XX. Das Gütezeichen Max Havelaar

Gegen Ende der 1960er Jahre verband sich das Anliegen der zahlreichen Dritte-Welt-Gruppen, die Öffentlichkeit für die Entwicklungsproblematik zu sensibilisieren, mit der Idee des gerechten Handels. Aus der Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der Verhandlungen innerhalb der UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) entsprang die Idee der Dritte-Welt-Läden. Der Erste in den Niederlanden wurde 1969 eröffnet, mittlerweile gibt es davon über 400 in den Niederlanden.

Im Lauf der Zeit entwickelten sich diese Bestrebungen weiter, die Frage des fair trade aus dem Nischendasein herauszuholen und mehr Verbraucher zu erreichen, also statt über Spenden oder Wählerstimmen die Handelsbeziehungen über den Geldbeutel umzugestalten. Die Handelsmarke Max Havelaar findet sich deshalb auch im Angebot normaler Supermärkte in den Niederlanden, in Dänemark, Norwegen und der Schweiz. Der Name entspricht dem Titel eines Romans von Multatuli (Pseudonym für Eduard Douwes Dekker). Der niederländische Autor wandte sich im 19. Jahrhundert gegen die Ausbeutung der Indonesier für die Produktion von Kolonialprodukten. Daran anknüpfend, garantiert Max Havelaar heute den kleinen Herstellern in den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Erzeugnisse. Die Produktpalette umfasst Kaffee, Tee, Bananen, Kakao, Orangen- und Fruchtsaft und Honig. Im Jahr 2000 hat der Handel von Produkten mit dem Max-Havelaar-Label den Bauern in Entwicklungsländern fast zwölf Millionen Gulden zusätzliches Einkommen erbracht.

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Dezember 2004
Aktualisiert: Februar 2018, Henrike Post