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Youp van 't Hek

*Naarden, 28. Februar 1954 - Kabarettist

Youp van ´t Hek
Youp van ´t Hek beim Kabarettmaratzhon 1987 in Rotterdam, Quelle: NA (933-9965)

Youp, eigentlich Joseph Jacobus Maria, van ´t Hek ist Volkskomiker. Ein grandioser Geschichtenerzähler und Liebhaber ungezogener Witze. Ein Kabarettist, der die Massen erfreut und die Intellektuellen erschreckt. Wer zu Youp van ´t Hek geht, der steht stundenlang am Kassenhäuschen. Denn die Vorstellungen sind immer ausverkauft. Youp van ´t Hek polarisiert. Vor allem bei dem intellektuellen Publikum scheint er wegen seiner „verbalen Gewalt“ in Ungnade gefallen zu sein. „Manchmal kommt der Tod zu früh, manchmal rechtzeitig. Im Falle van ´t Heks kann er nur noch zu spät kommen“, lästerte Schriftsteller Arnon Grunberg.


Youp van ´t Hek kümmert es wenig. In einem Interview mit der Wochenzeitung Vrij Nederland sagte er: „Die Neider interessieren mich nicht. Und soll ich etwas ganz Arrogantes sagen? Dafür bin ich auch zu berühmt.“

In der Tat, Youp van ´t Hek hat enormen Erfolg und das schon seit Jahren. Alles, was er anfasst, scheint zu klappen. Er schreibt seit 1983 regelmäßig Kolumnen in der liberalen Abendzeitung NRC Handelsblad und verkauft diese ein paar Wochen später mit reißendem Absatz am Büchermarkt. 120.000 Exemplare innerhalb von drei Wochen sind kein Problem. Menschen, die sonst nie lesen, greifen bei van ´t Hek doch zu. Seine Oudejaarsconference, ein kabarettistischer Jahresrückblick, rangiert auch anno 2008 wieder ganz oben auf den DVD- und CD-Bestsellerlisten.

Youp van ´t Hek entstammt einer gebildeten Amsterdamer Familie: „So eine Familie, bei der ein ganzer Stapel Zeitungen auf dem Wohnzimmertisch liegt und man sich fragt, wer das alles lesen soll.“ Er wird 1954 in Amsterdam geboren und wächst im Vorort Naarden auf. Van ´t Hek genießt eine freizügige Kindheit. Seine liberalen Eltern geben ihm sämtliche Freiheiten und Möglichkeiten. Er spielt Hockey bei „Be Fair“ in het Gooi und hat Umgang mit reichen Yuppi-Kindern. Seine Kindheit soll später auch seine Programme prägen. Immer wieder thematisiert van ´t Hek kritisch die „glücklichen siebziger Jahre“, in denen man alles durfte und niemand Verantwortung übernahm.

Den Durchbruch erreichte van ´t Hek 1983 mit dem Programm „Man vermist“ seiner Kabarett-Gruppe NAR. Van ´t Hek hat sich immer kritisch mit der progressiven, links-liberalen Elite des Landes auseinander gesetzt, der er selbst entstammt. In den Programmen van ´t Heks kommen immer wieder der Verlust von Idealen und den Jugendjahren zur Sprache und er prangert den Mief der Bürgerlichkeit an. Er karikiert das moderne Menschsein, das Leben zwischen Arbeit, Auto, Haus und Hobby, die große Angst vor dem Tod und dem Unglücklichsein. Van ´t Hek rüttelt an der Fassade der Menschen.

Youp van ´t Hek hat bislang neun Theatersoli und drei Oudejaarsconferenties gemacht. Zu seinen erfolgreichsten Programmen gehört sicherlich „Scherven“ und „De waker, de slaper, de dromer“.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt: März 2009


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