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Connie Palmen

* Sint Odiliënberg, 25. November 1955 - niederländische Schriftstellerin, Genres: Roman, Sachbuch

Connie Palmen gehört zu der jüngeren Generation niederländischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ist seit den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine bekannte Größe in den Niederlanden.

Auszeichnungen

1991 European Novel of the year  für De Wetten
1992 Het Gouden Ezelsoor  für De Wetten
1995 AKO-literatuurprijs  für De Vriendschap
1996 Humo's Gouden Bladwijzer für De Vriendschap
1996 De Trouw Publieksprijs  für De Vriendschap

Alegonda Petronella Hubertina Maria Palmen (Rufname: Connie) wird am 25. November 1955 in einem Dörfchen bei Roermond geboren. Ihre Familie ist katholisch, und lange hegt Connie Palmen "Priester", später "Nonne" als Berufswunsch. Während ihrer Schullaufbahn treten jedoch philosophische und literarische Interessen in den Vordergrund, so dass sie nach einer pädagogischen Ausbildung in Roermond ein Studium der Niederlandistik in Amsterdam aufnimmt. Sie beginnt, sich so stark für ihr Nebenfach Philosophie zu interessieren, dass sie auch in diesem Fach einen Abschluss anstrebt. Schon während des Studiums veröffentlicht sie einige kurze Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften. Ihr Niederländisch-Studium schließt sie 1986 "suma cum laude" mit einer Abschlussarbeit über ein Werk Cees Nootebooms ab. Zwei Jahre später beendet sie ihr Philosophiestudium mit einer Arbeit, die sie in leicht abgewandelter Form später veröffentlicht (Het weerzinwekkende lot van de oude filosoof Socrates – "Das abstoßende Schicksal des alten Philosophen Sokrates", 1992). Auch ihr erster Roman, De wetten (1991, dt.: Die Gesetze, 1993) trägt deutlich philosophische Züge und ist sofort ein durchschlagender Erfolg. Er wird mit dem "Goldenen Eselsohr" für den bestverkauften Erstling belohnt.

Schon der Titel dieses Romans, De Wetten, weist auf das gleichnamige, bekannte Werk Platons hin und erweckt so den Schein eines philosophischen Lehrstücks. Der Roman versucht jedoch – ganz entgegen der Auffassungen Platons, der Literatur als minderwertig betrachtete – das Anrecht der Literatur gegenüber der Philosophie zu behaupten. Platons Gedankengut wird mit poststrukturalistischen Standpunkten konfrontiert, nach denen Sprache ein unzuverlässiges Medium ist, das jedoch den einzigen Zugang zur Wirklichkeit darstellt und gerade in der Literatur eine angemessene Verwendung findet. Diese Auseinandersetzung geschieht in verschiedenen Episoden, in denen die junge Philosophiestudentin Marie Deniet auf verschiedene Männer trifft, welche unterschiedliche Denkweisen verkörpern. Der konstruiert-philosophische Aufbau des Romans wird durch einen leichten und spannenden Schreibstil ausgewogen. Auch Palmens zweiter, ebenfalls preisgekrönter Roman, De vriendschap (1995, dt.: Die Freundschaft, 1995), behandelt philosophische Themen. Beiden ist zudem gemein, dass die Hauptfigur viele Eigenschaften mit der Autorin Palmen teilt. Dieser autobiografische Zug ihres Werks erreicht seinen Höhepunkt in der Publikation des Romans I.M. (1998, dt.: I.M., 1999), in dem der Tod von Palmens Geliebtem, dem Journalisten Ischa Meijer, im Mittelpunkt steht und die Hauptfigur selbst den Namen der Autorin, Connie Palmen, trägt. (Ischa Meijer und Connie Palmen hatten sich 1991 in einem Interview über Palmens Roman De Wetten kennen gelernt, 1995 starb Meijer überraschend an einem Herzinfarkt.) Auch die folgenden Romane De Erfenis ("boekenweekgeschenk" 1999, dt.: Die Erbschaft, 2001) und Geheel de uwe (2002, dt.: Ganz der Ihre, 2004) behandeln die Themen der Krankheit, des Todes und der Liebe. Palmens Romane werden demnach auch als "Schlüsselromane" bezeichnet, die es nahe legen, als wahre Geschichte gelesen zu werden und zu "entschlüsseln", welche wahren Personen hinter den Figuren stecken.

Werke

De vriendschap (1995, Roman), I.M. (1998, Roman), De erfenis (1999, Boekenweekgeschenk), Echt contact is niet de bedoeling (2000), Geheel de uwe (2002)

Deutsche Übersetzungen

Die Freundschaft 1998 (Diogenes), Die Gesetze, 2000 (Diogenes), I.M., 2001 (Diogenes), Die Erbschaft, 2003 (Diogenes), Ganz der Ihre, 2005 (Diogenes)

Autorin: Beatrix van Dam
Erstellt:
Dezember 2006


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Grüttemeier, Ralf/Leuker, Maria-Theresia (Hrsg.): Kritisch lexicon van de Nederlandstalige literatuur na 1945; Niederländische Literaturgeschichte, Stuttgart, 2006.


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