VII. Der Kampf um Anerkennung. Ehemalige Zwangsarbeiter aus den Niederlanden* - Teil 1

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es in den Niederlanden erneut zu gesellschaftlicher Aufregung über den Krieg. Dabei standen das vergessene Kriegsleid und die vergessenen Kriegsopfer im Mittelpunkt. [1] Vergessenes Kriegsleid – damit waren unter anderem das mangelhafte Interesse an psychischem Kriegsleid und unzureichende Kompensation für bestimmte Gruppen gemeint, aber auch der herzlose Empfang, der Hunderttausenden von Niederländern bei ihrer Rückkehr in die Niederlande bereitet wurde. Zu den vergessenen Kriegsopfern gehörten unter anderem Zigeuner, Homosexuelle und die Hunderttausenden, die während des Dritten Reiches in Deutschland gearbeitet hatten. Dieser Aufsatz widmet sich dem Schicksal der letztgenannten Gruppe [2],  die ihren Status als Kriegsopfer anerkannt wissen wollte. Schon die Überschriften der zahlreichen Zeitungsartikel aus dieser Zeit sprechen Bände: „Auch wir sind Opfer des Krieges“ (Het Parool, 21.04.1993); „Ehemalige Zwangsarbeiter wollen Anerkennung“ (NRC, 07.11.1994); „Der vergessene Krieg der Deutschlandgänger“ (De Volkskrant, 11.05.1996); „Zwangsarbeiter warten auf eine symbolische Geste“ (Trouw, 08.12.1998); „Das große Schweigen“ (Het Parool, 12.12.1998) [3].

Ist dieses Gefühl der Vernachlässigung, Verleugnung und zuweilen sogar Verbitterung berechtigt? Zur Beantwortung dieser Frage soll im folgenden näher auf den niederländischen Arbeitseinsatz eingegangen werden: Wie viele Niederländer sind nach Deutschland gegangen, auf welche Art und Weise sind sie nach Deutschland geholt worden, wie ist es ihnen in Deutschland ergangen, welche Pläne lagen bereit, um die niederländischen Arbeiter nach dem Krieg zurückzuholen, wie ist die Rückkehr verlaufen, und wie war der Empfang in der niederländischen Gesellschaft? Im Rahmen eines Aufsatzes kann dies freilich nur in Form einer kurzen Übersicht über die gesamte Problematik geschehen.

Der Arbeitseinsatz

Es gibt keine genauen Angaben über die Zahl der niederländischen Arbeiter in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Das Kriegschaos und besonders das Chaos des letzten Kriegsjahres machen es unmöglich, die genauen Zahlen zu rekonstruieren. Aber auch die Schätzungen verdeutlichen, daß es sich um ein Phänomen von ungeheurem Ausmaß handelte. Von den insgesamt ca. 3 Millionen berufstätigen Menschen haben wahrscheinlich zwischen 1940 und 1945 mehr als 600.000 Niederländer in Deutschland gearbeitet. [4]  In manchen Berufssparten wie dem Bau- und Metallgewerbe hat ungefähr ein Drittel der berufstätigen niederländischen Bevölkerung in Deutschland gearbeitet, und für bestimmte Jahrgänge trifft dies sogar auf die Mehrheit zu.

Der Arbeitseinsatz in Deutschland begann bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. In den Niederlanden herrschte in den dreißiger Jahren Massenarbeitslosigkeit, während in Deutschland – im Rahmen der Kriegsvorbereitungen – ein zunehmender Bedarf an Arbeitskräften zu verzeichnen war. Die niederländischen Behörden förderten eine Arbeitsaufnahme in Deutschland geradezu, denn dies bedeutete eine Entlastung für die sozialen Einrichtungen. So arbeiteten 1938, einschließlich der traditionellen Grenzarbeiter, 40.000 Niederländer in Deutschland. Der niederländische Staat sparte hierdurch Millionen an Subventionen. Der Diplomingenieur R.A. Verwey, Direktor des Rijksdienst der Werkloosheidsverzekering en Arbeidsbemiddeling, nannte dies 1938 „eine große Erleichterung für die Niederlande.“ [5]

