Jan Pieterszoon Sweelinck
Jan Pieterszoon Sweelinck
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Jan Pieterszoon Sweelinck

* Deventer, Mai 1562- Amsterdam, 16. August 1621 - Komponist

Sweelinck gilt als der berühmteste Komponist des Landes. Er komponierte über 70 Werke für Orgel und Cembalo und mehr als 250 Vokalwerke. Der gute Ruf Sweelincks als Musikpädagoge und brillanter Improvisator auf der Orgel lässt scharenweise Orgelschüler zu ihm nach Amsterdam strömen. Vor allem aus Norddeutschland kommen viele, was ihm über die Jahre den Beinamen „deutscher Organistenmacher“ einbringt. Sweelinck verbindet in seinem Orgelspiel die Variationstechniken der englischen Virginalisten mit dem spanischen und italienischen Orgelstil, wodurch er seinen eigenen speziellen Stil entwickelt.

Seine Werke zeigen die ersten Merkmale der klassischen Fuge und werden dank seines weitreichenden Einflusses auf die Orgelmusik seiner Zeit als Vorläufer der Orgelfuge bezeichnet. Sie zeugen von einer großen musikalischen Inspiration und Phantasie, die sogar mit der Genialität von J.S. Bach verglichen wird. Was die zahlreichen Vokalwerke des „Amsterdamer Orpheus“ betrifft – Psalmen, geistliche Gesänge, Chansons, Rîmes und Madrigale für vier bis acht Stimmen – so sind sie für heutige Zeiten weniger wegweisend. Sie standen noch in der Tradition der auslaufenden Niederländischen Schule, was Sweelinck zum letzten Meister der niederländischen Vokalpolyphonie macht. Er ist heutzutage weit weniger für seine Vokalwerke bekannt als für seine Orgelwerke, zu Lebzeiten war dies jedoch genau umgekehrt: Während letztere nur handschriftlich in einigen deutschen Quellen überlebt haben, wurden erstere gedruckt herausgegeben und waren in ganz Europa verbreitet.

Begraben ist Sweelinck in der Amsterdamer Oude Kerk, in der er 44 Jahre lang als Organist angestellt gewesen war. Seit 1998 wird regelmäßig der nach ihm benannte Sweelinckpreis an Organisten und Orgelmusiker als Oeuvrepreis oder für innovative junge Talente vergeben.

Autorin: Verena Soldierer
Erstellt: August 2009