Monarchie - Personen A-Z


Königin Máxima, Prinzessin von Oranien-Nassau

*Buenos Aires, 17. Mai 1971

Maxima 2012
Königin Máxima im Jahr 2012, Quelle: RVD/Frank van Beek

Das öffentliche, mit großer Medienpräsenz zelebrierte Ereignis der Hochzeit des am 27. April 1967 geborenen Thronfolgers Prinz Willem-Alexander, des ältesten Sohnes von Königin Beatrix und Prinz Claus, mit der charismatischen Argentinierin Máxima Zorreguita am 2. Februar 2002 zeigte die niederländische Monarchie von ihrer Sonnenseite. Allerdings gab es auch Schatten. Máxima war zunächst durch die Verstrickung ihres Vaters in die argentinische Militärdiktatur 1976 bis 1983 nicht unumstritten. Die Diskussion dieses Themas tat der Popularität von Willem-Alexanders Partnerwahl keinen Abbruch. Die durch ihr offenes Auftreten beliebte Máxima wurde erstaunlich schnell Teil der öffentlichen Familiengeschichte des Königlichen Hauses – noch wesentlich schneller als Claus von Amsberg, dessen Vergangenheit in der NS-Zeit bei der Eheschließung mit der damaligen Thronfolgerin Beatrix im März 1966, etwas mehr als zwanzig Jahre nach Kriegsende, äußerst kritisch diskutiert wurde.

Geboren wurde Máxima Zorreguieta am 17. Mai 1971 in Buenos Aires als erste Tochter von Jorge Zorreguieta und Carmen Cerutti. Sie war das erste von vier Kindern. Nach dem Schulbesuch in Buenos Aires nahm Máxima ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Universidad Cátolica Argentina auf. Mit 25 Jahren verließ sie ihr Heimatland und war in New York City zwischen 1995 und 2000 für verschiedene internationale Großbanken tätig, darunter Dresdner Kleinwort Benson und die Deutsche Bank. Diese Berufserfahrung auf dem internationalen Finanzparkett ist ein bemerkenswerter Zug in der Biographie der späteren Ehefrau des Thronfolgers.

Willem-Alexander lernte Máxima im Frühjahr 1999 auf einer Veranstaltung in Sevilla kennen. Im Jahr 2000 zog Máxima nach Brüssel. Schon im Sommer 1999 hatte die niederländische Presse über die Beziehung spekuliert. Bald wurde bekannt, dass Máximas Vater als Staatssekretär für Landwirtschaft von 1979 bis 1981 eine offizielle Position in der blutigen argentinischen Diktatur unter Jorge Videla zwischen 1976 und 1981 wahrgenommen hatte, in der bis zu 30.000 Menschen verschwanden bzw. ermordet wurden. Kritische Presseberichte und manche Niederländer fragten, was Zorreguieta von diesen Verbrechen wusste. Der sozialdemokratische Premier Wim Kok löste diese Spannungen auf so effektive wie diskrete Weise. Zunächst gab er bei Prof. Dr. Michiel Baud ein unabhängiges Gutachten über die Verstrickung Zorreguietas in die Junta-Diktatur in Auftrag. Baud kam zu dem Ergebnis, Máximas Vater sei als hoher Technokrat einzustufen, dessen Handeln zwar als moralisch zweifelhaft, aber nicht als direkter Verstoß gegen Menschenrechte bewertet werden könne. Auf diplomatischem Wege erreichte Kok, dass Zorreguieta nicht an der Hochzeit seiner Tochter teilnahmen würde. Als Máxima schließlich auch noch persönlich am 31. März 2001 ihr Bedauern über die Rolle ihres Vaters unter Videla ausdrückte, waren die wesentlichen Bedenken gegen eine Verbindung mit Prinz Willem-Alexander ausgeräumt.

An ihrem 30. Geburtstag wurde Máxima als Voraussetzung für die Aufnahme in das Königliche die niederländische Staatsbürgerschaft verliehen. Wie jeder Immigrant hatte sie an einem Einbürgerungskurs teilgenommen. Nach erfolgter Zustimmung der Generalstaaten zur Heirat des Prinzen von Oranien – sie drückt den konstitutionellen Charakter der niederländischen Monarchie aus – stand der Hochzeit nichts mehr im Wege, die zu einem Medienereignis sonder gleichen geriet. Am 2. Februar 2002 vollzog der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen die Ziviltrauung. Die kirchliche Trauung fand in der Nieuwe Kerk statt. Der Anlaß schuf Bildikonen: Máximas Tränen zu argentinischen Tangoklängen und der Kuss von Braut und Bräutigam auf dem Balkon des Palais auf dem Dam machten für Millionen Fernsehzuschauer die Monarchie erlebbar.

Am 7. Dezember 2003 wurde die erste Tochter von Königin Máxima und König Willem-Alexander, Prinzessin Catharina-Amalia Beatrix Carmen Victoria, in Den Haag geboren. Die zweite Tochter, Prinzessin Alexia Juliana Marcela Laurentien, kam am 26. Juni 2005 in Den Haag zur Welt. Ariana Wilhelmina Maxima  Ines  wurde am  10. April 2007  auch in Den Haag geboren.

Schwerpunkte des gesellschaftlichen Engagements von Prinzessin Máxima sind u.a. weltwirtschaftliche und Migrationsfragen. Ferner knüpft sie an das entwicklungshilfepolitische Profil ihres Schwiegervaters, Prinz Claus, an.

Seit dem 30. April 2013 darf sich Máxima als Gattin des Königs Willem-Alexander Königin Máxima nennen.

Autor: Rolf-Ulrich Kunze
Erstellt: Juli 2007
Aktualisiert: April 2013


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Monarchie finden Sie unter Bibliographie

Vries, Alex de (Hrsg.): Máxima: vijf jaar Prinses der Nederlanden. Willem-Alexander: 40 jaar Koning-in-opleiding, Schelluinen 2007

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