II. Popmusik in den Niederlanden

In der Popenzyklopädie des Niederländischen Popinstituts (2008 bis 2013 im Muziek Centrum Nederland integriert) waren im Jahr 2009 12.290 Acts, also Bands und Künstler, zu finden, selbstredend allesamt niederländischen Ursprungs. Immerhin 3.000 davon waren bedeutend genug, eine eigene Biografie auf den Seiten der Enzyklopädie vorweisen zu können, bei den anderen Acts wird auf deren Homepage verlinkt. Diese Zahlen belegen eine lebhafte Popmusikkultur auch außerhalb der großen Bühnen und damit eine Bereicherung der Kulturlandschaft an sich. Dieses gute Ergebnis verdankt das Land neben Menschen mit musikalischen Talenten unter anderem auch seinen Förderstrukturen. Dennoch: Auch diese Institution konnte, wie auch das Muziek Centrum Nederland (MCN), nach dem Wegfall der rijkssubsidie 2013 nicht weiterbestehen.

Förderung

Wo es in Deutschland bislang nur ansatzweise Bemühungen für eine staatliche Förderung gibt, wird die Popmusik in den Niederlanden bereits seit den 1970er Jahren gefördert. Ziel ist dabei vor allem, Qualitätsstandards hoch zu halten und zu garantieren. Seit Gründung der Stichting Popmuziek Nederland (SPN) 1973 werden nicht mehr nur Orchester und Opern subventioniert, und der Pop-Sektor wächst und gedeiht. Waren es 1987 noch 500.000 Euro an Fördergeldern, konnte die in Nationaal Pop Instituut (NPI) umbenannte Einrichtung 1997 schon über 2,2 Millionen Euro verfügen. 2008 schließlich schlossen sich sieben Musikinstitutionen zusammen, das NPI sowie jeweils drei Institutionen aus den Bereichen Klassik und Jazz. Das daraus entstandene Muziek Centrum Nederland (MCN) verwaltete bis 2013 4 Millionen Euro. In Zusammenarbeit mit dem MCN förderte die Vereniging Nederlandse Poppodia en –Festivals (VNPF) die Interessen der Popbühnen und Festivals. Seit 1993 unterstützt diese Vereinigung die Popbranche bei der Professionalisierung des Sektors und bei der Entwicklung und Programmgestaltung der Bühnen und Festivals. In ihrer jährlichen Veröffentlichung in-sight poppodia gaben sie einen Überblick über die Entwicklungen der angeschlossenen Popbühnen – in der Ausgabe von 2008 wurde eine wahre Bauwelle vermeldet. Bereits 2007 fasste eine Bühne im Durchschnitt 650 Besucher, 40 mehr als im Vorjahr. Gut die Hälfte aller Bühnen wurde um- oder neu gebaut. Ein Umbau bedeutete dabei meist gleichzeitig eine Vergrößerung der Einrichtungen, was zu noch höheren Publikumskapazitäten führt. Ursache der Bauwelle war eine wachsende Anerkennung des kreativen und ökonomischen Werts der Popmusik. Die Niederlande nahmen dabei eine einzigartige Stellung ein, denn nirgendwo auf der Welt wurden so viele Mittel für Entwurf und Planung von Popbühnen bereitgestellt. Wegen des Wegfalls der staatlichen Zuschüsse musste das MCN seine Arbeit 2013 allerdings niederlegen. Seither ist der Fonds Podiumkunsten (besteht seit 2007), finanziert vom Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, unter anderem zuständig für das musikalische Angebot und dessen Verbreitung in den Niederlanden. llt.

Auch der Export heimischer Popmusiker wird gefördert: Der Exportwert der niederländischen Musikindustrie stieg von 31,6 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 35,9 Millionen Euro zwei Jahre später.

