IX. Leitlinien und Projekte

Die jeweils erste Leitlinie und gleichzeitig den Schwerpunkt des Programms stellte im ersten Bericht die Vernetzung und Bekanntmachung der Branche, im zweiten die finanzielle Selbstständigkeit und die Entwicklung eines Innovationsprogramms dar. Die restlichen vier Leitlinien des ersten Programms wurden in das zweite integriert und um einen Punkt erweitert. Insgesamt umfasst das aktuelle Regierungsprogramm 31 Projekte, wobei 15 Maßnahmen aus dem alten Programm übernommen wurden (siehe Abbildung Programm Waarde van Creatie):

Leitlinie 1: Vernetzung & Bekanntmachung , danach Eigenständigkeit & Innovationsprogramm

Leitlinie 2: Urheberschutz

Die Projekte zur Stärkung der Urheber stellen bereits bestehende Maßnahmen der verschiedenen Ministerien auf diesem Gebiet dar. Der Evaluierung des ersten Programms war zu entnehmen, dass aufgrund langwieriger und komplizierter Absprachen mit der EU-Kommission und weiterer juristischer Untersuchungen noch kein Ergebnis rund um die Urheberrechtsfragen zu Stande gekommen sei. [41]

Leitlinie 3: Professionalisierung

Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit kultureller Einrichtungen ist seit Jahren ein Thema der Regierung. Neue Projekte konzentrieren sich bereits auf die Förderung der Professionalisierung im Bildungsbereich. Die Vermittlung wirtschaftlichen Know-hows für die künstlerische Studierendenschaft und die marktwirtschaftliche Denkweise von Dozenten wird durch Angebot geschult. Auch Unternehmen werden gezielt gefördert, indem Projekte initiiert wurden, die die Verbesserungen der arbeitsmarkt- und sozialrechtlichen Absicherungen von Kleinstunternehmen anstreben und bürokratische Hindernisse abzubauen versuchen. Auch ein Talentprogramm für kulturelle Führungskräfte wurde lanciert. Daneben richten sich Projekte auch an öffentlich geförderte Kultureinrichtungen, die finanzielle Unterstützung erfahren, wenn sie verstärkt unternehmerische Konzepte übernehmen und innovative Kooperationen mit der Wirtschaft eingehen. Schließlich wurde dieser Leitlinie auch ein mit 15,2 Millionen Euro ausgestattetes Projekt einer wissenschaftlichen Forschungseinrichtung zugerechnet, welches die Zusammenarbeit des Sektors mit F&R-Einrichtungen unterstützen wird. [42]

Leitlinie 4: Internationalisierung

Die Verbesserung des Zuganges zu ausländischen Märkten und die Intensivierung des kulturell/kreativen Exports wird inzwischen durch das standardisierte Maßnahmenpaket für expandierende Unternehmen durch eine Mittlerorganisation des Wirtschaftsministeriums (Economische Voolrichtingsdienst, EVD) unterstützt. Das Projekt Dutch Design, Fashion & Architecture (Dutch DFA) kümmert sich hingegen speziell um die internationale Bekanntmachung der benannten Teilmärkte. Auch die Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeitnehmer soll verbessert, der Wissensaustausch auf EU-Ebene intensiviert und die Förderung touristischer Marketingziele respektive Vermarktungsstrategien ausgebaut werden. [43]

Leitlinie 5: Finanzmittel

Die Finanzierungs- und Kreditstrukturen der Branche werden verbessert und bestehende Instrumente der allgemeinen Wirtschaftsförderung an die Kleinteiligkeit der Creatieve Industrie angepasst. Die Attraktivität von Investorenfonds für nicht-technologische Unternehmen wird gesteigert. Außerdem wurden die Sektoren Künste und kulturelles Erbe dazu ermuntert, neben der staatlichen Förderung nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Die Rahmenbedingung für Unternehmen, die bereit sind in Kunst und Kultur zu investieren, werden verbessert und das Mäzenatentum mit einem speziellen Projekt stimuliert. [44]

Leitlinie 6: Infrastruktur

Die Verbesserung der digitalen und auch realen (kulturellen) Infrastruktur dient der Erhaltung und Verbesserung der Standortattraktivität der Orte. Die Erarbeitung regulatorischer Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung moderner Telekommunikationsnetze und die Schaffung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur gehören dazu, genau wie die Wiederbelebung alter industrieller Werksgelände, die zwischenzeitliche Nutzung historischer Gebäude oder die Aufwertung von Problemvierteln durch kreativ/kulturelle Interventionen im öffentlichen Raum. [45]


[41] Vgl. Ministerie van Economische Zaken (EZ)/Ministerie van Onderwijs, Cultuure en Wetenschap (OCW): Ons Creatieve Vermogen. Brief cultuur en economie, Kamsterstukken II 2004-2005, Den Haag 2005, S. 34-36; Ministerie van Economische Zaken (EZ)/Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap (OCW): Een brug tussen cultuur en economie. Evaluatie Programma voor de Creatieve Industrie, Zoetermeer 2008, S. 43; Ministerie van Economische Zaken (EZ)/Ministerie van Onderwijs, Cultuure en Wetenschap (OCW) (Hrsg.): Waarde van creatie. Brief cultuur en economie 2009, Den Haag 2009, S. 40.
[42] Vgl. Ministerie van Economische Zaken (EZ)/Ministerie van Onderwijs, Cultuure en Wetenschap (OCW): Ons Creatieve Vermogen. Brief cultuur en economie, Kamsterstukken II 2004-2005, Den Haag 2005, S. 40f.; EZ/OCW (2009), S. 41ff.; Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO): Creatieve Industrie, themabeschrijving, Den Haag 2008.
[43] Vgl. EZ/OCW (2005), S. 37-39; EZ/OCW (2009), S. 44f.; Ministerie van Buitenlandse Zaken (Minuza)/Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap (OCW): Grenzelose Kunst, Den Haag 2008, S. 17.
[44] Vgl. EZ/OCW (2005a), S. 32f.; EZ/OCW (2009), S. 46.
[45] Vgl. EZ/OCW (2009), S. 48f.

Autorin: Johanna Knott
Erstellt:
Februar 2011