XXIX. Neue Partnerschaften: Austausch von Wissen und Ressourcen

Der Akkoord van Schokland - Die Bündelung öffentlicher und privater Initiativen

Am 30. Juni 2007 unterzeichneten Vertreter der Regierung zusammen mit Vertretern von Betrieben, Organisationen, Bildungseinrichtungen und Privatleuten das Abkommen von Schokland, um die Milleniumsziele besser und schneller zu erreichen. Der Schokland-Fonds stellte 50 Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren (2008-2012) zur Verfügung. Dieser Austausch begann auch mit neuen Instrumenten in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Nationale Commissie voor Internationale Samenwerking en Duurzame Ontwikkeling (NCDO) publizierte zusammen mit der Organisation Wilde Ganzen das Magazin „P!“, das über nicht-staatliche Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit berichtet und zur Nachahmung anregen soll. Seit 2008 ist auch das Handbuch „Eerste Hulp bij Ontwikkelingswerk. Handboek voor doe-het-zelf Ontwikkelingswerkers“ der Journalistin Mirjam Vossen im Handel, dessen Publikation ebenfalls von der NCDO unterstützt wurde.

Aufmerksamkeit erhält in diesem Zusammenhang die seit 1978 bestehende Organisation Programma uitzending managers (PUM), die den Austausch von Experten in Entwicklungsländer fördert. Daneben stehen jüngere Initiativen: Die Maastricht School of Management hat zusammen mit dem Eastern and Southern African Management Institute (EASMI) den „Round Table Africa“ ins Leben gerufen worden, um Großunternehmen, lokale Betriebe und die Politik an einen Tisch zu bringen. Die niederländische Regierung arbeitet unter anderem mit Ärzteverbänden, Nichtregierungsorganisationen und der pharmazeutischen Industrie daran die Müttersterblichkeit zu senken, und investiert zusammen mit dem Energieversorger Nuon in nachhaltige Energie für Afrika.

Wissenschaftlich begleitet wird diese Umorientierung der Entwicklungszusammenarbeit, die verstärkt auf Partnerschaft mit unterschiedlichen Akteuren in der Zivilgesellschaft setzt, zum Beispiel von der IS-Akademie, einer Kooperation des Außenministeriums mit externen Forschern. 2008 veröffentlichte die Akademie den Sammelband „Heilige huisjes. Anders kijken naar internationale samenwerking“.

Veteranen auf Entwicklungsmission

Zusammen mit der NCDO hat die Stichting Veteraneninstituut (SVi) erforscht, in welchem Maßstab und in welcher Form ehemalige Soldaten die Initiative ergreifen, in ihrem ehemaligen Entsendungsgebiet Entwicklungsprojekte durchzuführen – vom Waisenhaus in Indonesien bis zur Schule in Bosnien. Am 2. Juni 2008 übergaben die beiden Organisationen ihren offiziellen Bericht an den Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Jack de Vries.

Die beiden Autoren, Fred Lardenoye und Rein Bijkerk, schließen ihren Bericht mit sieben Empfehlungen. Vier davon beziehen sich auf die Praxis: der Ausbau eines Netzwerks untereinander, die Übergabe laufender Projekte an jüngere Veteranen, die Erleichterung von Projekten durch die beteiligen Institutionen (Verteidigungsministerium, SVi und NCDO), sowie die Anpassung von Förderungsregeln. Zwei Empfehlungen beziehen sich auf die Motivation der Veteranen: die Anbindung des Engagements an bestehende zivile Initiativen wie PUM (Programm uitzending managers), IDEA (Aussendung von Reserveoffizieren in der Civil Military Cooperation) und die War Trauma Foundation, sowie eine bessere Nachsorge bei der Verarbeitung (traumatischer) Kriegserlebnisse durch das Verteidigungsministerium.

Insgesamt endet der Bericht auf einer positiven Note: Der Brückenschlag von der Verteidigung zur Entwicklungshilfe sei eine Chance, die genutzt werden müsse. Im November 2008 wurde die Studie „Veteranen met een missie. Humanitaire initiativen door oud-militairen in voormalige uitzendgebieden“ auch als Buch veröffentlicht, inklusive Ratschlägen für die Praxis. Auf der Website des Projekts können sich weiterhin Veteranen zu Wort melden, ihre Projekte beschreiben und professionelle Unterstützung anfragen. In der Projektdatenbank sind Details von insgesamt 27 Projekten veröffentlicht, davon jeweils fünf in den ehemaligen Kolonien Indonesien und Papua, sowie sechs in Bosnien-Herzegowina.

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Januar 2009
Aktualisiert: Februar 2018, Henrike Post