Nederpop

Nederpop – so die eingängige Bezeichnung für Popmusik, die von niederländischen Sängern oder Bands gemacht wird. Das darf dann aber auch gerne in englischer oder in einer anderen Sprache sein. 2008 feierte der Nederpop offiziell seinen 50. Geburtstag: 50 Jahre zuvor hatten die Tielman Brothers mit der Single Rock Little Baby of Mine als allererste niederländische Band eine Rock’n’Roll-Produktion herausgebracht. Über die nachfolgenden fünf Jahrzehnte haben es einige niederländische Popmusiker tatsächlich zu internationaler Bekanntheit gebracht. Man denke zurück an George Baker, The Golden Earring oder Shocking Blue, die mit Venus sogar in den USA einen Nummer-Eins-Hit landeten. In den 1990ern feierten in der Techno- und House-Welle Bands wie 2 Unlimited, die Vengaboys oder die Hermes House Band auch im Ausland zahlreiche Erfolge. 2002 dann ein weiterer Niederländer auf Platz 1  der USA: Junkie XL mit seinem Dance-Remix von Elvis Presleys A little less conversation. Dance-DJ Tiesto wurde 2002 bis 2004 vom tonangebenden britischen DJ Magazine zum besten DJ der Welt ernannt, ist seitdem auf Platz 2 oder 3 vorzufinden und wurde sogar von Königin Beatrix mit dem Ritterorden ausgezeichnet. Dass die Niederländer jedoch nicht ausschließlich Dance exportieren können, beweist seit mehreren Jahren erfolgreich die Metal-Band Within Temptation. Von 2003 bis 2006 erhielt sie vier Jahre in Folge den niederländischen Exportprijs als international erfolgreichste Band – selbst in Deutschland gab es mehrere Goldene Schallplatten.

Musik auf Niederländisch

Die Niederländer ziehen eher Mainstream-Produktionen vor, auch in Diskos wird vor allem zu einem aktuellen Chart-Mix getanzt. Der Normaleuropäer würde sich dort demnach gleich heimisch fühlen – wären da nicht die Einschübe niederländischsprachiger Hits, denn auch davon schaffen es immer mehr Songs in die Top 40. Hier zeichnet sich ein Trend ähnlich wie in Deutschland ab: Man begegnet der eigenen Sprache mit weniger Vorurteilen und plötzlich werden nicht mehr nur Schlager, sondern auch immer mehr Pop- und Rocksongs in der Muttersprache gesungen. Bei den meisten kommerziellen Radiosendern haben es die niederländischsprachigen Bands allerdings schwer, Radio 538 und Skyradio beschränken sich auf Erfolgsgaranten wie Bløf oder Acda en de Munnik. Seit Mitte 2006 gibt es jedoch einen Radiosender, der neben wenigen internationalen Tophits fast ausschließlich von Niederländern produzierte Musik sendet, 70 Prozent davon sind niederländischsprachig. 100%NL (gesprochen: honderd procent NL) heißt der Sender, der innerhalb kürzester Zeit seine Hörerzahlen verdreifachen konnte und der nach nicht einmal drei Jahren Sendezeit bereits Platz 8 der meistgehörten Radiosender des Landes erreicht hat. Außerhalb der Sprachgrenzen ist dann aber natürlich Schluss mit der Bekanntheit des niederländischen Pops – genau wie das Deutsche wird Niederländisch nicht gerade als melodische Sprache empfunden - mit Eros Ramazotti kann man da nicht mithalten. Katrien Verbeeck, eine Flämin mit niederländischen Eltern, hat sich in ihrer Musikerkarriere nicht umsonst für die Sprache Französisch und den Künstlernamen Kate Ryan entschieden. Dennoch feiern junge Künstler wie Nielson oder Dauerbrenner wie Marco Borsato mittlerweile große Erfolge und können regelmäßig hohe Chartplatzierungen verbuchen. Im Danscafé um die Ecke kommt man an diesen Künstlern ebenso wenig vorbei wie an den immer noch gefeierten Liedern von Guus Meeuwis oder Bløf.

Nederhop

In den 1990er Jahren bringt die multikulturelle Gesellschaft der Niederlande zum ersten Mal Bands mit marokkanischem oder türkischem Hintergrund mit Namen wie East Meets West oder Jeunes Turcs hervor. Auch die zweite Generation der Einwanderer aus Surinam oder von den Antillen lässt von sich hören: Fra Fra Sound bietet karibische und afrikanische Rhythmen, E-Life oder Postmen schließen sich der neuaufkommenden HipHop-Welle an. Auch beim HipHop gibt es eine Neuerung, den sogenannten ‚Nederhop’. Zwar hatten schon Osdorp Posse in den 1980ern als erste erfolgreich auf Niederländisch gerappt, jedoch erst in den 1990ern setzte sich der Trend durch und immer mehr Rapper wählten das Niederländische, um ihre Botschaften beim Publikum besser herüberbringen zu können. Anfang des Jahrtausends betreten neue Nederhopgrößen die Bühnen: das Hiphop-Duo Lange Frans & Baas B, Rapper Ali B. und De Jeugd van Tegenwoordig, die mit humoristisch-bizarrem Sprachgebrauch und elektronischen Einflüssen Erfolge verzeichnen. Auch die Band Broederliefde, bestehend aus Musikern mit surinamischem Hintergrund, landete mit ihrer Mischung aus Rap, Reggea, Elektro, Hip Hop und Dubstep mittlerweile einige Hits.

Festivals

Gemeinsam mit Tausenden von Menschen Musik live und open-air erleben, singen, tanzen, feiern und einfach Spaß haben – Rock- und Popmusikfestivals gibt es in den Niederlanden seit 1967. Hai in de Rai hieß das erste, damals noch indoor und nur eintägig, doch bereits 1970 folgte das mehrtägige Holland Pop Festival, gerne bezeichnet als niederländisches Woodstock in der Nähe von Rotterdam. Waren die frühen Festivals wie ihre Vorbilder aus San Francisco noch idealistisch motiviert, übernahmen schon bald eher kommerzielle Motive die Oberhand. Bedingt dadurch, dass die Niederlande von großen gesellschaftlichen Problemen wie denen in den USA weitestgehend verschont blieben und die politischen Botschaften der Bands an Kraft und Wirkung verloren, da nur auf Englisch gesungen wurde, blieb bald nur noch die kulturelle Förderung der Musik als ideelles Ziel. Durch immer größere Festivals für immer mehr Besucher erfreuten sich Ausrichter wie Künstler höherer finanzieller Gewinne, sodass heutzutage durch die hohe Professionalisierung der Festivalorganisation der kommerzielle Charakter stark überwiegt. Den Besuchern macht das nichts aus, wie der große Besucherandrang beweist. Es geht eben vor allem um die Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl, das, wenn auch nur für kurze Zeit, Eintauchen in eine andere Welt. Ob groß, ob klein, provinziell oder international, ob Pop, Dance, Metal oder Schlager, über 300 Festivals finden jährlich in den Niederlanden statt. Hier die wichtigsten:


Parkpop

Wo: Den Haag im Zuiderpark
Wann: jährlich letzter Sonntag im Juni
Gleich zur erste Edition des ‚Parkpop’ Festivals 1981 kamen 35.000 Besucher. Über die Jahre traten zahlreiche international erfolgreiche Sänger und Bands wie The Bangles, Faith No More, Elvis Costello oder Robbie Williams auf den mittlerweile drei Bühnen des Festivals auf. Auch einheimische Größen sind jedes Jahr mit von der Partie, u.a. gaben bereits Marco Borsato, Anouk oder Within Temptation Auftritte zum Besten. Der Eintritt ist kostenlos, was die durchaus starken Schwankungen bei den Besucherzahlen erklärt: In den verregneten Jahren 2006 und 2007 kamen 175.000 Popbegeisterte, 1992 waren es auch schon einmal 500.000 gewesen. Mit durchschnittlich 300.000 Besuchern ist Parkpop damit das größte gratis Popfestival Europas.


Pinkpop

Wo: Landgraaf, Limburg
Wann: jährlich, normalerweise über Pfingsten
Seit 1970 findet im niederländischen Limburg alljährlich das Pinkpop-Festival statt, und da bislang noch kein Jahr ausgelassen wurde, steht es seit 1990 im Guinnes-Buch der Rekorde als das älteste kontinuierliche Popfestival Europas. Die Zuschauerzahlen wuchsen von 10.000 1970 auf 50.000 in den 1980ern. In den ersten Jahren fand Pinkpop in Geleen statt, 1988 kauften die Veranstalter eine stillgelegte Rennbahn in Landgraaf, die sie nun unter dem Namen Megaland auch für andere Veranstaltungen vermarkten können. Im Megaland wuchsen die Zuschauerzahlen weiter auf 72.000 im Jubiläumsjahr 1994. Zunächst war das Pinkpop auf den Pfingstmontag beschränkt, seit 1996 haben die Besucher von Samstag bis Montag auf drei Bühnen die Wahl zwischen internationalen Berühmtheiten – Lenny Kravitz, Metallica, Red Hot Chili Peppers oder Alanis Morissette, um nur einige wenige zu nennen – und vielversprechenden Newcomern, um dann die Nacht schließlich auf den umliegenden Campingwiesen ausklingen zu lassen.


