I. Einführung

Wer sich über die Drogenpolitik der Niederlande schlau machen will, kann das – nicht ganz überraschend – auch auf der offiziellen Seite der niederländischen Tourismusförderung tun. Unter www.holland.com findet sich auch Ende 2013 noch der Hinweis, die Niederlande seien „bekannt für ihre tolerante Drogenpolitik“. Dennoch, so heißt es weiter, gelte auch im Polderland: Drogen sind illegal, und: „Ein guter Überblick über die niederländische Drogenpolitik kann Ihnen viel Ärger ersparen.“

Den zu bekommen ist allerdings gar nicht mehr so einfach. Während die Politik des Umgangs mit harten Drogen seit Jahrzehnten relativ konstant verläuft, ist beim Thema Coffeeshops und Cannabis vieles in Bewegung geraten. Ob zum Guten oder zum Schlechten, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Fest steht: Die Lage vor Ort ist längst nicht mehr einheitlich, jede Kommune macht weitgehend das, was sie für richtig halt. Das kann man für einen angemessen lokalen Ansatz halten, es schafft aber auch eine beachtliche Unübersichtlichkeit.

Dazu passt, dass ist auch die niederländische Bevölkerung in ihrer Haltung gespalten ist: Laut einer Umfrage des Instituts Maurice de Hond ist ziemlich genau die Hälfte der Niederländer für eine Legalisierung von weichen Drogen, 39 Prozent sind dagegen.

Das folgende Dossier „Die Drogenpolitik in den Niederlanden“ gibt einen Überblick über die Geschichte wie auch die jüngsten Entwicklungen in Sachen Drogen. Es erläutert die gesetzliche Grundlage – das Opiumwet – und stellt die Standpunkte der politischen Parteien vor und vieles mehr.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Dezember 2009
Aktualisiert: Januar 2014, Jeanette Goddar