V. Die nationale Raumstruktur

Im Jahr 2012 verabschiedete das niederländische Parlament das Strukturleitbild für Infrastruktur und Raumordnung. In diesem wird die Raumstruktur aus Sicht des Staates beschrieben. Die Nota setzt Ziele des Landes, die der Staat bis 2040 erreichen will. Um dies zu schaffen, wird der Staat (bis zum Jahr 2028) an der Erhaltung und der Stärkung einer nationalen Raumstruktur arbeiten. Diese nationale Raumstruktur wird aus dreizehn Verantwortungsbereichen gebildet, für die sich der niederländische Staat einsetzen und in denen er Resultate aufweisen will. Die nationale Raumstruktur beschreibt also nicht den räumlichen Aufbau der Niederlande, sondern ist ein Bild der Struktur der Zukunft, für die der Staat Verantwortung übernimmt, um seine Ziele „wettbewerbsfähig, gut angebunden, lebenswert und sicher“ zu erreichen. In Verhandlungen über räumliche Projekte wird die niederländische Regierung diese Interessen verfolgen.

Die nationale Raumstruktur
Die nationale Raumstruktur

Die nationale Raumstruktur bildet die nationalen Interessen, die der Verantwortung des niederländischen Staates unterliegen, geographisch ab. Die diesbezügliche Karte stellt in Grundzügen dar, welche Gebiete und Strukturen im Zusammenhang mit den nationalen Zielen bezüglich Wettbewerbsfähigkeit, verkehrstechnischer Anbindung, Lebensqualität und Sicherheit von nationalem Interesse sind. Auf diese Weise entsteht das Bild einer kohärenten Grundstruktur.

Laut der Zusammenfassung des Strukturleitbilds für Infrastruktur und Raumordnung handelt es sich um dreizehn nationale Verantwortungsbereiche:

  1. Eine exzellente räumlich-ökonomische Struktur der Niederlande dank attraktiver Standortbedingungen für Unternehmen in den städtischen Regionen, die international gut angebunden sind und in denen sich die Topsektoren konzentrieren
  2. Raum für das primäre Energieversorgungsnetz und den Energiewandel
  3. Raum für das primäre Rohrleitungsnetz für den Transport von (Gefahr-)Stoffen
  4. Effiziente Nutzung des Untergrunds
  5. Ein solides primäres Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz zwischen den wichtigsten städtischen Regionen einschließlich der Hinterlandverbindungen
  6. Bessere Kapazitätsauslastung des bestehenden Mobilitätssystems
  7. Instandhaltung des primären Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetzes zur Gewährleistung eines funktionierenden Mobilitätssystems
  8. Verbesserung der Umweltqualität (Luft, Boden und Wasser), besserer Lärmschutz und ein verbessertes Umweltrisikomanagement
  9. Raum für Hochwasserschutz, nachhaltige Süßwasserversorgung und Rahmenbedingungen für eine klimaresistente Stadtentwicklung
  10. Raum für den Erhalt und die Stärkung einzigartiger (inter-)nationaler kulturhistorischer und natürlicher Werte
  11. Raum für ein nationales Netzwerk von Naturflächen für den Erhalt und die Entwicklung von Flora und Fauna
  12. Raum für Militärgebiete und militärische Aktivitäten
  13. Sorgfältige Abwägung und transparente Beschlussverfahren bei allen Raumordnungs- und Infrastrukturvorhaben

Autorin: Dagmar Keim
Erstellt: Oktober 2014