Appelpop

Wo: Tiel, Gelderland
Wann: jährlich zweites Wochenende im September
Seit 1961 zieht alljährlich ein prachtvoller Obstkorso aus mit Obst und Früchten geschmückten Prahlwagen durch das Städtchen Tiel. 1992 hatte man die Idee, die Besucher des Obstkorsospektakels zusätzlich noch mit einer Reihe von Popkonzerten zu beglücken. Das als einmaliger Bonus geplante Event kam jedoch so gut an, dass die Organisatoren dem begeisterten Ruf nach mehr nachgeben mussten. Ein neues Festival ward geboren, der Name lag auf der Hand: ‚Appelpop’ – zu deutsch ‚Apfelpop’. Das zweitägige Festival ist mittlerweile mit 180.000 Besuchern im Jahr 2008 das größte seiner Art, die ausschlaggebenden Merkmale dieser ‚Art’ sind die Attribute ‚überdacht’ und ‚gratis’. In riesigen Zelten spielen auf drei Bühnen niederländische Topstars, Qualität aus den Pop-Clubs und regionale Talente. Größtenteils also einheimische Acts, doch auch aus den direkten Nachbarländern konnten bereits Gäste begrüßt werden, aus Deutschland beispielsweise The Boss Hoss.


Lowlands

Wo: Biddinghuizen, Flevoland
Wann: Mitte August
Für die, die nicht immer nur den Mainstream hören möchten, entstand 1993 als Gegenstück zum Pinkpop das dreitägige Festival A Campingflight to Lowlands Paradise, kurz Lowlands. Hier werden dem Publikum alternativere Töne internationaler Acts wie Smashing Pumpkins, Björk, Sex Pistols, The Killers oder Kaiser Chiefs geboten, aber auch Newcomer oder unbekannte Bands haben eigene Bühnen. Sieben bis acht Musikbühnen bietet Lowlands, eine davon gar für das Publikum selbst, das sich nach Lust und Laune auf der Bühne darstellen kann – singend, tanzend, dichtend - wie auch immer. Auf den anderen Podien ist neben den Haupt-Acts für jeden Musikgeschmack etwas dabei: Britpop, Dance, Rock, Soul, Indie, Balkan, Country, Punk, Jazz, Metal, Elektro, und, und, und. Neben den Musikbühnen gibt es auch noch mehrere Kulturbühnen für Kino, Theater, Lesungen, Kabarett, Comedy und Tanz. Bei diesem Angebot verwundert es nicht, dass das Festival jährlich 40.000 bis 60.000 Zuschauer zählt und seit vier Jahren stets ausverkauft ist. ist.

Paaspop

Wo: Schijndel, Noord-Brabant
Wann: jährlich an Ostern
Seit mehr als 40 Jahren findet das Paaspop-Festival, wie der Name schon verrät, an Ostern statt. War es zu Beginn noch ein kleineres regionales Festival, hat sich das dreitägige Musikevent mittlerweile zu einem der größten und etabliertesten Festivals der Niederlande gemausert. Sowohl nationale als auch internationale Künstler treten jährlich vor einem Publikum von mehr als 50.000 Besuchern auf. Die Organisatoren setzen nicht nur auf Musiker einer Stilrichtung. Es ist viel mehr die Diversität, die das Festival für viele so attraktiv macht. Zusätzlich bietet Paaspop mit dem Las-Vegas ähnlichen Filmsetting eine einzigartige Atmosphäre. Neben Musikern bietet Paaspop auch Comedians, Schauspielern oder Straßenkünstlern eine Bühne, um sich vor großen Publikum zu präsentieren


