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Epke Jan Zonderland

*16. April 1986 in Lemmer - niederländischer Geräteturner

Epke Zonderland
Epke Zonderland, der fliegende Holländer bei Olympia 2012, Quelle: peetje2/cc-by-nc-sa

Epke Jan Zonderland wurde am 16. April 1986 in Lemmer geboren und wuchs als jüngster unter seinen Geschwistern Geeske, Herre und Johan auf. Er stammt aus einer Turnerfamilie: der Großvater war ein begaber Turner, die Eltern turnen ebenfalls und auch seine Geschwister (Schwester: Geeske (* 1981) Brüder: Herre (*1983) und Johan (*1984)) können in dieser Sportart Erfolge verzeichnen. Seine Brüder bewegten sich, so wie Epke auch, auf professioneller Ebene. Bis 2009 turnte Herre auf internationalem Niveau, sein Bruder Johan nahm zweimal an einer EM teil. Bei den beiden war jedoch nicht das außergewöhnliche Talent vorhanden, das Epke Zonderland auszeichnet.

Durch seine älteren Geschwister kam Epke Zonderland schon früh mit dem Turnen in Kontakt; Er begann mit vier Jahren. Da schon im jungen Alter sein Talent zu erkennen war, bekam er die Möglichkeit, einmal in der Woche beim nationalen Turnstützpunkt in Joure zu trainieren. Da dieser Stützpunkt jedoch geschlossen wurde, wurde bald eine Herrenmannschaft in Heerenven aufgebaut, in die er mit sechs Jahren einsteigt. Mit vierzehn Jahren nahm er an der Junioren-EM in Ljubljana teil und belegte im Mehrkampf den vierten, und bei der Kür am Reck den zweiten Platz. Seitdem hat er viele weitere Medaillen und Titel erworben. Da er jedoch Probleme mit der Schulter hat, muss er sich auf weniger Geräte beschränken, was er jedoch nicht als Nachteil sieht.

Epke Zonderland erlangte seit 2006 insgesamt 14 Worldcup-Titel, zuletzt in 2012 in Gent mit seiner bis dahin bei Worldcups höchsten Punktzahl von 16.400 Punkten. Bei den Europameisterschaften holte er ebenfalls diverse Titel: in Amsterdam 2007 den dritten Platz am Barren (15.400 Punkte), in Birmingham 2010 den zweiten Platz am Reck (15.575 Punkte), in Berlin 2011 den zweiten Platz am Barren (15.300 Punkte), ebenfalls in Berlin 2012 den ersten Platz am Reck (15.575 Punkte) sowie 2014 Gold und Bronze an Reck und Barren in Sofia. Auch an verschiedenen Weltmeisterschaften hat Epke Zonderland teilgenommen und Medaillen erlangt. In London 2009 belegte er den zweiten Platz am Reck (15.825 Punkte) und auch bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam 2010 kam er mit seiner Reckübung auf den zweiten Platz (16.033 Punkte). Anschließend turnte sich Zonderland 2013 und 2014 in Antwerpen und dem chinesischen Nanning zweimal hintereinander auf Platz eins und gewann Gold.

Epke Zonderland übte zusammen mit seinem Trainer Daniël Knibbeler die Dreifachflieger-Übung Cassina-Kovacs-Kolman ein. Diese turnte er fehlerfrei bei den Olympischen Spielen, die 2012 in London stattfanden. So belegt er den ersten Platz (16.533 Punkte) am Reck und holt das erste Olympiagold für niederländische Kunstturner seit 84 Jahren. Auch für das deutsche Publikum wird Epke Zonderland interessant, da er mit seinem Sieg den Deutschen Fabian Hambüchen auf Platz zwei verdrängte. Epke Zonderland ist der einzige, dem diese Übung Cassina-Kovacs-Kolman gelingt. Dennoch ist er nicht ganz zufrieden „Ich habe sogar ein bisschen was verschenkt.“, sagt er nach dem Sieg. Nach den Olympischen Spielen wurde er im August 2012 von der niederländischen Regierung zum Ritter des Ordens von Oranje-Nassau und ebenfalls als Ehrenbürger von Heerenveen ernannt.

Epke Zonderland gilt als einer der besten Turner der Welt. Dies hat ihm den Spitznamen „The flying Dutchman“ (dt.: „der fliegende Holländer“) eingebracht. Außerdem wurde er in den Jahren 2009, 2011 und 2012 in den Niederlanden zum Sportler des Jahres gewählt. Er unterscheidet sich von seinen Mitstreitern dadurch, dass er keine Angst vor den Wettkämpfen hat oder davor, etwas Neues auszuprobieren. Außerdem arbeitet er nicht nur mit seiner physischen sondern auch mit seiner psychischen Kraft: Zu jeder Wettkampfvorbereitung gehört bei ihm nicht nur dazu, die Turnübungen auszuführen, sondern auch, sich die Übungen genau durch den Kopf gehen zu lassen. Auch hat er ein gutes Raumgefühl, sodass er immer genau weiß, wo er sich befindet, wenn er seine Übungen ausführt. So kann er mehr Perfektion erlangen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sein Handeln aus eigenem Antrieb geschieht und er sich zu nichts gezwungen fühlt. Während der Wettkämpfe unterstützt ihn seine Familie – besonders sein Bruder Herre ist für ihn während seiner Küren wichtig – denn er hilft ihm, sich auf die Ausführung dieser zu konzentrieren.

Neben seiner Karriere als professioneller Turner studiert Epke Zonderland mit dem Berufsziel Chirurg Medizin an der Reichsuniversität Groningen. Für seine weitere Karriere als Turner hat er sich vorgenommen, das Beste aus sich rauszuholen. Er möchte „sein Programm weiter aufstocken und als erster Kunstturner am Königsgerät vier Flugteile hintereinander im Wettkampf zeigen“, wie er der niederländischen Tageszeitung Trouw Ende 2012 sagte. Außerdem möchte er an den nächsten Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen und sich für diese auch nach Möglichkeit mit der niederländischen Turnmannschaft qualifizieren.

Autorin: Maren Seifert
Erstellt: Januar 2013
Aktualisiert: Oktober 2014, Onlineredaktion


Links

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Weitere Informationen zum Turnen finden Sie in unserem Dossier Sportland Niederlande

Website des Athleten Epke Zonderland

Literatur

Alle bibliographischen Angaben der Rubrik Freizeit finden Sie unter Bibliographie


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