Literatur - PERsonen A-Z



Peter Cornelisz Hooft

Amsterdam, 16. März 1581 - † Den Haag, 21. Mai 1647 - Dichter, Historiker und Dramat

P.C. Hooft
P.C. Hooft, Quelle: F. van Goor

Peter Cornelisz Hooft ist einer der bekanntesten Dichter des niederländischen "Goldenen Zeitalters". Neben der Literatur verschrieb er sich vor allen Dingen der Geschichtsschreibung: jahrzehntelang widmete er sich einem Werk über den niederländischen Aufstand.

P.C. Hooft wurde am 16. März 1581 als Sohn einer angesehenen Amsterdamer Familie geboren. Im Gegensatz zu zeitgenössischen Schriftstellern wie Bredero oder Vondel gehörte Hooft so von Geburt an zu einer gesellschaftlichen Elite und genoss eine umfangreiche humanistische Grundbildung. Schon früh begann er, zu schreiben. Nach Abschluss des Studiums unternahm er eine ausgedehnte Bildungsreise durch Deutschland, Frankreich und Italien. Als er von dieser Reise zurückkam, war er überzeugt, dass das literarische Leben in den Niederlanden erneuert werden müsse.

Noch immer waren in den Niederlanden die schon im Spätmittelalter entstandenen Rederijkers-Kammern die Zentren literarischer Produktivität. In Amsterdam gab es zwei solcher Kammern, die zugleich die wichtigsten des ganzen Landes waren: "Het Wit Lavendel" ("Der weiße Lavendel") und vor allem "De Eglentier" ("Die Weinrose"), der auch Hooft angehörte. Zusammen mit den Dichtern Bredero und Coster versuchte Hooft zunächst, diese Rederijkers-Kammer von innen heraus zu erneuern. Als dies nicht gelang, gründete Coster nach italienischem Vorbild die "Nederduytsche Academie", in welcher nicht nur Literatur, sondern auch Wissenschaft und Theater einen Raum bekommen sollten. Die Gründung dieser Akademie beschleunigte den Abstiegsprozess der Rederijkers-Kammern vom Ort literarischen Lebens zur reinen Vergnügungsvereinigung.

In der neuen Akademie konnte Hooft seine zahlreichen Theaterstücke zur Aufführung bringen. Er war ein talentierter Dramenschreiber, der auch bei dieser Beschäftigung innovativ und richtungsweisend vorging. Schon vor seinem zwanzigsten Lebensjahr hatte er sein erstes Drama, Achilles ende Polyxena ("Achilles und Polyxena", ca. 1600) verfasst und dabei gleich mit den damals vorherrschenden literarischen Traditionen gebrochen. Keine abstrakten, allegorischen Figuren sollten in seinen Stücken die Bühne betreten, sondern Menschen wie du und ich, die in ihrem Leben eine tiefgreifende Wende durchmachen mussten. Dabei bediente sich Hooft einer besonders ausgefeilten Sprache und unterstrich dadurch, wie wichtig die Eleganz der Verse auch für die Gattung Drama sei. Der Stoff des Dramas Achilles ende Polyxena war der Trojanische Krieg und entsprach der humanistischen Rückwendung zur Antike (obwohl Hooft sich später in seinem Stück Geeraerdt van Velsen auch der niederländischen Geschichte zuwandte). Dabei sollte das beschriebene Schicksal, welches von der Unbeständigkeit des Glücks zeugt, die Zuschauer erbauen und sie eine gute Lebensführung lehren.

Auch in den folgenden, ernsten Dramen, die Hooft schrieb, führte er neue Elemente ein. In seinem Stück über Theseus en Ariadne ("Theseus und Ariadne", 1602) tauchen zum ersten Mal jene Geistererscheinungen auf, welche noch durch manch anderes Drama der Zeit spuken sollten. In seinem Stück Granida (1605) hingegen führte Hooft pastorale Elemente ein und begann damit eine Tradition der Verherrlichung des Landlebens in Dramen des 17. Jahrunderts. Auch versuchte er sich im komödiantischen Schreiben. Davon zeugt sein Lustspiel Warenar ("Warenar", 1616), von dem er behauptete, es in nur neun Tagen zu Papier gebracht zu haben. Mit diesem Stück wollte er sicherlich auch seinem Schriftstellerkollegen Bredero Konkurrenz machen, der sich mit seinen Schwänken in die Herzen des Publikums eingeschrieben hatte.

Neben seinen Dramen verfasste Hooft Lieder und Gedichte. Er war jedoch nicht nur Schriftsteller, sondern nahm gesellschaftliche Funktionen, die seinem Stand entsprachen, wahr. Von 1605 bis 1607 hatte er Jura in Leiden studiert und wurde 1609 von Prinz Maurits unter anderem zum Drost von Muiden ernannt. 1610 heiratete er seine erste Frau, Kristina van Erp. 1626 trat er mit seiner zweiten Frau Leonora Hellemans in den Ehestand. Sie war es, die, um die Einsamkeit im Muiderschloss zu vertreiben, regelmäßige Zusammenkünfte Kulturinteressierter anregte. Obwohl diese nicht besonders regelmäßig stattfanden, entstand im 19. Jahrhundert um sie der Mythos vom "Muiderkring" ("Muiderkreis"), einer verschworenen Künstlergemeinschaft um Hooft.

Von 1617 an schrieb Hooft vor allem Prosa und widmete sich der niederländischen Geschichte. Beinahe zwanzig Jahre lang arbeitete er an den Nederlandsche Historiën, einem Geschichtswerk, das den niederländischen Aufstand behandelt. Er konnte es nicht zuende bringen, da er am 21. Mai 1647 in Den Haag verstarb, wo er der Beerdigung eines Freundes beigewohnt hatte. Er wurde neben seinem Vater in der Amsterdamer Nieuwe Kerk begraben.


Autorin: Beatrix van Dam
Erstellt:
Juli 2007


Literatur

Alle bibliographischen Angaben zum Thema Literatur finden Sie unter Bibliographie

Grüttemeier, Ralf/ Leuker, Maria-Theresia (Hrsg.): Niederländische Literaturgeschichte,Weimar 2006.

Links

Wichtige Links zum Thema Literatur finden Sie unter Institutionen


Impressum | Datenschutzhinweis | © 2018 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel: +49 251 83-28516 · Fax: +49 251 83-28520
E-Mail: