Salomon van Ruisdael

*Haarlem, um 1601- †Haarlem, 1670 - Maler

Salomon van Ruysdael war Schüler von Esaias van de Velde und malte überwiegend Landschaften, Flusslandschaften und Seestücke, die auch an die Bilder Jan van Goyens erinnern. Viele seiner Fluss- und Seelandschaften sind heute erhalten. Seit 1623 war er Mitglied der Haarlemer St. Lukasgilde und hat Haarlem vermutlich nie verlassen. Er gehört zu den frühen holländischen Landschaftsmalern, hat allerdings später - ab etwa 1660 - auch einige Stillleben angefertigt. Typisch für seine gelbbraunen bis graugrünen flachen Dünen- und Baumlandschaften ist oft ein dunkel verschatteter Vordergrundstreifen, der den helleren Mittel- und Hintergrund räumlich tiefer erscheinen lässt. Seitlich stehende, schiefgewehte Bäume tragen zur Konstruktion der Raumtiefe bei.

Erst in späteren Arbeiten ab den fünfziger Jahren wird die Farbpalette Salomons etwas kräftiger, so dass einzelne Bildgegenstände akzentuiert werden. Trotzdem sind Salomon van Ruysdaels Landschaftskompositionen niemals dramatisch, sondern strahlen Ruhe und Stille aus. Bei den Seestücken liegt die Horizontlinie sehr tief, so dass viel Platz für die Anordnung sehr genau beobachteter weißer Wolken am Himmel bleibt, was wiederum einen großen Tiefensog evoziert (z.B. Segelboote auf dem Wijker Meer). Der sanfte Landschaftsmaler taucht aber wohl eher deswegen in der Kunstgeschichte immer wieder auf, weil einerseits sein erhaltenes Oeuvre recht umfangreich ist, hauptsächlich aber, weil er Onkel und Lehrer des wesentlich berühmteren Jacob van Ruisdael war.

Autorin: Beatrix Zumbült
Erstellt: Juni 2005