XXII. Internationale Standards für die Entwicklungshilfe (ODA-Kriterien)

Die internationalen Organisationen nutzten den Beginn der zweiten Entwicklungsdekade der UNO 1970, um internationale Standards für die Entwicklungshilfe festzuzurren. Das Development Assistance Committee (DAC) der OECD definierte 1970 die Kriterien von  (ODA): diese umfasst die Mittel, die von staatlichen Stellen, einschließlich der Länder, Gemeinden und deren Vertretungen, an Entwicklungsländer und multilaterale Einrichtungen fließen und dann für die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern eingesetzt werden. Die Vergabe dieser Mittel muss grundsätzlich zu vergünstigten Bedingungen erfolgen, also unter dem Zinssatz und der Laufzeit von Darlehen und Krediten am freien Markt liegen. Gleichzeitig forderte die UNO, dass die Industrieländer ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die ODA zur Verfügung stellen sollten.

1 Prozent des BIP für ODA

Die Niederlande hatten sich schon während der sechziger Jahre in diese Richtung bewegt. 1960 betrugen die Netto-Zuflüsse zur ODA nur 0,31 % (bei einem DAC-Durchschnitt von 0,52 %), 1970 waren sie auf 0,63 % angewachsen (DAC-Durchschnitt 0,34 %). Dann setzte Minister B.J. Udink durch, dass der Forderung der UNO entsprochen und bei der Festlegung des staatlichen Haushalts automatisch 1 % des Bruttoinlandsprodukts der ODA gewidmet wurden. 1975 erreichte Minister J.P. Pronk eine Anhebung auf 1,5 %. Damit zählten die Niederlande neben Norwegen und Schweden zu den einzigen Industrieländern, die der Forderung der Weltgemeinschaft entsprachen.

Autorin: Esther Helena Arens
Erstellt: Dezember 2004
Aktualisiert: Februar 2018, Henrike Post