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939, und mit dem Amtsantritt des Sozialdemokraten Jan van den Tempel als Sozialminister, ließen die niederländischen Aktivitäten zur Arbeitsvermittlung nach Deutschland nach, aber unmittelbar nach der Besatzung im Mai 1940 wurde die Kampagne für eine Arbeitsaufnahme in Deutschland wieder angekurbelt. Erneut richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Arbeitslosen. Dabei wurde zunehmend administrativer Druck auf sie ausgeübt, indem beispielsweise ihre Unterstützung ausgesetzt wurde, wenn sie eine Arbeit in Deutschland ablehnten. Das ging so weit, daß die höchsten niederländischen Beamten im besetzten Gebiet, die Generalsekretäre, im August 1940 auch von Kirchen und privaten Einrichtungen verlangten, Menschen, die sich weigerten, in Deutschland zu arbeiten, nicht zu unterstützen. [6] So stieg die Zahl der Niederländer, die in Deutschland arbeiteten, im Frühjahr 1942 auf 227.000.

Im Frühjahr 1942 änderte sich die deutsche Wirtschaftspolitik. Die Kriegsproduktion erhielt absoluten Vorrang. Statt Aufträge an Fabriken in den besetzten Gebieten zu vergeben, wurde die Produktion in Deutschland konzentriert und Arbeit ‚importiert‘. In den Niederlanden wurde die Nederlandse Arbeidsfront gegründet und die Zwangsarbeit eingeführt. Von nun an war Arbeitsverweigerung strafbar. Darüber hinaus richtete sich das Interesse nun auch auf Arbeiter, die in niederländischen Betrieben tätig waren. Ganze Wirtschaftszweige wurden durchgekämmt, und alle Arbeiter, die eine Tätigkeit ausführten, die nicht der deutschen Kriegsanstrengung diente, konnten einen Aufruf zur Arbeit in Deutschland erhalten. So gingen bis April 1943 noch einmal 163.000 Niederländer in Richtung Deutschland. Immer mehr Männer begannen jedoch, sich dem Arbeitseinsatz zu entziehen, indem sie untertauchten. Darum entschieden sich die deutschen Behörden für ein noch radikaleres Vorgehen. Im April 1943 erhielten alle Niederländer, die 1939/1940 mobilisiert worden waren, einen Aufruf, sich zu melden. Die deutschen Machthaber hofften auf diese Weise, mit einem Schlag über mehrere hunderttausend junge Männer für die deutsche Kriegswirtschaft verfügen zu können. Diese Maßnahme führte zu einem massenhaften Widerstand. Es folgten Streiks, und Zehntausende tauchten unter.

Dies führte auf deutscher Seite zu einem noch härteren Auftreten, und schließlich griff man nach dem Mittel der Razzia, um die benötigten Arbeiter zu beschaffen. Die größte Razzia, bei der mehr als 50.000 Männer verhaftet und deportiert wurden, fand im November 1944 in Rotterdam statt. Pläne, bei einem weiteren Rückzug des deutschen Heers noch einmal Hunderttausende von niederländischen Männern mitzunehmen, um so zu verhindern, daß diese die alliierten Armeen verstärkten, lagen Ende 1944 bereit, wurden jedoch nie realisiert.

Die meisten niederländischen Arbeiter erhielten einen Jahresvertrag, aber es gab auch häufig Abweichungen hiervon. So erhielten einige nur einen Vertrag für wenige Monate, andere wiederum einen Vertrag für unbestimmte Zeit. Die Zwangsarbeiter wurden über weite Teile des von Deutschland besetzten Europas verteilt. Ihre Erfahrungen waren sehr unterschiedlich. [7] Viele wurden gut behandelt, erhielten Lohn, wurden bei Krankheit nach Hause geschickt und kehrten nach dem Ende ihres Vertrages problemlos in die Niederlande zurück.

