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Robin van Persie

*Rotterdam, 06. August 1983 - Fußballer

Robin van PersieRobin van Persie im Jahr 2011, Quelle: Ronnie Macdonald/cc-by

Nur wenige Fußballer sind so beliebt wie Robin van Persie. Aber auch nur wenige hatten in ihrer Laufbahn so viel Pech wie der 31-jährige Niederländer. Immer wieder haben Verletzungen dem Ausnahmestürmer aus Rotterdam-Kralingen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Schmerzen und den Frust, all das konnte „RvP“ – wie er sich selbst abkürzt – ertragen, aber eines, das merkt man ganz deutlich, fehlt ihm bislang: ein ganz großer Titel.

Als ehrgeiziger Nachwuchs-Fußballer spielte Robin van Persie in seiner Jugend bei Excelsior Rotterdam. Bereits mit zehn Jahren fiel er das erste Mal einem Talentsucher auf. In der Saison 2001/2002 machte van Persie sein erstes Profispiel beim Lokalrivalen Feyenoord Rotterdam. Bereits wenige Monate später wurde er zum niederländischen Fußball-Talent des Jahres gewählt. 2002 gewann van Persie dann mit Feyenoord den UEFA-Pokal. Der damals erst 18-Jährige schoss seine Mannschaft mehr oder weniger im Alleingang von Sieg zu Sieg. Ein Star war geboren, hieß es damals in den Zeitungen. Bis heute traf van Persie in 453 Vereinsspielen exakt 205-mal. Dazu kommen 96 weitere Begegnungen für die Eredivisie mit insgesamt 49 Treffern.

Kein Wunder also, dass van Persie bei Sponsoren, Journalisten und Fans gleichermaßen beliebt ist. Selbst für Menschen, die sich nicht für Fußball interessieren, ist der Kapitän der niederländischen Fußball-Auswahl ein Begriff. Ein britischer Fernsehsender sicherte sich van Persie daher frühzeitig als Werbeträger. Andererseits macht ein Blick auf die Marktwert-Tabelle deutlich, dass der Mann mit den markanten, inzwischen deutlich ergrauten Schläfen, viel von seinem einstigen Glanz eingebüßt hat. Im Juni 2012 wurde van Persie noch mit 47,5 Millionen Euro gehandelt. Aktuell hat er „nur“ noch einem Marktwert von 25 Millionen Euro. Vielleicht liegt es tatsächlich an den vielen Krankheiten oder an den fehlenden Titeln. Die Erwartungen an ihn sind zweifellos sehr hoch. Robin van Persie weiß das. Er selbst will unbedingt gewinnen. Doch mehr als zehn Jahre ging er ohne Pokal nach Hause. Für einen Spitzensportler ist das eine verdammt lange Zeit. Erst 2013 gelang ihm wieder ein echter Triumph. Mit seinem neuen und auch aktuellen Team Manchester United holte er sich die englische Meisterschaft. Gleichzeitig wurde er zweimal in Folge Torschützenkönig.

Bereits 2004 verließ van Persie seine südholländische Heimat, um sein Glück in Großbritannien zu suchen. Der FC Arsenal bezahlte für ihn eine Ablösesumme von drei Millionen Euro. „RvP“ wurde schnell zum Stammspieler, 2011 wurde er zum Mannschaftskapitän ernannt. Im Jahr darauf betonte van Persie im niederländischen Sportfernsehen seine Liebe zu den „Gunners“. Gleichzeitig blickte er kritisch auf seine eigene Vergangenheit zurück: „Ich war jung, unreif und ungeduldig“, sagte van Persie über sich selbst. Wie zu jener Zeit bekannt wurde, hätte van Persie bereits früher Karriere auf der Insel machen können. Der langjährige Trainer von Manchester United, Sir Alexander Ferguson, sagte, er habe van Persie bereits 2001 auf seinem Wunschzettel gehabt. Doch als sein Talentsichter zu einem Spiel von Robin van Persie reiste, um „RvP“ unter die Lupe zu nehmen, sah dieser nur noch, wie der Schiedsrichter van Persie auf die Bank verwies. Der Scout kam zu dem Ergebnis: großes Talent, aber zu unreif. Van Persie blieb daher bei Arsenal, allerdings stellte sich der erhoffte Erfolg nicht ein. Vor allem internationale Spiele blieben lange Zeit ein unerfüllter Wunsch.

