Entwicklungszusammenarbeit seit 1945


XXXI. International gesehen: Die Niederlande in multilateralen Organisationen

Die Official Development Assistance im Vergleich

Laut OECD-Bericht gaben die Niederlande im Jahr 2006 insgesamt 5,45 Milliarden US-Dollar für die öffentliche Entwicklungshilfe aus, die Bundesrepublik Deutschland 10,43 Milliarden. Deutschland erreichte damit nur 0,36 Prozent des Bruttosozialprodukts, die Niederlande jedoch 0,8 Prozent. Am 11. November 2008 bestätigten die Minister für Entwicklungszusammenarbeit in Brüssel ihre Absprache, die Ausgaben der Europäischen Union für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2010 auf 0,56 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen, und schließlich bis 2015 auf 0,7 Prozent. Allerdings gaben die derzeitigen EU-15 zum ersten Mal seit Jahren weniger Geld für die Entwicklungszusammenarbeit aus, nämlich im Schnitt nur 0,38 Prozent des Bruttosozialprodukts. Vor allem die Gründungsländer Frankreich, Deutschland und Italien, aber auch Großbritannien blieben darunter. Zu der Zeit erreichten neben den Niederlanden nur Schweden, Dänemark und Luxemburg die vereinbarte Norm.

Vor diesem Hintergrund kritisierte der niederländische Minister Bert Koenders in seiner Rede auf der internationalen Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt im August 2008 die großen Länder (also die high-income economies). Es sei bedenklich, dass nur die USA und Großbritannien – in absoluten Zahlen – mehr Geld als die Niederlande in den Kampf gegen die Aids-Epidemie investierten. Gemessen an den Pro-Kopf-Ausgaben lägen die Niederlande auch bei der Bekämpfung von Aids/Hiv weltweit vorne.

Die Niederlande in OECD und UN

In der OECD führt das Development Assistance Committee (DAC) so genannte Peer Reviews der Entwicklungszusammenarbeit seiner Mitgliedsländer durch, das heißt eine Überprüfung von Fachleuten. 2006 evaluierten Japan und Schweden die Niederlande und kamen zu dem Schluss: Die Niederlande sind eines der großzügigsten Geberländer der Welt. Das DAC hob besonders hervor, dass die Niederlande der Frage der Qualität von Entwicklungshilfe große Aufmerksamkeit widmen. Außerdem verwiesen die Prüfer auf das gute Beispiel der Niederlande, die innovativ vorgingen, um Hilfe so anzupassen, dass die Empfängerländer eine eigene Entwicklungsagenda ausloten können. Innerhalb der UNO ist die Entwicklungs-Expertise der Niederlande weiterhin gefragt. 2006 wurde Hans Opschoor, Professor für nachhaltige Entwicklungsökonomie am Institute of Social Studies in Den Haag, als Mitglied ins Committe for Development Policy berufen.

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Januar 2009
Aktualisiert: Februar 2018, Henrike Post


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Everts, Ph.P. (Hrsg.): Controversies at Home. Domestic Factors in the Foreign Policy of the Netherlands. Dordrecht/Boston/Lancaster 1985.

Hoebink, P.: Of Merchants and Ministers. A Short History of the Foreign Aid Programme of the Netherlands, in: Schuurman, F.J. (Hrsg.): Current Issues in Development Studies. Global Aspects of Agency and Structure, Saarbrücken 1994, 125-156.

Reef, J.: Die Niederlande im internationalen System. Fallstudien zum Einfluss eines Kleinstaates, Münster 1995.

Baehr, P.R.: Problems of Aid Conditionality. The Netherlands and Indonesia, in: Third World Quarterly 18 (1997), 363-376.

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