Daß das Leben einfach weiter ging, verdeutlicht auch die Tatsache, daß mehrere tausend niederländische Arbeiter während des Krieges oder kurz danach deutsche Frauen heirateten. [8] Alle Zwangsarbeiter haben die Kriegserfahrungen der deutschen Bevölkerung geteilt. Die Arbeiter befanden sich oft in Industriezentren und großen Städten (alleine in Berlin gab es schätzungsweise 40.000 Niederländer) und haben die Bombardements miterlebt. Bei Kriegsende waren Zehntausende – gemeinsam mit den Deutschen – unterwegs und bildeten Teile der großen Flüchtlingsströme, die nach Westen zogen. Aber es gab auch viel Elend: schlechte Unterbringung, schlechte Ernährung, eine barbarische Zucht mit strengen Strafen sowie Mißhandlungen und Arbeit bis zur völligen Erschöpfung. Ein bekanntes Beispiel ist das berüchtigte Lager Rees, kurz hinter der Grenze bei Bocholt am Niederrhein. Hier mußten 3.000 Niederländer im Winter 1944/45 Verteidigungsanlagen graben. Aufgrund von Unterernährung, schlechter Behandlung und Erschöpfung starben Hunderte von Menschen. [9] Vielen froren Zehen, Finger oder ganze Gliedmaßen ab. Und die Erlebnisse in Rees stehen nicht alleine da. Es gibt unzählige Orte, an denen niederländische Arbeiter Ähnliches erlebten.

Schon vor Kriegsende sank die Zahl niederländischer Arbeiter in Deutschland rasch. Die Verträge liefen aus, und die Menschen kehrten legal in die Niederlande zurück. In der zweiten Hälfte des Jahres 1944 waren mehr als 35.000 niederländische Arbeiter in Frankreich und Belgien befreit worden, wo sie zumeist am Atlantikwall gearbeitet hatten. Einer großen, aber nicht bekannten Zahl von ihnen gelang es im zunehmenden Chaos der letzten Kriegsmonate, illegal in die Niederlande zurückzukehren. Zwischen 24.500 und 29.000 Arbeiter sind in Deutschland gestorben. Wie viele davon eines natürlichen Todes starben und wie viele durch schlechte Behandlung, Bombardierungen oder andere Gefechtshandlungen ums Leben gekommen sind, läßt sich ebenfalls nicht mehr ermitteln. [10] Dies bedeutete, daß sich Anfang 1945 schätzungsweise noch rund 300.000 niederländische Zwangsarbeiter in Deutschland befanden, die in den meisten Fällen so schnell wie möglich in ihr Heimatland zurückkehren wollten.

Die Vorbereitungen der westlichen Alliierten

Die westlichen Alliierten, die im Juni 1944 an den Stränden der Normandie landeten, waren über das Problem informiert. [11] Ab April 1943 hatte ein militärischer Stab unter der Leitung des britischen Generals Frederick Morgan die Pläne für die Invasion Europas vorbereitet. Die Planer wußten, daß sie mit einer riesigen Masse von Displaced Persons (im damaligen Jargon: DP’s) konfrontiert werden würden. Sie rechneten mit 11 Millionen nicht-deutscher DP’s in Westeuropa, zuzüglich der Millionen deutscher Flüchtlinge. Sie wußten auch, daß derartige Menschenmassen riesige Probleme verursachen konnten. Die Alliierten fürchteten besonders zwei Probleme. An erster Stelle stand die Furcht vor dem Chaos. Morgan war im Mai und Juni des Jahres 1940 Kommandant in Frankreich gewesen und war dort mit Hunderttausenden von Flüchtlingen konfrontiert worden, die die militärischen Operationen stark erschwert hatten. Auch aus dem befreiten Gebiet in Süditalien, wo es im Frontgebiet keine Organisation zum Auffangen von Zivilisten gab, kamen beunruhigende Berichte, in denen von „widespread and predatory civilian nomadism“ [12]  die Rede war. An zweiter Stelle stand die Furcht vor Epidemien, die auch auf die alliierten Truppen übergreifen könnten. Besonders große Angst hatte man vor Typhus, Ruhr und Tuberkulose. Um diese beiden Gefahren einzudämmen, fertigten Morgan und sein Stab einen Comprehensive administrative plan for the control and care of refugees an. [13]  Dieser Plan, der ein integraler Bestandteil der Operation Overlord – der Invasion in Westeuropa – war, lag im Mai 1944 fertig vor. Der Plan bestand im Kern aus vier Punkten.

1. So lange sich noch keine alliierten Soldaten vor Ort befanden, waren die deutschen Behörden für die DP’s verantwortlich. Von dem Augenblick an, in dem alliierte Soldaten vor Ort waren, übernahmen sie die Verantwor-tung.

