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Marco Borsato

*Alkmaar, 22. Dezember 1966 - Sänger

Marco Borsato
Marco Borsato im Jahr 2008, Quelle: Ano Life/cc-by-nc
Mit 19 Top Ten-Hits ist Marco Borsato eindeutig der erfolgreichste Sänger des Landes und hält mehrere Rekorde in den niederländischen Top 40: Sein Song Dromen zijn bedrog stand 12 Wochen lang auf Nummer 1 – länger hat es bisher kein Lied geschafft – seine letzten 10 Singles landeten alle auf Platz 1 und er selbst steht auf Platz 2 der meisten Nummer-1-Hits (15 Stück) – „noch“ muss man sagen, denn es fehlt ihm nur noch einer, dann hat er mit dem momentanen Spitzenreiter gleichgezogen: den Beatles. Zwölf ‚Edisons’, 21 ‚TMF Awards’ und alle weiteren wichtigen Musikpreise wie den ‚Poppreis’, den ‚Exportpreis’ oder die ‚Goldene Harfe’ hat er schon eingeheimst. 1997 füllt er vierzehn Abende hintereinander das Ahoy’, 2005 schafft er es sogar, dass das Rotterdamer Fußballstadion ‚De Kuip’ sechs Tage hintereinander ausverkauft ist – und bricht damit den alten Rekord der Dire Straits, bei denen dies 1993 ‚nur’ vier mal klappte. Er ist ein Mann der Erfolge und der Rekorde und ist dabei doch irgendwie ganz normal geblieben, einfach „ein netter Junge“, so Evert Santegoeds vom Klatschmagazin Privé. Sein Geheimnis laut Gijsbert Kramer von der Volkskrant: „Vor allem sich so normal wie möglich zu geben und Lieder über Gefühle zu singen, die jeder kennt, und bei denen man vor allem mitsingen kann.“


Angefangen hatte alles, als der gelernte Koch 1990 eher nebenbei den Musikwettbewerb „Soundmixshow“ gewinnt und bei Polydor einen Plattenvertrag bekommt. Zunächst versuchte er, mit Liedern auf italienisch – sein Vater Roberto war immerhin italienischer Musiker – die Niederländer zu begeistern. Nach mäßigem Erfolg drohte die Karriere bereits 1993 zu scheitern, als er sich schließlich zu niederländischem Repertoire überreden lässt. Die erste Single „Dromen zijn bedrog“, ein fröhlicher Song mit fast techno-artigem Rhythmus, sagt dem konservativen Borsato erst gar nicht zu. Auch die Radiosender sind nicht recht überzeugt und der Song wird eher dem Texter Leo Driessen zuliebe gespielt, doch dann geschieht das undenkbare: Die Zuhörer finden Gefallen und der Song springt auf Nummer 1 – der Rest ist Geschichte. Das war 1994, seitdem folgten 9 Alben, die außer der ersten („Marco“, Platz 2) alle auf Platz 1 landeten und mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurden – „De waarheid“ (1997) sogar 6 mal –, von den 25 herausgebrachten Singles schafften es nur drei nicht in die Top Ten.

Wer so viel Erfolg hat, will auch andere davon profitieren lassen. Seit 1998 ist Borsato Botschafter der Stiftung ‚War Child’, einer Organisation die sich für Kinder mit traumatischen Kriegserlebnissen einsetzt. Er reist u.a. 2004 für Aufnahmen für einen Dokumentarfilm nach Afghanistan, ist Mitorganisator der ‚Friends for War Child’-Konzerte im Ahoy’ und unterbricht seine 16 Konzerte im ‚De Kuip’ für einige Minuten, um auf ‚War Child’ aufmerksam zu machen. Die Einnahmen aus dem Song „Wat zou je doen“ mit Ali B gehen komplett an die Stiftung. Außerdem ist Borsato für seine Bemühungen um junge Talente bekannt, so sind bei seinen Konzerten regelmäßig Newcomer als Gastauftritte vertreten. Nachdem er elf Mal den TMF Award als bester Sänger erhalten hat, gibt er 2007 bekannt, keine weiteren TMF Preise mehr bekommen zu wollen, um Platz für neue Talente zu machen. Daraufhin wird ein neuer Preis ins Leben gerufen: der TMF Borsato Award für vielversprechende Newcomer. „Die Awards haben mir in den letzten elf Jahren ein Stück Glaubwürdigkeit gegeben,“ sagt der Sänger. „Indem ich beiseite trete, biete ich anderen Talenten die Chance, ebenfalls an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.“ Sein letztes Projekt ist 2008 „Wit Licht“ – gleichzeitig Titel des neuen Albums, einer Single daraus und eines Spielfilms mit Borsato in der Hauptrolle. Er spielt darin einen Vater, der sich in Afrika auf die Suche nach dem Freund seines Sohnes begibt, der von Rebellen entführt wurde. Die internationale Version „The Silent Army“ wird in Cannes mit minutenlangen stehenden Ovationen gewürdigt. Für 2010 hat Borsato ein neues Album angekündigt, nichts großes „vielleicht wird’s etwas kleines“. Wär ja immerhin noch mal was neues...

Autorin: Verena Soldierer
Erstellt: August 2009


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