marjolein: Mijn kinderen hebben er niets van gemerkt, Buitenshuis werkende moeders tussen 1950 en nu, Utrecht 1992, S. 74-89. Lewis, J.: Women in Britain since 1945. Women, Family, Work and the State in the Post-War Years, Oxford 1994, Einführung und Kapitel 1. Pugh, M.: Women and the women’s movement in Britain 1914-1999, London 2000, S.341.
[11]Ribberink, Anneke: Leidsvrouwen en zaakwaarneemsters. Een geschiedenis van de actiegroep Man Vrouw Maatschappij (MVM) 1968-1973, Amsterdam 1998, S. 34-35.
[12] Zitiert nach Rijswijk-Clerkx, Lily E. van: Moeders, kinderen en kinderopvang, Veranderingen in de kinderopvang in Nederland, Nijmegen 1981.
[13] Ebd., S. 35-36. Siehe für die Entwicklung auf dem Gebiet der Haushaltstechnik: Oldenziel, Ruth/Bouw, Carolien (Hrsg.): Schoon genoeg, Huisvrouwen en huishoudtechnologie in Nederland 1898-1998, Nijmegen 1998.
[14]Veld-Langeveld, H.M. in 't: Vrouw-beroep-maatschappij. Analyse van een vertraagde emancipatie, Utrecht 1969, S. 205-217. Schreuder, Annick et al.: Een verbond van gestudeerde vrouwen, 75 jaar Nederlandse Vereniging van Vrouwen met Academische Opleiding 1918-1993, Hilversum 1993, S. 156.
[15]1956 gingen 44% der Mädchen auf weiterführende Schulen, gegenüber 45% der Jungen. 1966 waren die Prozentzahlen 52% und 50%. Die deutschen Begriffe Haupt-, Realschule und Gymnasium werden hier der Einfachheit halber verwendet, die damaligen weiterführenden Schulen in den Niederlanden waren in etwa vergeleichbar.
[16]Veld-Langeveld, H.M. in 't: Vrouw-beroep-maatschappij. Analyse van een vertraagde emancipatie, Utrecht 1969, S. 205-217. Als Beispiel wurden für den Geburtsjahrgang 1949 die drei verschiedenen zum Studium berechtigenden Schulabschlüsse verglichen. Alle Zahlen beziehen sich auf Kinder aus dem Arbeitermilieu, die sich zu den Prüfungen angemeldet hatten: 44 % der Jungen bestanden das (altsprachlich geprägte) gymnasiale Examen gegenüber 23% der Mädchen. 44 % der Jungen bestanden das HBS-Diplom (ein dem Fachabitur vergleichbarer Abschluss), gegenüber 36 % der Mädchen. 51% der Jungen bestanden das (neusprachlich geprägte) Diplom am Lyzeum, gegenüber 39% der Mädchen (bei den Zahlen Lyzeum werden hier die Abschlüsse der reinen Mädchen-Zweige ausgeklammert, die zu keinem Studium berechtigten).

Autorin: Dr. Anneke Ribberink
Erstellt: Mai 2013