2. Es galt eine sogenannte ‚standfast order‘, das heißt, daß niemand ohne Zustimmung der alliierten Soldaten den Aufenthaltsort wechseln durfte. Die Repatriierung sollte – wenn die militärische Lage dies zuließ – so schnell wie möglich beginnen. Praktisch wurde unterschieden zwischen Zwangsarbeitern, die in erster Linie als ein Ordnungsproblem betrachtet und daher schnell repatriiert wurden, und den Überlebenden der Konzentrationslager, die in erster Linie als ein Gesundheitsproblem galten, und die man daher zunächst in Quarantäne zu halten versuchte.

 3. Entlang geographischer Grenzen wie Flüssen oder Kanälen sollten so-genannte Barrières eingerichtet werden. Dort hoffte man die Menschenmas-sen unter Kontrolle zu bekommen. Auf Bitten der niederländischen Behörden verlief eine dieser Barrières entlang des Dortmund-Ems-Kanals. An diesen Barrières wurden auch die wichtigsten Assembly Centres eingerichtet, in denen die DP’s gesammelt wurden. Diese wurden möglichst nach Nationa-litäten aufgeschlüsselt. Das hatte in erster Linie praktische Gründe. Auf diese Art und Weise hatte man weniger Sprachprobleme, gab es keine Spannungen zwischen verschiedenen Nationalitäten, und hatte man die Menschen, die ein gemeinsames Reiseziel hatten, bereits zusammengefaßt.

 4.Die Exilregierungen erhielten die Verantwortung für den Empfang und die Aufnahme der DP’s auf ihrem eigenen Territorium, sobald die militäri-sche Lage dies gestattete. Für die Niederlande bedeutete das, daß die Militär-behörde für den Empfang an der Grenze, den Weitertransport nach Hause und die erste Aufnahme am Wohnort verantwortlich war.

Die Vorbereitungen der Sowjetunion

Auch den Sowjetbehörden war bewußt, daß die DP’s ein großes Problem darstellten. Ihre erste Sorge galt jedoch der Rückkehr von Millionen von Sowjetbürgern und Soldaten. [14] Hier ging es um insgesamt über 12 Millionen Menschen, von denen allerdings schließlich nur 5,5 Millionen den Krieg  überlebten. Allein mehr als 4 Millionen russische Kriegsgefangene starben an Hunger und Erschöpfung. Die Sorge um einige hunderttausend westeuropäische DP’s und angelsächsische Kriegsgefangene war dem aus der Sicht der Sowjetunion untergeordnet. Daher verlangte die sowjetische Führung zunächst von den Amerikanern und Engländern eine Garantie dafür, daß die Russen nach Hause geschickt werden sollten. Umgekehrt wollten auch die Amerikaner und Engländer Garantien dafür, daß ihre Kriegsgefangenen schnell nach Hause kamen. Die Grundsatzvereinbarungen wurden im Oktober und November 1944 getroffen. Die formalen Abkommen wurden dann im Februar 1945 auf der berühmten Konferenz von Jalta unterzeichnet. Die Russen erhielten die Garantie, daß Sowjetbürger und Kriegsgefangene aus dem gesamten Gebiet, das unter angelsächsische Militärverwaltung fiel, zurückgeschickt würden. Im Rahmen dieses Abkommens wurden ab März 1945 kleinere Gruppen von Menschen per Schiff über das Mittelmeer ausge-tauscht. Über diese Route sind auch mehr als 1.000 Niederländer von Odessa aus nach Marseille gefahren. Nach dem Aufeinandertreffen der alliierten Armeen an der Elbe und der Unterzeichnung eines Abkommens im belgi-schen Halle am 22. Mai konnte der Austausch über die Zonengrenze in Deutschland in großem Maßstab beginnen. Die Amerikaner und Engländer haben schließlich aus ihrer Zone mehr als 2 Millionen Sowjetbürger und Soldaten repatriiert. Umgekehrt haben die Russen Hunderttausende Franzosen, Belgier, Niederländer sowie britische und amerikanische Kriegsgefangene in den Westen repatriiert. Offiziellen russischen Zahlen zufolge sind mehr als 30.000 Niederländer über die Zonengrenze repatriiert worden. Das ist viel weniger als die Zahl der Niederländer, die sich in den letzten Kriegsmonaten in diesen Gebieten aufhielten. Der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, daß sehr viele Niederländer in den letzten Kriegsmonaten mit der deutschen Bevölkerung nach Westen zogen und so bei der amerikanischen oder englischen Armee landeten. Andere sind nach Ankunft der Russen auf eigene Initiative nach Westen gezogen. Zahlreichen Berichten zufolge hat dabei häufig eine Flasche Schnaps zur Bestechung oder ein bißchen Waghalsigkeit geholfen.


