Jugendkultur in den Niederlanden


X. Wem gehört die Straße?

Für die Jugend ist die Außenwelt ein unentbehrlicher Lebensbereich, in dem sie sich spielend entwickeln kann. Während sich Kinder mit der eigenen Nachbarschaft und dem Wohngebiet zufrieden geben, erkunden Teenager andere Stadtteile und andere Dörfer. Es wird immer mehr erkannt, dass das draußen Spielen und das Herumziehen mit Altersgenossen mehr als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Jugend bedeutet. Es trägt zur Entwicklung räumlicher Orientierung, physischer und motorischer Bewegung und sozialer Fähigkeiten bei. Gleichzeitig zur Verlängerung der Jugendzeit war jedoch immer weniger Platz zum Spielen und Treffen auf der Straße vorhanden. Städte wurden zugebaut, Straßen wurden zu Autoparkplätzen und sichere und natürliche Spielplätze in der Wohngegend wurden rar. Für Kinder in Arbeitervierteln wurden spezielle Spielplätze gebaut, wo unter Aufsicht gespielt werden konnte. Wenig Augenmerk wird Jungen und Mädchen geschenkt, die aus der Schaukel herausgewachsen sind. Im Sommer bemühen sich angestellte Sportübungsleiter und Streetworker in alten Stadtvierteln um ältere Jugendliche, organisieren Jugendarbeiter und Sozialarbeiter der Wohnviertel Sportveranstaltungen – zum Vergnügen der Jugend und zur Bekämpfung von Problemen.

Skateboard
Skateboarding als beliebte Freizeitbeschäftigung, Quelle: sharkbait/cc-by-nc-sa

Für die meisten älteren Jugendlichen, die gern auf der Straße sind, bleibt die Straßenecke, der Imbiss in der Nachbarschaft oder die Bank an der Bushaltestelle ein beliebter Treffpunkt nach der Schule. Um gegen den Ball zu treten, Skateboard fahren zu üben oder Stunts mit dem Fahrrad zu probieren ist wenig Platz, aber noch weniger Toleranz im Wohngebiet da. Bälle, die auf Autos landen, herumflitzende Skateboards, knatternde Mofas und Motorroller sind so manchem Nachbarn ein Dorn im Auge. Während in den 1950er Jahren ein Bekannter aus der Nachbarschaft die Jugend streng zurechtwies, wenn es zu bunt wurde, wird heutzutage die Polizei oder das Jugendamt angerufen und aufgefordert einzugreifen.

Autorinnen: Pauline Naber und Veerle Knippels
Übersetzerin: Susan Fittkau
Erstellt: Dezember 2011


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Bogt, Tom ter/Hibbel, Belinda (Hrsg.): Wilde Jaren. Een eeuw jeugdcultuur, Utrecht 2000.

Haan, Jos de/Hof, Christian van ’t (Hrsg.): Jaarboek ICT en Samenleving 2006. De digitale generatie, Amsterdam 2006.

Hermes, Joke/Naber, Pauline/Dieleman, Arjan (Hrsg.): Leefwerelden van Jongeren, Bussum 2007.

Naber, Pauline: Alledaags leven. Hangjongeren & Dugouts, in: Het alledaagse leven : tradities en trends in Nederland 27, Zwolle/Utrecht 2010.

Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Den niederländischen Originaltext dieses Dossiers können Sie hier herunterladen

Personen

Informationen zu Personen im Bereich Kultur Personen A-Z


Impressum | Datenschutzhinweis | © 2018 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel: +49 251 83-28516 · Fax: +49 251 83-28520
E-Mail: