Freizeit - Kurzbeitrag


Keukenhof 2011: Blumenausstellung im Zeichen der deutsch-niederländischen Beziehungen

Wie kaum ein anderes Land sind die Niederlande für ihre Blumen bekannt. Rund 70 Prozent der weltweiten Blumenzwiebelproduktion stammt aus unserem Nachbarland. So verwundert es kaum, dass auch eine der bekanntesten Blumenausstellungen der Welt jährlich im niederländischen Lisse stattfindet. Was 1949 mit einer Freilandausstellung von Blumenzwiebelzüchtern  begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Touristenmagneten: Fast 45 Millionen Menschen besuchten den Keukenhof in den letzten Jahrzehnten. Auf einer Fläche von 32 ha bietet der Park seinen Besuchern Tausende von Tulpen-, Hyazinthen- und anderen Zwiebelblumenarten. Kostenlos wird der Park jährlich von rund 90 Hoflieferanten, die um den Preis für die schönste Blume und Präsentation wetteifern, mit Blumenzwiebeln versorgt.

Jedes Jahr steht ein anderes Land im Mittelpunkt der Ausstellung. 2011 ist sie Deutschland  gewidmet, dem Land, das nicht nur der führende Importeur von niederländischen Schnittblumen ist, sondern in den vergangenen Jahren auch die meisten ausländischen Besucher des Keukenhof  (2010 waren es  17% aller Gäste) stellte. Am 23. März wurde die Parkanlage von der deutschen Bundespräsidentengattin Bettina Wulff eröffnet, nach der bei dieser Gelegenheit eine Tulpe benannt wurde.



Gemäß dem Motto „Deutschland – Land der Dichter und Denker“ erwarten den Besucher auf einer 1,5 km langen Themenroute Informationstafeln mit Zitaten von deutschen Persönlichkeiten  wie Einstein, Marx oder Luther sowie Holzskulpturen der Komponisten Bach, Beethoven und Brahms. Der Walk of fame wird von Beeten und Blumenkübeln gesäumt, in denen Blumenarten zu finden sind, deren Namen einen Deutschland- oder Niederlandebezug haben. Neben den Tulpen „Für Elise“, „Berliner Flair“ und „Prinz Claus“ befindet sich dort auch die Blume „Winterberg“ – übrigens ein beliebtes Ausflugsziel unserer niederländischen Nachbarn. Ein besonderes Highlight der Themenroute stellt ein Blumen-Mosaik des Brandenburger Tors dar, für das in den vergangenen Monaten zehntausende Blumenzwiebeln gepflanzt wurden. Die letzte Blumenzwiebel des Mosaiks setzte im Oktober 2010 der deutsche Botschafter Heinz-Peter Behr ein, der sich besonders positiv über die Wahl des Motives äußerte:  „Das Brandenburger Tor steht wie kaum ein anderes Bauwerk für die deutsche Wiedervereinigung und damit auch für das neue Deutschland.“

Ganz im Zeichen der deutsch-niederländischen Beziehungen steht das Niederlande-Deutschland Experience Center. Hier erfährt der Besucher mehr über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Länder, die engen Wirtschaftsbeziehungen und die traditionellen Verbindungen zwischen dem niederländischen Königshaus und Deutschland. Ein besonderes Augenmerk des Pavillons liegt auf der legendären deutsch-niederländischen Fußballrivalität. Einen unterhaltsamen Überblick über die deutsch-niederländischen Beziehungen bietet ein 8-minütiger Film, der jedoch auch viele Klischees und Stereotype bedient. 

Auch in den zahlreichen Kunstobjekten, die im ganzen Park zu finden sind, lässt sich ein Themenbezug feststellen: Sie wurden in Anlehnung an das Goethe-Zitat „Erst in der Beschränkung zeigt sich der Meister“ ausgewählt. Eine enge deutsch-niederländische Kooperation spiegelt sich in den von Gartenarchitekten entworfenen Inspirationsgärten wider: Einer der Gärten wurde von den Machern der Bundesgartenschau gestaltet, die in diesem Jahr in Koblenz stattfindet. Im Gegenzug dazu ist der Keukenhof auch in Koblenz vertreten. 

Eine besondere Art der grenzüberschreitenden Beziehungen ist ein Geschenk des Keukenhof an Berlin. Bereits im Herbst des letzten Jahres wurden vor dem Brandenburger Tor 55.000 Blumenzwiebeln gepflanzt, die passend zum Staatsbesuch von Königin Beatrix in Deutschland im April 2011 ihre volle Pracht entfalten sollen.

Weitere Informationen (auch zu aktuellen Veranstaltungen) finden Sie auf der Homepage des Keukenhof.

Autorin: Christine Kausch
Erstellt:
April 2011


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