III. Das Gedankengut der PVV

Das vorherige Kapitel hat gezeigt, dass die PVV in der niederländischen Forschungsliteratur mehrheitlich als „populistisch“ bzw. „rechtspopulistisch“ eingestuft wird. Auch die Ausführungen im vorliegenden Dossier folgen in dieser Hinsicht dem derzeitigen Stand der Wissenschaft.

Allerdings erfassen die oben genannten Etiketten bei näherem Hinsehen nicht an jeder Stelle die gesamte Bandbreite des Gedankengutes der politischen Bewegung von Geert Wilders. Deshalb ist es an dieser Stelle sinnvoll, auf die bereits in der Einleitung genannte Arbeit „Rondom Wilders. Portret van de PVV“ (2013) des Historikers Koen Vossen zu verweisen. Darin arbeitet der Autor die vier Pfeiler heraus, die als Basis für das PVV-Programm fungieren: „Islam-Alarmismus“, „Populismus“, „Nationalismus“ sowie „Zucht und Ordnung“.[1]

Laut Koen Vossen genügt es wie bereits eingangs erwähnt nicht, die politischen Standpunkte der PVV ausschließlich mit den Etiketten „populistisch“ bzw. „rechtspopulistisch“ zu versehen. Der Populismus ist in seinen Augen nur einer von vier Pfeilern, auf denen Geert Wilders’ Gedankengut beruht.

Dennoch erscheint es, wie in den folgenden Kapiteln dargelegt werden wird, nichtsdestotrotz gerechtfertigt, den Politiker aus Venlo nicht nur der Einfachheit halber als „Rechtspopulisten“ zu bezeichnen. Die drei Pfeiler „Islam-Alarmismus“, „Nationalismus“ und „Zucht und Ordnung“ verorten den Populismus der PVV in der Regel nämlich auf der äußersten rechten Seite des demokratischen politischen Spektrums in den Niederlanden.


[1] Zur Ideologie der PVV vgl. Vossen, Koen: Rondom Wilders. Portret van de PVV, Amsterdam 2013, S. 65-110.

Autor: André Krause
Erstellt: September 2014