Monarchie - Personen A-Z


Catharina-Amalia Beatrix Carmen Victoria (Amalia)

*Den Haag, 07. Dezember 2003 – Prinzessin von Oranien

Catharina-amalia
Amalia in Wassenaar 2012, Quelle: RVD/Z.K.H. de Prins van Oranje

Der ersten Tochter des niederländischen Königs Willem-Alexander und seiner Frau Máxima kam bereits vor ihrer Geburt im Dezember 2003 viel mehr Aufmerksamkeit zu als vielen anderen Kindern. Und auch ihre beiden jüngeren Schwestern Alexia (2005) und Ariane (2007) stehen bis heute nicht annähernd so stark im Fokus des öffentlichen Interesses wie Amalia. Als zukünftige Thronfolgerin, die sie zum Zeitpunkt ihrer Geburt war, richtete sich in den wenigen Momenten, in denen die Prinzessin offiziell in der Öffentlichkeit auftrat – aber auch schon vor ihrer Geburt – das Interesse auf sie.

Geburt

Es war der 18. Juni 2003, als die Welt vom niederländischen Regierungspresseamt RVD erstmals offiziell erfuhr, dass Prinzessin Máxima schwanger sei. Zu einem so frühen Zeitpunkt – Máxima war erst wenige Wochen schwanger – war eine offizielle Verlautbarung ursprünglich noch gar nicht geplant. Durch eine E-Mail, in der Willem-Alexander und Máxima Freunden und Verwandten die freudige Kunde überbrachten und die zuvor vom Nachrichtensender BNR Nieuwsradio abgefangen und verbreitet wurde, stand das Prinzenpaar allerdings unter Zugzwang. Teilte man über den RVD im Juni noch mit, dass der erwartete Geburtstermin Mitte Januar 2004 sei, korrigierte man diesen im Oktober nach vorne und sagte, dass man damit rechnen müsse, dass das Kind noch vor dem Jahreswechsel kommt. Letztendlich sollte die Geburt sogar noch früher am 7. Dezember 2003 stattfinden – ganz zur Überraschung von Medien und Öffentlichkeit, denn noch drei Tage zuvor wurde die hochschwangere Máxima beim Babyshopping in Amsterdam gesichtet.

Máxima kam an jenem 7. Dezember gegen 9 Uhr morgens ins Bronovo-Krankenhaus in Den Haag. Knapp acht Stunden später erblickte ihre Tochter Catharina-Amalia gegen 17.01 Uhr mit einem Gewicht von 3310 g und einer Länge von 52 cm auf natürliche Weise das Licht der Welt. Die besondere Rolle, die sie von da an einnehmen würde, war bereits vom Tag ihrer Geburt an sichtbar. Wenn das weltweite öffentliche Interesse vielleicht auch nicht mit dem bei der Geburt des britischen Prinzen George 2013 mithalten kann, so zeugten Sondersendungen im niederländischen Fernsehen, ein mit Schaulustigen und Medienvertretern gefüllter Parkplatz vor dem Krankenhaus sowie 101 abgefeuerte Salutschüsse von der Besonderheit des Augenblicks. Lediglich über einen Tag Schulfrei, wie es ihn noch bei der Geburt Willem-Alexanders gegeben hat, konnten sich die Niederländer nach der Geburt nicht freuen.

Name

Bereits kurze Zeit nach ihrer Geburt wurde die junge Prinzessin von ihrem Vater der Öffentlichkeit präsentiert. Bei einer vom Krankenhaus einberufenen Pressekonferenz trat ein stolzer und glücklicher Willem-Alexander – zum Erstaunen vieler – mitsamt seiner Tochter auf dem Arm den Medienvertretern gegenüber. Das sie die zukünftige Thronfolgerin so schnell zu Gesicht zu bekommen sollten, damit hatten wohl nur die wenigsten gerechnet. Bei den Fragen der Pressevertreter an den frisch gebackenen Vater ging es unter anderem auch um eben diese besondere Rolle, die Catharina-Amalia in der niederländischen Thronfolge einnimmt: „Wann werden Sie ihrer Tochter mitteilen, dass sie einmal Königin sein wird?“ fragte einer der anwesenden Medienvertreter und Willem-Alexander antworte mit einem Zwinkern „heute Abend nicht mehr“.

