Entwicklungszusammenarbeit seit 1945


XIV. Die Niederlande und der Sklavenhandel

In enger Verbindung zur Entwicklungszusammenarbeit mit Suriname steht die Vergangenheitspolitik der Niederlande. Nicht zuletzt wegen der engen und lebendigen Verbindung zwischen den beiden Ländern durch die zahlreichen Migranten ist die Aufarbeitung der Sklaverei und des Sklavenhandels zu einem wichtigen Thema geworden. Für die Surinamer in den Niederlanden bedeutet die Aufarbeitung Identitätsstiftung und Emanzipation jenseits des Klischees vom Drogenschmuggler. Für die Niederlande bedeutet sie ein Zurechtrücken des Selbstbilds und motiviert möglicherweise zu einer Entwicklungszusammenarbeit auf symbolisch-kultureller Ebene.

Begräbnis eines Plantagensklaven
Beerdigung eines Plantagensklaven, Quelle: Tropenmuseum of the Royal Tropical Institute (KIT)/cc-by-sa

Die Ketten sind gebrochen

Der 1. Juli ist in Suriname nationaler Feiertag: unter der Bezeichnung Keti Koti, die Ketten sind gebrochen, wird der Abschaffung der Sklaverei am 1. Juli 1863 gedacht. Damals erhielten in Suriname 33.000 Menschen ihre Freiheit, auf den Antillen waren es 12.000. Nicht nur die Sklaverei war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ebenso war es der niederländische Anteil am Sklavenhandel: 500.000 Menschen, das waren fünf Prozent der zehn Millionen Afrikaner, die zwischen 1560 und 1866 verschleppt wurden.

1999 hat die "Landelijke Platform Slavernijverleden" (LPS) die Initiative für ein "Nationaal Monument Nederlands Slavernijverleden" (Nationales Denkmal niederländische Sklavereivergangenheit) ergriffen. Am 1. Juli 2002 wurde in Anwesenheit von Königin Beatrix das statische Denkmal im Oosterpark in Amsterdam eingeweiht. Ein Jahr später eröffnete am Gedenktag zur Abschaffung der Sklaverei der dynamische Teil des Denkmals, das "Nationaal Instituut Nederlands Slavernijverleden en Erfenis" (NiNsee).

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Dezember 2004


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Everts, Ph.P. (Hrsg.): Controversies at Home. Domestic Factors in the Foreign Policy of the Netherlands. Dordrecht/Boston/Lancaster 1985.

Hoebink, P.: Of Merchants and Ministers. A Short History of the Foreign Aid Programme of the Netherlands, in: Schuurman, F.J. (Hrsg.): Current Issues in Development Studies. Global Aspects of Agency and Structure, Saarbrücken 1994, 125-156.

Reef, J.: Die Niederlande im internationalen System. Fallstudien zum Einfluss eines Kleinstaates, Münster 1995.

Baehr, P.R.: Problems of Aid Conditionality. The Netherlands and Indonesia, in: Third World Quarterly 18 (1997), 363-376.

Personen

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Links

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Nationaal Instituut Nederlands Slavernijverleden en Erfenis NINSEE


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