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Huub Stevens

*Sittard, 29. November 1953 - Fußballer, Trainer

Stevens HuubHuub Stevens im Jahr 2013, Quelle: Дмитрий Неймырок/cc-ba-sa

Der niederländische Fußballer und Fußballtrainer Hubertus Jozef Margaretha Stevens wird am 29. November 1953 im Herzen der niederländischen Provinz Limburg, in Sittard geboren. Die grenznahe Lage seines Geburtsorts – Sittard liegt nur unweit der deutsch-niederländischen Grenze – passt nahtlos zu dem in doppelter Hinsicht als Grenzgänger bekannten Stevens. Denn als Spieler und als Trainer gilt Stevens als eine Person, welche an die Grenzen geht in seinen Forderungen an sich selbst und seine Spieler und in seinem Verhalten auf dem Platz. Auch liegen die Stationen seiner Laufbahn sowohl auf der niederländischen als auch auf der deutschen Seite der Grenze. Stevens wächst als dritter von fünf Söhnen in einer Bergbauarbeiterfamilie auf.

Fußballspieler

Als er siebzehn ist, stirbt sein Vater bei einem Autounfall; die Familie kann sich jedoch nicht ihrer Trauer hingeben, sondern muss sich direkt darauf konzentrieren, über die Runden zu kommen. Stevens spielt damals schon in der ersten Mannschaft des Fortuna Sittard aus seiner Heimatstadt und er setzt seine spielerische Karriere unmittelbar fort. Nach sieben Jahren bei dem Verein aus Sittard wechselt Stevens zu PSV in Eindhoven, wo er als Verteidiger große Erfolge feiert. 1976 schafft er mit dem Einhovener Verein den doppelten Erfolg: PSV gewinnt sowohl die Liga als auch den niederländischen Pokal. 1978 wird erneut zweimal gefeiert, diesmal gewinnt PSV in einem Jahr die niederländische Liga und den UEFA-Pokal.

Durch seine Erfolge mit PSV macht Huub Stevens auch beim Stab der niederländischen Nationalmannschaft auf sich aufmerksam. Achtzehn Mal darf er als Nationalspieler antreten, größere Erfolge sollte er aber im Orange der Nationalmannschaft nicht erleben. Stevens bleibt bis zum Ende seiner Laufbahn als Spieler in Eindhoven und darf nach den großen Erfolgen der siebziger Jahre noch einmal feiern: 1986 wird der Verein aus Eindhoven wieder niederländischer Meister. Nach diesem Jahr muss Stevens seine Laufbahn als aktiver Spieler wegen anhaltender Verletzungen beenden. Er bleibt aber bei PSV, wo er nunmehr als Trainer der Vereinsjugend tätig wird. Seinem Namen als Haudegen macht er auch als Trainer alle Ehre, was ihm sogar den unschmeichelhaften Spitznamen 'Huub Hitler' einbringt. Als Spieler ist Stevens vorher auch nie als besonders sanftmütig bekannt gewesen, und auch als Trainer kann man noch regelmäßig beobachten, wie Stevens sich während der Spiele seiner Mannschaften sehr aufregt, was manchmal sogar dazu führt, dass er vom Schiedsrichter auf die Tribüne verwiesen werden muss.

Fußballtrainer

Nachdem er sieben Jahre als Jugendtrainer gearbeitet hat und zuletzt auch Vertreter des Trainers der ersten Mannschaft war, tritt Stevens bei Roda JC aus dem limburgischen Kerkrade in der Saison 1992-93 seine erste Stelle als Hauptverantwortlicher an. Trotz Schwierigkeiten mit mehreren Mitgliedern des Trainerstabs ist der Einstieg für Stevens sehr erfolgreich: in der ersten Saison kann er einen Abstieg aus der ersten Liga verhindern, bereits im Jahr darauf verpasst seine Mannschaft nur knapp einen Tabellenplatz, der zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigt hätte. Die Saison 1994-95 sollte eine der erfolgreichsten in er Vereinsgeschichte Roda JCs werden: man verliert in der Liga nur zwei Spiele und schließt die Saison als Tabellenzweiter ab.

Der Erfolg bei Roda JC wird auch in Deutschland bemerkt. Als in der darauffolgenden Saison Schalke 04 einen neuen Trainer sucht, findet Stevens sich bereit den Posten zu übernehmen. Es ist der Anfang einer erfolgreichen Ära für die Schalker und für Stevens. Bereits in der ersten Saison holen sich 'die Knappen' den UEFA-Pokal nach Gelsenkirchen. Stevens sollte auch bei Schalke nach fußballerischen Maßstäben sehr lange tätig sein, insgesamt fünf Jahre und sieben Monate. Unter seiner Führung erobert Schalke nach dem UEFA-Pokalsieg zweimal den DFB-Pokal und einmal den Liga-Pokal. Außerdem macht man sich in der Saison 2000-01 unsterblich als der 'Meister der Herzen'. Auf dramatische Weise geht die Meisterschaft dem Verein aus Gelsenkirchen verloren. Ein Treffer des FC Bayern München gegen den Hamburger SV zerstört in letzter Minute die Hoffnung der Schalker auf den Titel. Im Sommer 2002 verlässt Stevens dann den FC Schalke. Ein zweiter Versuch als Trainer in Schalke von 2011 bis 2012 wird hingegen mit einer Niederlagenserie und Stevens Beurlaubung enden.

Stevens wird zunächst jedoch Trainer bei Hertha BSC, verlässt Berlin aber nach nur einer Saison. Auch das folgende Amt als Trainer des FC Köln hat er nicht lange inne: zwar schafft man den Aufstieg in die Bundesliga, als aber seine Frau an Morbus Crohn erkrankt, will er nicht mehr in weiter Entfernung von seinem limburgischen Zuhause arbeiten. "Meine private Situation hat sich verschlimmert", so Stevens gegenüber dem kicker. Ab 2005 trainiert er deshalb wieder seinen Stammverein Roda JC in der Grenzstadt Kerkrade. Am 2. Februar 2007 wechselt Stevens dann erneut nach Deutschland: Er soll den angeschlagenen Hamburger Sportverein vor dem drohenden Abstieg bewahren und führt ihn schließlich bis in den UEFA-Pokal.

Stevens verlängert trotzdem nicht in Hamburg, sondern kehrt in die Niederlande zurück. Ab der Saison 2008/09 ist er Trainer beim PSV Eindhoven, doch zwischen ihm und der Mannschaft "klickt" es nicht - der Erfolgt bleibt aus. Weiter geht die Karriere ab der Saison 2009/10 bei Red Bull Salzburg. Die Salzburger beenden die Saison als Tabellenerster und Stevens wird Trainer des Jahres 2010 in Österreich.

Nach der bereits erwähnten Rückkehr nach Gelsenkirchen und einem Abstecher nach Saloniki (Griechenland) übernimmt Stevens im März 2014 den abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Der Klassenerhalt gelingt. Stevens nimmt einen längeren Urlaub nach dieser Rettungsmission. Sein Nachfolger wird Armin Veh. Dieser verlässt die Schwaben jedoch im November schon wieder, woraufhin Stevens zurückkehrt.

Autor: Peter van Dam und Online-Redaktion
Erstellt: Dezember 2006
Aktualisiert: November 2014


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Schiweck, Ingo: Kicken beim Feind? Der ganz alltägliche Friede hinter dem deutsch-niederländischen Fußballkrieg, Düsseldorf 2006.


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