XXVI. Anerkennungskomitee

In den meisten westlichen Staaten wurde im Lauf der 1960er Jahren eine Freundschaftsvereinigung oder ein Komitee für die Anerkennung der DDR gegründet. Die Komitees wurden ab 1968 durch die DDR über das in Helsinki stationierte internationale Anerkennungskomitee koordiniert. In den Niederlanden existierte lange Zeit kein solches Komitee, da die Initiatoren in den anderen Ländern, die Kommunisten, in den Niederlanden keine entsprechenden Schritte einleiteten. Die CPN hatte sich seit Beginn der sechziger Jahre mit der SED entzweit. Ende 1960 bot sich die PSP als Alternative an: 1968 versuchten einige PSPler zusammen mit einer Zahl linker protestantischer Studenten ein niederländisches Anerkennungskomitee einzurichten, das zu dem Zeitpunkt noch Vriendenkring Nederland-DDR (Freundschaftskreis Niederlande-DDR) hieß. Nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei legten die Initiatoren das Projekt jedoch auf Eis. 1970 wurde erneut ein Versuch unternommen: am 12. Dezember wurde in Amsterdam das „Nederlands Komitee voor de erkenning van de DDR“ (Niederländisches Komitee für die Anerkennung der DDR) gegründet. Das Komitee war jedoch nicht erfolgreich. Die Leitung und der Mitgliederbestand rekrutierte sich aus sehr kleinen linken Gruppierungen wie der PSP und der links-protestantischen Nederlandse Christen-Studentenvereniging. Ferner hat es keinen registrierbaren Einfluss auf den Inhalt der niederländischen Anerkennungsdebatte besessen, geschweige denn auf deren Resultat. Im Grunde genommen kam es kurzweg zu spät. Durch die neue Ostpolitik Willy Brandts vertrocknete der Nährboden für die niederländische Anerkennungsbewegung. Da nun auch die Bundesrepublik zu einer Anerkennung der DDR tendierte, entfiel die Notwendigkeit für die Niederlande, für sie in die Bresche zu springen.


Autor: Dr. Jacco Pekelder
Erstellt: Mai 2004