* Der Beitrag basiert auf dem Vortrag, den ich am 12. Februar 2003 am Zentrum für Niederlande-Studien gehalten habe. Er ist zudem erschienen in: Zentrum für Niederlande-Studien, Jahrbuch 14 (2003), Münster 2004.

[1] Diese Diskussion wird ausführlich beschrieben in M. Bossenbroek, De meelstreep – Terugkeer en opvang na de Tweede Wereldoorlog, Amsterdam 2002, S. 551–555. Das Buch von Bossenbroek ist im übrigen selbst ebenfalls ein Produkt der genannten gesellschaftlichen Aufregung.
[2] Die niederländische Debatte ist natürlich auch stark vom Zusammenbruch des Sowjet-Imperiums angefacht worden, nach dem die Diskussion über das Schicksal der Millionen von osteuropäischen Arbeitern im Dritten Reich einsetzte.
[3] Dies ist nur eine Auswahl aus Hunderten von Artikeln über dieses Thema in niederländischen Zeitungen und Zeitschriften. Eine systematische Suche ermöglicht die Internetsite http://www.krantenbank.nl. Eine treibende Kraft war dabei die 1987 ge­gründete Vereniging ex-Dwangarbeiders Nederland Tweede Wereldoorlog, bei der Aart Pontier zu den Initiatoren gehörte. Die Diskussion zog eine große Menge von Erinnerungsliteratur und wissenschaftlicher Literatur nach sich. Zu letzterer gehörte unter anderem die Neuauflage des Standardwerkes von 1990 über den Arbeitseinsatz von B. Sijes (siehe die Angabe in der nächsten Fußnote).
[4] B. Sijes, De Arbeidsinzet. De gedwongen arbeid van Nederlanders in Duitsland 1940–1945, ’s Gravenhage 1966, S. 623–625.
[5] Zitiert in ebd., S. 37.
[6] Ebd., S. 85 f.
[7] Viele dieser Erfahrungen sind in den großen Sammelbänden des ehemaligen Zwangsarbeiters Karel Volder aufgezeichnet worden: K. Volder, Werken in Duitsland, Amsterdam 1990, und Ders., Van Riga tot Rheinfelden, Amsterdam 1996. Ein gutes Bild der täglichen Lebensumstände niederländischer Arbeiter in Deutschland vermittelt auch J. ’t Hoen, Zwei Jahre Volkswagenwerk, Wolfsburg 2002.
[8] Zum schleppenden Umgang der niederländischen Behörden mit diesen Ehen nach Kriegsende siehe A. Beening, Eindrapport, Amsterdam 1999, S. 69–72; Bericht im Auftrag der Stichting Onderzoek Terugkeer en Opvang (SOTO), einzusehen im Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie (NIOD), Amsterdam.
[9] U.a. beschrieben in Volder (wie Anm. 7) S. 471–474.
[10] Bossenbroek (wie Anm. 7), S. 42 f.
[11] Zur Politik der angelsächsischen Invasionstruppen siehe M.J. Proudfoot, European refugees, 1939–1952 – a study in forced population movement, Evanston/Illinois 1956. Proudfoot war als Offizier mit der Planung und Ausführung der Politik der alliierten Soldaten befaßt.
[12] Public Record Office (PRO), Foreign Office (FO) 1052/6, some notes on refugee organisation in the field, ohne Datum (nach Anzio und vor der Normandie).
[13] PRO, FO 1052/10, The SHAEF outline plan, 4 June 1944.
[14] Eine Untersuchung auf der Grundlage der sowjetischen Archive fehlt. Die beste Einführung ist die Arbeit des britischen Historikers Nicolai Tolstoy: N. Tolstoy, Victims of Jalta, London 1977. Über die niederländische Situation siehe F.H. Postma, De repatriëring van Sovjetburgers uit Nederland: mythe of waarheid, in: Tijdschrift voor Geschiedenis 112 (2000), S. 1 und 30–48.

Autor: André Beening
Erstellt: Februar 2007