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Arjen Robben

*Bedum, 23. Januar 1984 - Fußballer

Arjen Robben 2014Arjen Robben, Quelle: Global Panorama/cc-by-sa

Arjen Robben ist derzeit einer der besten Fußballer der Welt. Er wurde am 23. Januar 1984 im niederländischen Bedum unweit von Groningen geboren.

Seine Karriere begann der aktuelle Bayern-Star dann auch beim lokalen Fußballverein VV Bedum. Bereits im Alter von 12 Jahren wechselte er zur Jugendmannschaft des FC Groningen. Vier Jahre später stand er hier erstmals mit der ersten Mannschaft auf dem Feld. Dank seiner schnellen Angriffe und seiner guten Aktionen wurde er in seiner ersten Saison 2000/2001 bereits zum Spieler des Jahres des FC Groningen erklärt. Bald darauf zeigten auch niederländische Top-Vereine Interesse an dem Nachwuchstalent. Im Alter von 18 Jahren konnte er sich zwischen Feyenoord Rotterdam, Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven entscheiden. Er unterschrieb einen Vertrag beim PSV, der eine Ablösesumme von 9,5 Millionen Gulden (ca. 4,5 Millionen Euro) an die Groninger zahlte.

In seiner ersten Saison beim PSV 2002/2003 schoss er zwölf Tore und gewann mit seinem Verein die Eredivisie. 2003 erhielt er als erster Fußballer den Johan-Cruijff-Preis, der seitdem an das Talent des Jahres vergeben wird. Allerdings verletzte Robben sich in seiner Zeit beim PSV auch zweimal, sodass seine Teilnahme an der Europameisterschaft 2004 zunächst unsicher war. Inzwischen waren auch internationale Spitzenvereine auf den Niederländer aufmerksam geworden. Manchester United machte den Kollegen aus Eindhoven zwar ein Angebot für den talentierten Stürmer, doch man einigte sich schließlich mit dem FC Chelsea auf eine Ablösesumme von 18 Millionen Euro.

Auch bei Chelsea zeigte Robben sein Talent und wurde zum FA Premier League Spieler des Monats November gekürt. Den Titel des Spielers des Jahres verpasste Robben knapp, dies wurde in der Saison 2004/2005 Wayne Rooney von Manchester United. In der folgenden Saison verletzte sich Robben erneut und musste eine Zeit lang auf der Bank Platz nehmen.

Zur Saison 2007/2008 wechselte Robben zu Real Madrid. Die Spanier zahlten 35 Millionen Euro für den Stürmer. Doch auch hier fiel Robben aufgrund einer Verletzung ein komplettes Jahr aus. Das Ärzteteam von Real führte seine Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur auf eine falsche Laufhaltung zurück. Der Trainer Juande Ramos setzte den ursprünglichen Linksaußen daher in der Saison 2008/2009 rechtsaußen ein, wo er sich zu einem wichtigen Spieler entwickelte und auch seine Verletzungsanfälligkeit sank. Durch die häufigen Verletzungen bekam Robben allerdings den Spitznamen „Mann aus Glas“ und auch die Fans hielten ihn für ein Weichei.

Unter dem neuen Vereinspräsidenten Florentino Perez war nun auch nicht mehr garantiert, dass Robben seinen Stammplatz bei Real behalten würde. Auch anderen niederländische Fußballern gab man zu verstehen, dass sie nicht mehr willkommen waren. Robben beschloss daher 2009, zum FC Bayern München zu wechseln, wo der Niederländer Louis van Gaal seit Juli Trainer war.

