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Joop van den Ende

*Amsterdam, 23. Februar 1942 – Theater- und Filmproduzent

JoopJoop van den Ende, 1995, Quelle: Anp Kippa/cc-by

Johannes Adrianus van den Ende gilt als einer der erfolgreichsten Unternehmer in den Niederlanden. Sein Aufstieg aus einfachen Verhältnissen zum international angesehenen Medienmagnat und Milliardär gleicht einem Märchen.

Joop van den Ende, geboren am 23. Februar 1942, war das vierte Kind einer im Osten Amsterdams lebenden Arbeiterfamilie. Joop stellte relativ früh fest, dass er nicht den normalen Arbeiterweg seiner Eltern beschreiten wollte. Seine Vorliebe galt dem Singen, Tanzen und Schauspielern. Ohne den Rückhalt der Eltern versuchte Joop bereits im Alter von 15 Jahren mit öffentlichen Auftritten als Batman, Conférencier, und Tako der Clown erste Erfahrungen als Künstler zu sammeln. Joops Ambitionen waren groß, doch wurde ihm leider schnell bewusst, dass ihm das nötige Talent für eine Karriere als Darsteller fehlte und der große Erfolg auf diesem Wege ausbleiben würde. Joop schätzte seine Chancen als Veranstaltungskaufmann höher ein. So eröffnete van den Ende 1968 ein eigenes Theaterbüro namens Spotlight.

Das Talent zur Organisation von Veranstaltungen schien ihm in die Wiege gelegt zu sein. Wobei ihm der Erfolg natürlich nicht in den Schoß fiel. Van den Ende arbeitete sieben Tage die Woche und mindestens zwölf Stunden am Tag. Er war sich nie zu schade, selbst mit anzupacken. Mit viel Willen und großem Durchsetzungsvermögen gelang es van den Ende schließlich, eigene Theatervorstellungen und Musicalevents erfolgreich zu produzieren.

Aus Spotlight wurde Joop van den Ende Theaterproducties, und Mitte der 1970er Jahre kam Joop van den Ende TV-Producties hinzu. Fernsehformate wie Goede tijden, slechte tijden, De Mini Playback Show und die Soundmixshow hatten sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland großen Erfolg. Neben der Fernseh- und Theaterproduktion stieg Joop van den Ende auch in die Filmproduktion ein. Sein Engagement im Filmgeschäft währte jedoch nur kurz.

Ein überraschender Schritt von van den Ende war sein Zusammenschluss mit John de Mol im Jahr 1993. Zu der Zeit galten die beiden erfolgreichen Unternehmer in den Medien als Erzfeinde. Ihr gemeinsames Unternehmen nannten sie Endemol, das noch heute eines der weltweit führenden Fernsehproduktions-Unternehmen ist. Zu den bekanntesten deutschen Formaten von Endemol gehören Big Brother, Wer wird Millionär? und Nur die Liebe zählt.

Doch all der Erfolg hatte für Joop van den Ende auch eine Schattenseite. Die Jahre harter Arbeit haben seiner Gesundheit stark zugesetzt. Van den Ende klagte im Oktober 1999 über Herzprobleme und hohen Blutdruck und beschloss daher seinen Anteil von Endemol zu verkaufen. Mit einem Schlag wurde van den Ende damit zum Milliardär. Doch mit dem Entertainmentgeschäft ganz aufzuhören, kam für ihn niemals in Frage. Vielmehr fokussierte van den Ende sich nun auf sein in 1998 gegründetes Musicalproduktion-Unternehmen Stage Entertainment. In diesem produzierte van den Ende Musicals wie Tarzan, der König der Löwen, Dirty Dancing und das Phantom der Oper.

Stage Entertainment wuchs rasant und zählt inzwischen zu einem der weltweit größten Unternehmen in der Musicalproduktion. Heutige Standorte von Stage Entertainment sind in Deutschland, Russland, den USA, der Niederlande und einigen weiteren Ländern zu finden. Zudem besitzt der Konzern mehrere Theater in Amsterdam, Hamburg, Berlin, Stuttgart und Oberhausen. In Hamburg hat sich neben dem Theater zudem seit 2003 die Joop van den Ende Academy etabliert. In dieser staatlich anerkannten Akademie können sich Studenten über drei Jahre zum Musicaldarsteller ausbilden lassen. Für sein Wirken in Hamburg wurde Joop van den Ende am 22. März 2015 mit dem Gustaf-Gründgens-Preis geehrt: Der niederländische Produzent habe es immer verstanden, künstlerischen Anspruch mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden, so Laudator Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Laeiszhalle und  Elbphilharmonie.

Autor: Paul Hegers
Erstellt: März 2015


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Henk van Gelder: Joop van den Ende. De biografie. Amsterdam, 2012.


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