Recht und Justiz - Personen A-Z



Hugo de Groot

*Delft, 10. April 1583 - †Rostock, 28. August 1645 - Begründer des Völkerrechts

Hugo de GrootPorträt Hugo de Groot (1631), Quelle: Michiel Jansz. van Mierevelt

Der Jurist Hugo de Groot, der seinen Nachnamen zu 'Grotius' latinisierte, wird bis heute als der Begründer des Völkerrechts geehrt. Er gilt bereits zu Lebzeiten als vielseitiger und hochintelligenter Mensch. Als er als Fünfzehnjähriger dem König von Frankreich vorgeführt wird, bezeichnet dieser De Groot als 'das Wunder von Holland'.

Hugo de Groot ist der Sohn des wohlhabenden Patriziers Jan de Groot. Er wird am 10. April 1583 in Delft geboren. Schon bald erkennen einige mit der Familie befreundete Gelehrte die außerordentliche Begabung des kleinen Hugo, der zum Beispiel bereits im Alter von acht Jahren dazu im Stande ist, Gedichte auf Latein zu verfassen. Als er elf Jahre alt ist, beginnt Hugo de Groot sein Studium an der Universität Leiden, nur fünf Jahre später promoviert er in Jura. Der erst sechzehnjährige De Groot tritt danach eine Stelle als Anwalt am 'Hof van Holland' an, dem höchsten juristischen Gerichtshof Hollands. 1608 heiratet er Maria van Reigersbergh, die Tochter eines wohlhabenden seeländischen Bürgermeisters. Als begabter Jurist verfasst er Werke über Naturrecht und daraus abgeleitete Rechtsprinzipien. Nicht nur als Jurist hat De Groot Erfolg: das Sprachentalent schreibt auch historische und poetische Werke und ist ein gern gesehener Gast in gebildeten Kreisen. So trifft er bei literarischen Treffen im Muiderslot bei Amsterdam unter anderem den Dichter Pieter Corneliszoon Hooft und Joost van den Vondel.

Der aufstrebende De Groot bewährt sich auch als Jurist. 1613 wird er zum Ratspensionär der Stadt Rotterdam ernannt, eine politisch sehr wichtige Funktion. Der Zeitpunkt ist jedoch ein heikler: ein Waffenstillstand hatte zwar eine friedliche Phase des Achtzigjährigen Krieges zwischen den niederländischen Provinzen und der Habsburger Monarchie herbeigeführt, diese Ruhe wurde von den Niederländern jedoch dazu genutzt, interne religiöse Konflikte auszutragen. In diesem Streit stehen so genannte Remonstranten den so genannten Contraremonstranten gegenüber. Hugo de Groot wählt die Seite der liberalen Remonstranten und stellt sich so gegen den Statthalter Prinz Moritz von Oranien. Als Moritz den Streit für sich entscheidet, lässt er einige seiner Gegner hinrichten. De Groot dagegen wird 1619 zur Haft auf Lebenszeit verurteilt und im Schloss Loevestijn einsperrt.

Zwei Jahre verbringt De Groot als Gefangener in dem Schloss. Als Häftling hat er das Privileg zugebilligt bekommen, sich Bücher bringen zu lassen. Dieses Privileg nutzt er am 22. März 1621, um aus der Gefangenschaft zu entkommen: seine Frau versteckt ihn in einer Bücherkiste, die aus dem Schloss heraustransportiert wird. In sicherer Entfernung vom Schloss verkleidet De Groot sich danach als Maurer und flüchtet über Brüssel nach Paris. Dort lebt er einige Jahre, bis er 1631, sechs Jahre nach Moritz' Tod, nach Holland zurückkehrt. Prominente Freunde versuchen, in seiner Sache zu vermitteln. De Groot will aber selbst keinerlei Gesuch einreichen, da er der festen Überzeugung ist, nichts Unrechtmäßiges getan zu haben. Daher wollen die Behörden ihn erneut verhaften lassen, was De Groot veranlasst, wieder ins Exil nach Paris zurückzukehren.

1634 tritt er dort erneut in Staatsdienst, diesmal als Botschafter Schwedens. Er hat aber nur mäßigen Erfolg in den Verhandlungen mit den Franzosen. Daher bittet die schwedische Fürstin Christina ihn, nach Stockholm zu reisen. Als er dort ankommt, entlässt sie ihn als Botschafter. Stattdessen bietet die Fürstin ihm an, in Stockholm für sie zu arbeiten. De Groot will aber nicht in Schweden bleiben und tritt die Rückreise nach Frankreich an. Diese nimmt jedoch einen katastrophalen Lauf: das Schiff gerät durch einen Sturm vom Kurs ab und De Groot findet sich in Danzig wieder. Von dort aus will er über Lübeck nach Frankreich zurückreisen. Auf dem Weg nach Lübeck erkrankt er aber schwer. Durch ein Schiffsunglück verschlägt es ihn nach Rostock, wo er dann an den Folgen seiner Krankheit stirbt.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Dezember 2006


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Recht und Justiz finden Sie unter Bibliographie

Nellen, H.J.M.: Hugo de Groot (1583-1645). De loopbaan van een geleerd staatsman,Weesp 1985.

Nellen, H.J.M.: Hugo Grotius 1583 – 1645. Geschichte seines Lebens, basierend auf seiner Korrespondenz,Bonn 1983.

Links

Wichtige Links zum Thema Recht und Justiz finden Sie unter Institutionen

Biographie Hugo de Groot Stanford Encyclopedia of Philosophy


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