III. Die Bevölkerungszusammensetzung verändert sich – von Pyramiden, Urnen und anderen Gebilden

Soweit zum Bevölkerungsumfang. Nun kommt ein weiterer Faktor ins Spiel, der den demografischen Wandel sein eigentliches Gewicht verleiht – die Bevölkerungszusammensetzung. Diese ist in der nachfolgenden Abbildung durch Alterspyramiden für verschiedene Jahre abgebildet.

Während die Altersstruktur Mitte des 20. Jahrhunderts noch einer klassischen Pyramidenform glich, zeichnet sich  – trotz Migration – deutlich eine Verschiebung der Jahrgangsstärken nach oben ab, wodurch es heute zu der bekannten Urnenform kommt. In 2040 ist die Pyramidenform bereits nicht mehr wieder zu erkennen und rückt der Boden der ursprünglichen Pyramide im Prinzip nach oben durch, was zu einer Art Fassform führt. Bei den Frauen überwiegt in dieser Projektion in diesem Jahr sogar die Gruppe der 70-75jährigen insgesamt.

Regionale Unterschiede 2007  – Zeeland vs. Flevoland

Dennoch gibt es hier deutliche regionale Unterschiede  - die Niederlande altern nicht überall gleich schnell.

Am 1. Januar 2007 lebten mit 17 Prozent die meisten über 65jährigen in Zeeland, während Flevoland mit 9 Prozent den kleinsten Anteil dieser Bevölkerungsgruppe aufweist. 2007 lag der niederländische Durchschnittsanteil bei 14 Prozent. Neben Zeeland sind auch westliche Küstengemeinden, der Utrechtse Heuvelrug, das Ijsselvallei und Teile von Drenthe stark „vergrijst“. In Drenthe wird daher schon von „Drentenieren“ gesprochen, von zahlungskräftigen Rentnern oft aus anderen Provinzen, die ihre dritte Lebensfase in der ruhigen und grünen Provinz Drenthe verbringen. Ähnliches gilt für Limburg, wobei die Alterung hier noch dadurch begünstigt wird, dass junge Menschen u.a. durch die Arbeitsmarktsituation ihrer Heimatprovinz den Rücken kehren.


Autor: Boris Krause
Erstellt: Januar 2008