XVII. Kommentar: Public-Private-Partnership als neues entwicklungspolitisches Instrument

Niederländische Unternehmer, die in Entwicklungsländern tätig sind, können genau beschreiben, in welchen Feldern sie Unterstützung benötigen: bei der Risikoabdeckung, bei Marktstudien, bei interkulturellen Verhandlungen und bei der Suche nach lokalen Partnern. Zu großen Teilen kommen ihnen die Kooperationsprogramme der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit entgegen, wie sie seit den 1960er Jahren bestehen: „Unternehmerprogramme in ungefähr 30 Entwicklungsländern helfen den Unternehmern mit Subventionen für das Anknüpfen von Geschäftskontakten auf die Sprünge. Außerdem gibt es Exportsubventionen für Kapitalgüter wie medizinische Apparate, Schiffe und Wasseranlagen. Für ergänzende Finanzierung können Betriebe sich an die Entwicklungsbank FMO wenden.“

Forderung nach einfacheren Regeln

Die Unternehmer fordern jedoch einfachere Regeln und kürzere Verfahren bei der Subventionsvergabe – und mehr Partnerländer in Lateinamerika, wo zurzeit die besten Chancen liegen. Trotz Subventionen sprechen die Gesetze des Marktes eben gegen Investitionen in Konfliktzonen wie Eritrea oder Sudan. Fachleute kritisieren zudem, dass bei der Subventionierung das Profitdenken eine große Rolle spielt, Umwelt- und Arbeitsbedingungen aber vernachlässigt werden. Daher gibt es Vorschläge, die Funktion des Staates auf die eines Maklers zu beschränken. Public-private-partnership soll im Gegensatz dazu ein Instrument sein, bei dem die Unternehmen nicht auf  Vorstandsvorsitzender P. Bakker 2001 auf die Idee kam, die logistische Expertise von TPG für die Lebensmittelverteilung des World Food Programme (WFP) der UNO einzusetzen. Die Zusammenarbeit kostete TPG jährlich fünf Millionen Euro und bringt dem WFP jährlich 22 Millionen Euro ein. Der Gewinn für das Unternehmen ist vorrangig ideeller Natur und liegt in der Profilbildung und Öffentlichkeitswirkung, wie der Vorstandsvorsitzende beschreibt: „Das ist ein gutes Gefühl. Wir sehen, dass wir Menschen helfen. Wir sind stolzer auf unsere Firma geworden. Das ist gut für den Betrieb und für die Kunden.“

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Dezember 2004
Aktualisiert: Februar 2018, Henrike Post