III. Preise & Events

Immer mehr Bücher für immer weniger Leser. Dieser Trend lässt sich auch in den Niederlanden ablesen. Für den Konsumenten ist es nicht immer einfach herauszufinden, was gut ist und was nicht. Ein wichtiger Orientierungspunkt im Dickicht der Neuerscheinungen können Literaturpreise sein. In den Niederlanden gibt es insgesamt 70 verschiedene Literaturauszeichnungen, die Preisgelder in Höhe von 450.000 Euro vergeben (Stand 2000).

Der P.C.-Hooft-Preis wurde von 1947 bis 1956 zunächst für ein Werk eines Autors verliehen. Seit 1957 wird das gesamte schriftstellerische Oeuvre des Preisträgers ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 60.000 Euro dotiert. Er wird ausschließlich an niederländische Autoren vergeben, jährlich wechselnd für herausragende Leistungen bei Prosa, Poesie und Essayistik. 2017 wurde bekannt gegeben, dass der Preis an Nachoem Wijnberg vergeben werde.

Der zweite Staatspreis ist der Theo Thijssen-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Er ist ebenfalls mit 60.000 Euro dotiert, wird aber nur alle drei Jahre vergeben. Der erste Preis ging 1964 an Annie M.G. Schmidt. 2015 ging der Preis an Martha Heesen. Andere Preisträger sind Sjoerd Kuyper (2012), Ted van Lieshout (2009) und Peter van Gestel (2006).

Der Max-Velthuis-Preis wird seit 2006 alle drei Jahre an einen niederländischen Illustratoren vergeben. Der Preis ist ebenfalls mit 60.000 Euro dotiert. 2016 ging der Preis an Dick Bruna. Andere Preisträger sind Wim Hofman (2013) und Thé Tjong-Khing (2010).

Auch der Prijs der Nederlandse Letteren wird nur alle drei Jahre vergeben. Er wird von der Nederlandse Taalunie vergeben. Einige Beispiele: Im Jahr 2004 wurde der Preis an Hella S. Haasse, 2009 an Cees Nooteboom und 2015 an Remco Campert überreicht.

Der Libris literatuurprijs wird jedes Jahr auf Initiative der Stichting Literatuur Prijs an einen Autor für erzählende Prosa verliehen. Der Preis ist dotiert mit 65.000 Euro.

Der Anton Wachterprijs wird seit 1977 alle zwei Jahre für das beste Debüt vergeben. Der Constantijn Huygensprijs hingegen wird seit 1947 jedes Jahr von der Jan Campert Stichting für das gesamte Oeuvre eines Autors verliehen. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.

Auch die Poesie hat ihren eigenen Preis. Der mit 25.000 Euro dotierte VSB Poëzieprijs wurde 1994 zum ersten Mal vergeben. Diesen Preis erhält jedes Jahr ein Gedichtband, der im Jahr zuvor publiziert wurde. Nachoem M. Wijnberg gewann 2009 mit Het leven van.

Der ECI-Literatuurprijs ist der Preis für das beste niederländischsprachige Buch in den Kategorien Fiktion und Non-Fiktion. Er ist mit 50.000 Euro dotiert und wird jährlich von einer Jury bestehend aus Rezensenten aus den Niederlanden und Flandern verliehen.

Preise & Preisträger 2013 bis 2017

 

2013

2014

2015

2016

2017

P.C. Hooft

A. F. Th. van der Heijden

Willem Jan Otten

Anneke Brassinga

Astrid Roemer

Bas Heijne

Nederlandse Letteren

Remco Campert

Theo Thijssen

Martha Heesen

Libris Literatuurprijs

Tommy Wieringa

Ilja Leonard Pfeijffer

Adriaan van Dis

Connie Palmen

Alfred Birney

Anton Wachterprijs

Niña Weijers

Roos van Rijswijk

Constantijn Huygens-Preis

Tom Lanoye

Mensje van Keulen

Adriaan van Dis

Atte Jongstra

Hans Tentije

VSB Poezieprijs

Ester Naomi Perquin

Antoine de Kom

Hester Knibbe

Ilja Leonard Pfeijffer

Hannah van Binsbergen

AKO/ECI Literatuurprijs

Joke van Leeuwen

Stefan Hertmans

Jeroen Brouwers

Martin Michael Driessen

Koen Peeters


Boekenweek – Bücherwoche

Die Collectieve Propaganda Nederlandse Boekuitgevers (CPNB) ist die älteste und größte niederländische Marketingorganisation zur Förderung des Buches. Seit 1930 organisiert sie Verkaufsaktionen, die äußerst erfolgreich sind. Längst sind die Boekenweek, die Kinderboekenweek, die Griffels en Penselen oder der Maand van het reisboek ein Begriff unter der niederländischen Leserschaft. Vor allem die Boekenweek mit dem begehrten Boekenweekgeschenk ist heute ein Publikumserfolg. 2018 ist das Thema der Boekenweek in den Niederlanden „Natuur“. Griet Op de Beeck schreibt das Boekenweekgeschenk, Jan Terlouw schreibt das Boekenweekessay 2018. Das Thema der Boekenweek 2016 war Deutschland unter dem Motto „Was ich nog zu sagen hätte...“.

Jährlich wird die Boekenweek durch einen feierlichen Bücherball in der Amsterdamer Stadsschouwburg eingeläutet, und keiner der literarischen Größen lässt sich diese Gelegenheit entgehen, um sich der Presse in lockerer Atmosphäre zu präsentieren und mit Kollegen zu plaudern.

Autoren: Andreas Gebbink und Annabelle Arntz
Erstellt: September 2004
Aktualisiert: Mai 2010, sowie April 2018 von Kathrin Lange