Den Namen der zukünftigen Königin verkündete Willem-Alexander, als er seine Tochter Tage später offiziell bei der Gemeinde Den Haag anmeldete. Und auch hier waren wieder etliche Medienvertreter und Schaulustige anwesend. Offiziell wird die Prinzessin mit dem Titel Catharina-Amalia Beatrix Carmen Victoria Prinzessin der Niederlande angesprochen. Die ersten beiden Namen, so legte es der Prinz auf dem Standesamt in Den Haag dar, fanden sowohl er als auch Máxima sehr schön. Als Rufname sollte aber alleine Amalia fungieren, so der Prinz – ein Name, der auch international überall bekannt sei.

Beide erste Vornamen kommen nicht zum ersten Mal im Stammbaum der Oranjes vor: Catharina gab es schon bei Henriëtte Catharina, der Tochter von Frederik Hendrik von Oranien-Nassau sowie bei Catharina, der Schwester von der Frau König Willems II. Und auch Amalia hat mit Amalia von Solms, der Ehefrau von Frederik Hendrik sowie mit Amalia von Sachsen-Eisenach, der ersten Frau von Prinz Hendrik, dem Bruder von König Willem III., zwei bekannte Namensverwandte in der eigenen Linie. Amalias drei weiteren offiziellen Namen verweisen auf aktuell lebende Personen: So kommt Beatrix von ihrer Großmutter väterlicherseits, Carmen von der Großmutter mütterlicherseits und Victoria von Amalias Patentante, der schwedischen Kronprinzessin.

Taufe und Erziehung

Zu den Patinnen und Paten bei der Taufe Amalias am 12. Juni 2004 in der Grote Kerk in Den Haag gehörten neben Victoria von Schweden auch Amalias Onkel Prinz Constantijn, Willem-Alexanders Studienfreund Marc ter Haar, der damalige Vizepräsident des Staatsrates Herman Tjeenk Willink, Samantha van Welderen Baroness Rengers-Deane sowie Máximas Bruder Martín Zorreguieta. Wie bei den Oranjes üblich wird Amalia von ihrer Familie protestantisch erzogen.

Die Prinzessin wohnt seit Ihrer Geburt mit ihren Eltern und den beiden Schwestern auf dem Landgut Eikenhorst bei Wassenaar. Königshausexperte Jeroen Snel beschrieb die drei Schwestern einmal als gesunde und fröhliche Kinder, die gerne auf die Suche nach ihren eigenen Grenzen machen. Als Amalias Hobbys nennt das Königshaus die Sportarten Hockey, Balletttanz, Judo und Reiten. Zudem lernt sie Geige. Zuhause spricht die Familie Niederländisch und von ihrer argentinischen Mutter lernt die Prinzessin auch Spanisch. Ab und an liest man auch, dass Amalia dreisprachig erzogen wird und zusätzlich noch Englisch lernt, um in Zukunft besser auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet zu sein.

In ihrem Wohnort Wassenaar geht Amalia seit dem 10. Dezember 2007 auch zur Schule. Die Leistungen von Amalia auf der Grundschule seien so gut, dass sie sogar eine Klasse übersprungen habe. Wie viele anderen niederländischen Kinder besucht sie eine öffentliche Schule. Im Gegensatz zu ihnen war bei Amalias Einschulung jedoch ein großes Presseaufgebot in der Schule vertreten und wird die Prinzessin seitdem täglich von zwei Sicherheitsbeamten zur Schule begleitet. Beide Personen sitzen während des Unterrichts in einem Raum neben dem Klassenzimmer und warten darauf, dass sie Amalia nach der Schule wieder nach Hause begleiten können. Für das schuljahr 2015/2016 steht der Wechsel auf die weiterführende Schule an. Die Wahl der Familie viel dabei auf das evangelische Gymnasium Sorghvliet in Den Haag. Bekanntgegeben wurde die Entscheidung aber erst nach Ende des Anmeldeschlusses: „Sie möchte sehr gerne, dass niemand die Schule wählt, nur weil sie dort hin geht“, sagte Vater Willem-Alexander im März 2015 gegenüber Pressevertretern. Auch apelliert man in Richtung von Medien und Mitschülern, dass man sich für die weiterführende Schule wünsche, dass der persönliche Lebensraum der Prinzessin weiterhin respektiert wird. In den Medien wurde nach Bekanntwerden der Entscheidung für das Gymnasium deshalb auch kurze Zeit über ein Twitter-Verbot in der Schule spekuliert.

Besondere Rolle

Nachdem Willem-Alexander am Tag von Amalias Geburt noch scherzte und sagte, dass er seiner frisch geborenen Tochter am selben Abend nicht mehr erzählen wolle, dass sie einmal zur Königin werden wird, dauerte es tatsächlich wohl nicht sehr lange, bis Amalie entdeckte, dass sie anders war und etwas Besonderes darstellte. So sah Sie etwa während ihrer Schulbesuche bei keinem anderen Kind Sicherheitsbeamte, die es ständig begleiteten. Amalia schien rund um ihre Einschulung Ende 2007 mehr und mehr zu begreifen, dass sie eine echte Prinzessin war. Laut Willem-Alexander wurde ihr der Unterschied zu den Prinzessinnen in Disneyfilmen immer klarer. Sie wollte gerne normal mit ihren Freundinnen spielen, doch „ab und zu kam sie dahinter, dass sie anders ist“, ergänzte Máxima in einem Interview. „Aber sie geht damit ganz normal um.“ In einem weiteren Interview mit Amalias Eltern im Frühjahr 2013 – kurz bevor Willem-Alexander zum König und Amalia zur jüngsten Kronprinzessin der Adelswelt aufstieg – wurde deutlich, wie Amalia ihre Rolle mit den Jahren mehr und mehr verinnerlicht hatte: „Amalia weiß sehr wohl, was auf sie zukommt. Sie weiß, dass sie als nächstes an der Reihe ist“, erzählte Máxima in die Kameras und Willem-Alexander fügte hinzu: „Als erstes fragte sie mich: ‚Wie lange willst Du regieren?‘ Sie wollte es sich in ihren Terminkalender eintragen.“

Trotz alledem hoffte Willem-Alexander kurz nach Amalias Geburt, dass seine Tochter ebenso wie er und seine Brüder es selbst in der Vergangenheit auch erlebt hatten, „so weit wie möglich eine unbesorgte und ruhige Jugend haben kann und so auch gut aufwachsen kann. Die Medien werden genügend Möglichkeiten bekommen, sie während des gesamten Prozesses ihrer Jugend zu begleiten. Und wenn sie für den Rest auch einfach mal ein wenig Ruhe bekommen darf, würde das fantastisch sein.“ Wie schwierig es für Amalia wirklich sein wird, mit dem vorhandenen öffentlichen Druck zurechtzukommen, wird sich noch zeigen. Seit der Amtsübergabe von Großmutter Beatrix an Willem-Alexander am 30. April 2013 steht Amalia als niederländisch Kronprinzessin nun noch mehr als bisher im Rampenlicht. All ihre Schritte, ihr öffentliches Auftreten, ihre Leitungen und Aussagen werden genau verfolgt.