ZAND

Wo: Almere, Flevoland
Wann: 4. Samstag im August
Brandneu und mit bereits 35.000 Besuchern beim Auftakt 2008 präsentiert sich das Festival ‚ZAND’. Der Name ist – zumindest was die Örtlichkeit angeht – Programm: Die Bühne grenzt ans Wasser und die Zuschauer tummeln sich auf dem Sandstrand des IJmeers, einem Teil des Markermeers. Im Hochsommer mit den Beinen im Wasser ein Festivalprogramm genießen zu können, dass die Topstars der niederländischen Musikszene aufbietet, hört sich nach einer für die Besucher vielversprechenden Mischung an. Bereits 2008 waren Nick & Simon, Ilse DeLange und Guus Meeuwis zu Gast, für 2009 stehen Jan Smit, Bløf, Acda en de Munnik und weitere Überraschungen auf dem Programm. Van Eigen Bodem Wo: Zwolle, Overijssel Wann: Anfang Juli Ein eigenes Festival speziell für Sänger und Bands, die in der Muttersprache singen – auch das darf nicht fehlen. Das Festival für Musik „vom eigenen Boden“ erfreute sich in den ersten Jahren stetig wachsender Zuschauerzahlen, von 3.500 Zuschauern bei der Premiere 2004 auf immerhin 23.000 im Jahr 2007, als eine zweite Bühne hinzukam. Die letzten beiden Ausgabenwaren etwas weniger gut besucht aber mit 20 bzw. 15.000 immer noch respektabel. Neben Pop wird auch Rock, Hiphop, Urban oder Reggae geboten, 2008 kam als dritte Bühne ein eigenes Podium für den ‚Nederhop’ hinzu. Der Schwerpunkt des Festivals liegt vor allem auf Qualitätspop und vielversprechenden neuen Talenten. Große Namen findet man jährlich nur zwei oder drei. Bei der Premiere sang Guus Meeuwis, in anderen Jahren traten z.B. De Jeugd van Tegenwoordig, Van Dik Hout oder Rowwen Heze auf. Im Rahmen des Festivals wird jährlich ebenfalls der ‚Nederpoppreis’ an vielversprechende neue Talente verliehen.


Dance Festivals

Was: Mystery Land | Defqon.1
Wo: Haarlemmermeer, Noord-Holland | Almere, Flevoland
Wann: Mitte August | Mitte Juni
Seit 1993 gibt es im Dance-Land Niederlande für Dance-Fans das Mystery Land, das älteste und mit über 50.000 Zuschauern größte Dance-Festival des Landes. Neun Jahre lang fand es jährlich an anderen Orten statt und hatte kein festes Datum. Seit 2003 wird das ehemalige Floriade-Gelände in Haarlemmermeer Mitte August von renommierten DJs mit Sounds aller wichtigen House-Sparten beschallt. 2009 kann man DJs und Livemusiker wie Above & Beyond, Swedish House Mafia oder Stereo MC’s auf 21 Bühnen erleben. An Karten zu kommen, ist schwierig. Bereits 10 Wochen vorher sind alle Karten ausverkauft, schneller als jemals zuvor. Ähnlich schwierig gestaltet sich der Kartenkauf für das Defqon.1: 2009 waren alle 40.000 Karten innerhalb von nur 30 Minuten ausverkauft. 2003 gab es die erste Ausgabe am Almeerderstrand, ebenda wo seit kurzem auch das Festival ZAND stattfindet. Von 11 bis 23 Uhr wird der Strand mit aufwändigen Lichteffekten in Dance-Zonen eingeteilt. Zehn Verschiedene Farben stehen für die verschiedenen Dance-Stile: Grün beispielsweise  für Techno, orange für Hardtrance, braun ist Jump und grau steht für Old Style/Early Rave. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit abenteuerlichen Stunts rundet das Festival ab.


Down the rabbit Hole, Best Kept secret Festival und MadNes Festival

Die bisher genannten Festivals zählen offensichtlich zu den größten Publikumsmagneten. Doch wird den Niederländern auch abseits des Mainstream einiges geboten. Kleine Festivals erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zu nennen sind hier beispielsweise das Down the rabbit Hole Festival, welches seit 2014 jedes Jahr bei den Groene Heuvels in der Nähe von Nijmegen stattfindet. Die Mischung aus Indie, Pop, Indietronic beschere den Besuchern “vier surreële dagen en nachten aan het water, struin over de veldjes, plons in het meer en dwaal door het boses”. Ähnlich wird es sicherlich auch beim Madnes Festival auf Ameland zugehen. Direkt am Meer gelegen bietet es nicht nur Musik, sondern auch Surfunterricht, ein Riesenrad, diverse Workshops, in denen man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann und vieles mehr.

Autorin: Verena Soldierer
Erstellt: August 2009
Aktualisiert: August 2017, Henrike Post