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Alphons Diepenbrock

* Amsterdam, 02. September 1862 - Amsterdam, 05. April 1921 - Komponist

Alphonsus Johannes Maria Diepenbrock gilt als größter niederländischer Komponist seiner Zeit und zählt insgesamt zu den bedeutendsten Komponisten des Landes. Obwohl er Dirigent werden will, studiert Diepenbrock auf Wunsch seines Vaters klassische Philologie, schließt eine Dissertation über den Philosophen Seneca mit summa cum laude ab und lehrt Latein und Griechisch am Gymnasium. Sein Herz ist jedoch stets bei der Musik und er widmet sich immer mehr dem Komponieren, das er sich weitestgehend autodidaktisch beigebracht hat. Das erste Werk, das es zu einer gedruckten Ausgabe bringt, ist 1896 eine Messe für Tenor, Männerchor und Orgel. Der Durchbruch gelingt ihm 1902, als sein „Te Deum“ unter Leitung von Willem Mengelberg, der sich sehr für die Musik Diepenbrocks einsetzt, aufgeführt wird. Auch mit Gustav Mahler entsteht ein freundschaftlicher Kontakt. Erkennbare Einflüsse auf seine Musik haben anfangs vor allem Spätromantiker wie Richard Wagner. Durch seinen katholischen Hintergrund beeinflusst, setzt er vor allem in seinen Chorwerken auch polymelodische Stilmittel ein, wie sie aus den Werken Palestrinas (16. Jahrh.) bekannt sind. Anfang des 20. Jahrhunderts verschiebt sich sein Interesse Richtung Frankreich und den impressionistischen Klängen von Claude Debussy, die ebenfalls ihre Spuren in Diepenbrocks Stil hinterlassen. Er schreibt größtenteils Lieder, Vokal- und Chorwerke, die Texte dafür entnimmt er großen deutschen und niederländischen Dichtern der Zeit. Durch das Studium und sein Gefühl für Poesie beeinflusst, entstehen so Werke, bei denen die Stimme im Mittelpunkt steht und niemals der Musik untergeordnet ist.

Autorin: Verena Soldierer
Erstellt: August 2009