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Partij voor de Dieren (PvdD)

*28. Oktober 2002 – niederländische Tierschutz-Partei

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Parteilogo der PvdD, Quelle: PvdD

Die Partij voor de Dieren (PvdD) ist eine niederländische Tierschutzpartei. Sie ist die erste Partei der Welt, die den Tierschutz zum Kernpunkt ihre Programmes gemacht hat und in ein Parlament gewählt wurde. Sie ist dem linken Parteienspektrum zuzuordnen und hat derzeit zwei Sitze in der Zweiten Kammer. Die PvdD sieht sich selbst als Bekenntnispartei und will nicht die breite Masse ansprechen, sondern gezielt diejenigen vertreten, die sich nicht in den anderen Parteien wiederfinden.

Die PvdD wurde am 28. Oktober 2002 von Tierschützern und Umweltaktivisten gegründet. Unter anderem war auch Marianne Thieme dabei, die einen enormen Einfluss auf die Politik der Partei nehmen und die langjährige Spitzenkandidatin der PvdD werden sollte. Auslöser für die Gründung der Partei war, dass das Kabinett Balkenende I Regelungen lockerte, die dem Tierwohl genutzt hatten. Zudem sahen die Tierschützer eine politische Lücke, da sich viele Parteien vom Thema Tierschutz entfernten und dieses kaum noch zu den Programmen gehörte. Die Gründer der PvdD wollten den Tieren eine Stimme in der Politik geben, da diese das nicht selbst tun können.

Zu Beginn wurde die PvdD von anderen Parteien größtenteils belächelt. Es wurde ihr sogar gesagt, dass sie niemals in die Zweite Kammer kommen würde. Nachdem sie es 2003 mit 0,5 Prozent der Stimmen nicht schaffte konnte sie am 22. November 2006 einen Erfolg verbuchen und erhielt 1,8 Prozent der Stimmen. Die PvdD zog mit zwei Sitzen in die Zweite Kammer ein und ist seitdem Bestandteil des Parlaments, wo sie sich vor allem für den Tier- und Umweltschutz einsetzen. Derzeit haben Esther Ouwehand und Marianne Thieme die beiden Parlamentssitze inne. Letztere ist sowohl Spitzenkandidatin, als auch Fraktionsvorsitzende und kann als treibende Kraft der Partei gesehen werden. 2015 wurde sie durch die Organisation „Natuurmonumenten“ zur grünsten Politikerin der Niederlande ernannt. Zudem führt sie einen Blog auf der Seite der PvdD.

Inzwischen sehen viele der anderen Parteien die PvdD als wichtigen Bestandteil des Kabinetts und akzeptieren die Partei und ihre Standpunkte, doch kommt es öfters zu Kritik an der Einstellung der PvdD zu bestimmten Themen. So forderte die Partei zur Inthronisierung König Willem-Alexanders 2013, dass dieser nicht den traditionellen Hermelin tragen sollte. Der christlich-demokratische CDA bezeichnete diese Forderung als albern und schmetterte sie öffentlich ab.

Programm

Das Programm der PvdD legt den Fokus klar auf den Tier und Naturschutz. So ist sie bei diesen Themen sehr breit aufgestellt und bedient auch sehr spezielle Themen, wie etwa die Rückkehr des Wolfes in ihrem Programm ausführlich. Zu allgemeineren Tierthemen gehört etwa die Ablehnung von Tierversuchen. Dabei ist die PvdD der Meinung, dass man die Forschung weiter fördern müsse, damit diese bald Tierversuche überflüssig macht. Trotz des vorherrschenden Themas „Tiere“ bedient die PvdD auch andere Politikbereiche, die damit nichts zu tun haben. So spricht sich die PvdD ausdrücklich für die Privatsphäre der Bürger und gegen eine digitale Überwachung aus. Außerdem unterstützt sie das Adoptionsrecht für Homosexuelle. Auch zum König äußert sich die Partei. Dieser solle zwar nicht vollständig abgeschafft, jedoch von seinen politischen Ämtern – wie dem Vorsitz des Raads van State – enthoben werden. Somit soll das Amt des Königs rein zeremoniell werden. Europa steht die PvdD zum Teil kritisch gegenüber. An sich befürwortet sie die Zusammenarbeit innerhalb Europas. Die momentane Form sei jedoch undemokratisch.

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Das alte Parteilogo der PvdD, Quelle: PvdD

Öffentlichkeitsarbeit

Die PvdD ist auf Facebook und Twitter sehr regelmäßig aktiv. Auf Youtube ist der offizielle Kanal der PvdD unter dem Namen Eva van Esch zu finden. Van Esch ist Mitglied der PvdD Utrecht. Auf dem Kanal sind hauptsächlich Reden von Parteimitgliedern und Ausschnitte aus der Zweiten Kammer zu finden. Zudem sehr kurze Wahlwerbespots und Animationen. Dabei zeigt sich eine oft recht radikale Einstellung der PvdD. So lud sie unter anderem die Animation „Cows with guns“ hoch, worin Kühe Rache an den Menschen nehmen. Nicht alle Videos gehen in diese Richtung. So gibt es auch einen Kurzfilm über die Entstehung des neuen Parteilogos (Abb. 1). Das momentane Motto der Partei lautet „Hou vast aan je idealen“ (dt.: Halt an deinen Idealen fest), womit sie vor allem bei den Provinzparlamantswahlen am 18. März 2015 warben.

Die PvdD beteiligte sich 2012 und 2013 an der Protestbewegung „Wir haben es satt!!“, die seit 2011 jährlich im Rahmen der Grünen Woche in Berlin stattfindet. Dabei wurde eine Abänderung der Proteste in den Niederlanden unter der Überschrift „We zijn het MEGA zat“ geführt. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel da der Satz je nach Übersetzung zwei Bedeutungen hat. Er kann sowohl als „Wir sind es megasatt“, als auch „Wir sind das Mega satt“ gelesen werden. Bei Letzterem bezieht sich das „Mega“ auf die Massentierhaltung in sogenannten Megaställen. Der Protest wurde nicht nur von der PvdD, sondern auch von der sozial-demokratischen PvdA und der sozialistisch-demokratischen SP unterstützt.

Autorin: Andrea Hoppe
Erstellt: Juni 2015


Links

Wichtige politische Links finden Sie unter Institutionen

Weitere Hintergrundinformationen zur Partei finden Sie auf Webseite Parlament & Politiek

Mehr zur Partei finden Sie auf Webseite der PvdD

Mehr zu den Kabinetten unter Jan Peter Balkenende finden Sie in unserem Dossier Die Kabinette unter Jan Peter Balkenende

Mehr über die Wahlen vor 2006 finden Sie im Dossier Wahlen in den Niederlanden 1918-2006

Mehr über die Parlamentswahlen 2012 finden Sie im Dossier Parlamentswahlen 2012

Personen

Informationen zu Personen im Bereich Politik Personen A-Z

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Politik finden Sie unter Bibliographie


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