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Prinz Constantijn

*Utrecht, 11. Oktober 1969 - Prinz von Oranien-Nassau

Prinz Constantijn
Prinz Constantijn im Jahr 2012, Quelle: RVD/Koninklijk Huis/Frank van Beek

Constantijn Christoph Frederik Aschwin Prinz der Niederlande, Prinz von Oranje-Nassau, Freiherr von Amsberg – das ist der offizielle Titel des jüngsten Bruders von König Willem-Alexander. Seine Mutter nennt ihn dagegen einfach nur Tijn. Prinz Constantijn wurde am 11. Oktober 1969 in Utrecht als jüngstes Kind von Prinzessin Beatrix und Prinz Claus von Amsberg sowie jüngerer Bruder von König Willem-Alexander und dem 2013 verstorbenen Prinz Johan Friso geboren. 1980 zog die Familie ins Paleis Huis ten Bosch in Den Haag, da Beatrix im April den Thron bestieg und ihre Mutter Königin Juliana als Staatsoberhaupt ablöste.

Nachdem Constantijn 1987 die Schule beendet hatte, verbrachte er das folgende Jahr in Frankreich und Italien, um dort Sprachkurse zu besuchen. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Rijksuniversiteit Leiden. Er schloss das Studium 1995 mit einer Arbeit über „das Eilverfahren im Ausländerrecht“ ab. 2000 folgte noch ein MBA-Studium am European Institute of Business Administration (INSEAD) im französischen Fontainebleau. Während seiner Studentenzeit erweiterte Constantijn sein Netzwerk um weitere wichtige Beziehungen in die Politik und angrenzende Sektoren. Dabei half unter anderem die Mitgliedschaft in der berühmt-berüchtigten Leidener Studentenverbindung Minerva sowie im Vorstand der Veerstichting, einer Begegnungsplattform, auf der sich Studierende aus Leiden mit Unternehmensleitern, Politikern und Wissenschaftlern zu ethischen und philosophischen Fragen austauschen.

Wäre Constantijn nicht als Prinz geboren worden, hätte er gerne die Laufbahn eines Politikers eingeschlagen. Offiziell verbieten es die konstitutionellen Regeln des niederländischen Königshauses, dass seine Mitglieder politische Funktionen ausüben. Trotzdem begann der Prinz nach seinem Studium zunächst ein Praktikant beim niederländischen EU-Kommissar Hans van den Broek und blieb dort noch bis 1999 als Angestellter. In der Brüsseler Anonymität konnte sich der jüngste Sohn von Königin Beatrix viel freier bewegen als in seiner Heimat und ein relativ normales Leben führen. Auch auf seinen offiziellen Titel bestand Constantijn dort nicht. Selbst nicht, nachdem die Europäischen Institutionen 1995 aus Den Haag eine offizielle Mitteilung empfangen hatten, nach der Constantijn als „Prinz“ anzureden sei. Er war vielmehr ein ganz normaler Mitarbeiter, der sich wie seine Kollegen auch abends gerne in einem „normalen“ Restaurant traf oder in seiner Freizeit Fußball im Park spielte.

Im Jahr 2001 heiratete Constantijn die drei Jahre ältere Laurentien Brinkhorst, die Tochter des damaligen D66-Europaabgeordneten und späteren niederländischen Landwirtschafts- und Wirtschaftsministers Laurens Jan Brinkhorst (D66). Constantijn und Laurentien kannten sich bereits aus Kindertagen und hatten sich 1996 in Brüssel ineinander verliebt. Gemeinsam zogen sie nach ihrer Hochzeit zunächst nach London, bevor es dann 2004 zurück nach Brüssel ging. Constantijn und Laurentien haben drei gemeinsame Kinder: Eloise (2002), Claus-Casimir (2004) und Leonore (2006).

In Brüssel war Constantijn im Brüsseler Büro der Denkfabrik RAND tätig. Anschließend wechselte der Prinz erneut zur Europäischen Kommission und arbeitete dort zunächst als Berater und später als stellvertretender Kabinettschef der niederländischen Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes. Ab dem 1. April 2013 war er bis zum Ende der Juncker-Kommission im Herbst 2014 Kabinettschef von Neelie Kroes.

Constantijn wählte ebenso wie sein 2013 verstorbener Bruder Johan Friso ein Leben außerhalb des königlichen Hofes. Ihre Eltern hatten den Söhnen die Freiheit gelassen, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen – sie sollten in der Öffentlichkeit nicht ausschließlich als Thronfolger wahrgenommen werden. Die königlichen Pflichten wurden sodann auch schon früh fast ausschließlich vom direkten Thronfolger Willem-Alexander übernommen. Seine Brüder verließen Den Haag und wurden nur noch selten und zu besonderen Anlässen am Hof gesehen. Das niederländische Volk bekommt den jüngsten Prinzen daher nur bei Gelegenheiten wie dem Prinsjesdag zu Gesicht. Prinz Constantijn versicherte jedoch immer, dass er seinen Bruder unterstützen werde, wenn dieser König wird.

Neben seiner beruflichen Karriere ist Constantijn durch seinen familiären Hintergrund in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich aktiv. So ist er Vorsitzender des Prins Bernhard Natuurfonds, Ehrenvorsitzender des Prins Claus Fonds sowie Schirmherr von World Press Photo und der Stichting Nationaal Muziekinstrumenten Fonds.

In seiner Freizeit treibt der Prinz gerne Sport. Zu seinen Lieblingsdisziplinen zählen Fußball, Tennis, Golf und Skifahren. Außerdem zeichnet, kocht und liest Constantijn gerne. Auch hat er sich als Kenner moderner Kunst einen Namen gemacht und sitzt im Aufsichtsrat des Stedelijk Museum Amsterdam.

Autoren: Kerstin Kontny und Tim Mäkelburg
Erstellt: Oktober 2014


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