Ihre Eltern versuchen aber auch bewusst, die drei Töchter so weit wie möglich von öffentlichen Auftritten fernzuhalten: „Sie wird nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen – zumindest so wenig wie möglich. Sie soll sich nur im Kreis der Familie oder bei Freunden aufhalten“ wird König Willem-Alexander kurz nach seiner Amtsübernahme zitiert. „Bis zu ihrer Volljährigkeit sollte man versuchen, sie so viel wie möglich davon abzuschirmen“ erläuterte er wenige Wochen zuvor auch noch gegenüber dem Nachrichtensender NOS. Amalias Teilnahme als Blumenmädchen an der Hochzeit ihrer Patentante Victoria 2010 in Stockholm oder bei der Inthronisierungsfeier von Willem-Alexander im April 2013 bilden so seltene Ausnahmen; selbst zu den jährlichen Feierlichkeiten zum Königinnentag im April begleitete die Kronprinzessin ihre Familie nicht. Denn als sich – wie bei der Inthronisierungsfeier 2013 – viele Augen auch auf Kronprinzessin richteten, schaffte sie es noch nicht vollständig, über die gesamte Zeit hinweg professionell zu bleiben: Mitten in der Zeremonie, als gerade eine Fernsehkamera auf sie gerichtet war, führte Amalia ihren Arm zum Gesicht und gähnte kräftig. Gerade in solchen Momenten wird der Spagat zwischen unbeschwerter Kindheit auf der einen und königlicher Etikette auf der anderen Seite mehr als deutlich.

Mediacode

Zu Medienvertretern und ihren überall vorhandenen Film- und Fotokameras hat die königliche Familie sowieso ein sehr gespaltenes Verhältnis. Deutlich wurde dies auch in einer lustigen Situation, als sich Amalia zur Zeit der Fußball WM 2010 während eines Pressetermins im Urlaub eine Vuvuzela aus der familiären Villa schnappte und ordentlich in Richtung der anwesenden Reporter tutete – das war auch eine Aussage. Noch bis zum Urlaub im Sommer 2004 in Italien war es Pressevertretern erlaubt, die Familie außerhalb ihrer öffentlichen Auftritte kontinuierlich zu filmen und zu fotografieren. Ab 2005 begann eine Vereinbarung zwischen dem Königshaus und Medienvertretern zu wirken, um deren Privatsphäre zu schützen: der sogenannte „mediacode“. Vom Regierungspressedienst RVD wurde am Urlaubsort Tavernelle ein Fototermin organisiert, an dem die Familie zu vorher abgesteckten Konditionen rund um ihre dortige Villa Rocca dei Draconi vor den Linsen der Fotografen posierten. Als Gegenleistung durften die Fotografen während des restlichen Urlaubs von der Königsfamilie keine Fotos mehr machen.

Diese Abmachung hatte Jahrelang bestand und wurde nur am 24. April 2013 durch die Nieuwe Revu einmal gebrochen. Die Zeitschrift veröffentlichte Fotos von Amalia auf dem Hockeyfeld, die außerhalb der offiziellen Fototermine aufgenommen wurden. Die verantwortlichen Blattmacher störten sich seinerzeit daran, dass „unangenehme Geschichten und jedes Foto, das nicht während einem der offiziellen Fototermine gemacht wurde, automatisch zu einer ‚Privatangelegenheit‘ erklärt werde und nicht publiziert werden dürfe. Eine schwierige Situation, bei der wir als Nieuwe Revu uns Änderungen wünschen. Deshalb durchbrechen wir diese Woche den Mediacode der Oranjes, da er unserer Meinung nach nicht zu einer modernen Demokratie passt.“ Nach viel öffentlicher Kritik und der Androhung eines Prozesses von Seiten der RVD musste die Chefredaktion des Blattes aber nur wenige Stunden nach der Publikation zurückrudern und sich entschuldigen.

Zukunft

Für Amalia, die durch die Amtsübergabe von Beatrix auf Willem-Alexander 2013 mit neun Jahren auf den ersten Platz der Thronfolge vorrückte, änderte sich seitdem auch ihr offizieller Titel. So wird sie seither „Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin von Oranje“ angesprochen. Zur Königin kann sie aber frühesten ab ihrem 18. Geburtstag im Dezember 2021 werden. Sollte ihr Vater zuvor auf den Thron verzichten oder versterben, wird bis zu Amalias Volljährigkeit Mutter Máxima als Regentin eingesetzt und stellvertretend die offiziellen Aufgaben des niederländischen Staatsoberhauptes übernehmen (NiederlandeNet berichtete).

Autor: Tim Mäkelburg
Erstellt: Dezember 2013
Aktualisiert: April 2015


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