2010 gewann „RvP“ mit der niederländischen Nationalmannschaft immerhin den Titel des Vize-Weltmeisters. Während des gesamten Wettbewerbs gelang ihm allerdings nur ein einziger Treffer. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino erzielte van Persie dagegen gleich vier Tore und in der Partie gegen Ungarn traf er dreimal. Damit überholte er sogar den bisherigen Rekordhalter Patrick Kluivert. Seine außergewöhnlichen Tore in schwierigen Situationen, vor allem aber auch sein eleganter Spielstil, brachten van Persie Spitznamen wie „Captain Vantastic“ oder „Van the Man“ ein. Legendär ist sein Flugkopfballtreffer zum 1:1 gegen Spanien während der Fußball-WM 2014, der ihn endgültig zum „Flying Dutchman“ machte. Insgesamt fünfmal trafen die Spieler der Eredivisie an diesem Tag, doch in Erinnerung geblieben ist hauptsächlich van Persies Flug über den Rasen. Die sozialen Medien reagierten gewohnt schnell. Bereits nach wenigen Stunden gingen Fotomontagen um die Welt, die van Persie in allen nur erdenklichen Flugpositionen zeigten. Mal umkreiste er den Zuckerhut in Rio de Janeiro, mal waren es die Niagarafälle. Auf einem anderen Bild zog er gemeinsam mit Peter Pan durch den funkelnden Nachthimmel.

Spätestens seit diesem Zeitpunkt gehört Robin van Persie zu den in Internetsuchmaschinen am häufigsten gesuchten Menschen der Welt. Alleine auf seiner Facebook-Seite tummeln sich rund 15 Millionen Fans. Dazu kommen sieben Millionen Follower auf Twitter und zwei Millionen Abonnenten auf Instagram. Seine Anhänger versorgt van Persie mehrmals in der Woche mit aktuellen Fotos. Gelegentlich finden auch alte Bilder den Weg ins Netz, darunter etwa Aufnahmen von den damals noch jugendlichen Spielerkollegen Arjen Robben und Clarence Seedorf. Besonders gerne zeigt sich van Pesie aber zusammen mit seinen beiden Kindern (geboren 2006 und 2009). Erst kürzlich präsentierte „RvP“ stolz die Gymnastik-Medaillen seiner Tochter. Einige Wochen zuvor war es ein großer Apfelkuchen und davor der geschmückte Tannenbaum im heimischen Wohnzimmer. In einem Video verriet van Persie auch, dass er in seiner Freizeit gerne Tischtennis und Tennis spielt, dass er gerne mit dem Flugzeug reist und das er vor jeder Fußball-Partie immer das gleiche Gericht isst – Nudeln mit Pilzsauce, Gemüse und Fisch.

Allerdings lief es für den 1,86 Meter großen Stürmer privat nicht immer so gut. Zwar ist er seit 2004 mit der aus Marokko stammenden Bouchra van Persie verheiratet. Doch bereits ein Jahr später wurde van Persie von der Rotterdamer Polizei verhaftet. Gemeinsam mit zwei Freunden soll er eine Stripperin in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben. Zwei Wochen später wurde das Trio wieder freigelassen. Gleichzeitig wurde seitens der Behörden betont, dass der Verdacht weiter bestehe. Kurze Zeit darauf wurde das Verfahren jedoch eingestellt, da sich nicht beweisen lies, ob tatsächlich gegen den Willen der Frau gehandelt wurde. Die junge Ehe schien zunächst an der Geschichte zu zerbrechen, doch irgendwie fanden die beiden wieder zueinander. Vielleicht haben daran auch Robin van Persies Kindheitserinnerungen einen gewissen Anteil. Die Eltern, beide bildende Künstler, trennten sich, als der Junge fünf Jahre alt war. Der Fußballer wuchs bei seinem Vater auf, die Mutter sah er nur selten. Heute gilt Bouchra als wichtigste Bezugsperson im Leben von „RvP“. Medienberichten zufolge ist sie auch diejenige, die Zuhause „die Hosen an hat“.

Autor: Felix Rentzsch
Erstellt: März 2015


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