Bei Bayern trat Robben von Anfang an als entscheidender Spieler auf und entwickelte sich schnell zu einer festen Größe. 2009 wurde er Meister mit seinem neuen Verein und gewann den DFB-Pokal. Auch international war sein neuer Verein erfolgreich. 2010 erreichten sie das Finale der Champions League und hofften auf einen Sieg: „Ich habe schon zweimal mit Chelsea das Halbfinale erreicht und nicht gewonnen. Ich hoffe, es jetzt besser zu machen. Bis jetzt ist es eine super Saison, aber wir müssen noch weitergehen“ , so Robben 2010. Gereicht hat es damals nicht. Auch 2012 scheiterten die Münchener im Finale, nicht zuletzt weil Robben einen entscheidenden Elfmeter vergab, sodass sein früherer Verein aus London das Spiel im Elfmeterschießen gewann. In der darauffolgenden Saison 2012/2013 schafften die Bayern schließlich das große Triple: Sie gewannen den Meistertitel, den DFB-Pokal und das Champions League-Finale gegen Dortmund. Sein Finaltrauma schien Robben damit überwunden zu haben.

Auch 2014 gewann Bayern den Meistertitel. In diesem Jahr wurde Robben von den Bayern-Fans zum Spieler der Saison gewählt. Seinen Vertrag bei Bayern hat Robben bis 2017 verlängert.

Insgesamt hatte der Linksfüßer sowohl in der niederländischen Eredivisie als auch in der deutschen Bundesliga über 100 Einsätze. Bisher wurde er sieben Mal Meister in vier verschiedenen Ländern: Je einmal mit dem PSV Eindhoven (2003) und Real Madrid (2008), zweimal mit Chelsea (2005 und 2006) und dreimal mit dem FC Bayern (2010, 2013 und 2014). Auch bestritt er über 80 Länderspiele, davon 13 (Stand 07. Juli 2014) bei einer Weltmeisterschaft.

International

Seine ersten internationalen Erfahrungen sammelte Robben 2003 mit der niederländischen Elftal gegen Portugal. Seitdem stand er bei allem großen Turnieren mit der niederländischen Nationalmannschaft auf dem Platz. Bei der Europameisterschaft 2004 war er einer der Stars der Elftal, ebenso bei der Weltmeisterschaft zwei Jahre später, bei der die Niederländer es nicht über das Achtelfinale hinaus schafften. 2008 kam die Elftal bis ins Halbfinale der Europameisterschaft. Der damalige Bondscoach Marco van Basten führte ein neues 4-2-3-1-System ein und Robben musste auf seiner Position mit Robin van Persie konkurrieren.

Bei der Weltmeisterschaft 2010 reiste Robben wegen eines Muskelfaserrisses, den er sich während eines Testspiels gegen Ungarn zugezogen hatte, später nach Südafrika und verpasste die ersten zwei Gruppenspiele. Die Elftal erreichte damals das Finale, verlor jedoch gegen Spanien 0:1. Auch hier ließ Robben mindestens eine große Chance ungenutzt. Damals sagte er: „Die Nationalmannschaft und ich – das ist bislang noch keine glückliche Ehe. Immer wenn es zu den großen Spielen kommt, ist irgendetwas mit mir.“ Das war bei der WM 2014 anders. Robben war in Topform und gehörte von Anfang an zur Startelf in Brasilien. Auch Bert van Marwijk, der Bondscoach von 2010 war neidisch auf Robbens gute Verfassung. „Vor vier Jahren spielte er super gegen Ungarn, bei einem Testspiel vor der Weltmeisterschaft in Südafrika. Er verletzte sich allerdings und da kam er eigentlich nicht drüber weg. Aber der Arjen von jetzt! Was für ein Unterschied!“, so der ehemalige Bondscoach am Rande der WM 2014.

Arjen Robben - bejubelt und kritisiert

Arjen Robben wird vor allem wegen seiner Schnelligkeit und Technik bejubelt. Im WM-Gruppenspiel gegen Spanien 2014 legte Robben einen Sprint mit Ball mit einer Geschwindigkeit von 37 km/h hin, so die Messungen der FIFA. Auch gelingt es ihm immer wieder den Ball sicher durch die gegnerische Verteidigung zu dribbeln. „Ich will immer Richtung Tor, unbedingt. Kompromisse kann es keine geben“, so Robben.

Allerdings wird er auch kritisiert. So hat er aufgrund seiner Neigung, durch Schwalben Elfmeter herauszuholen, mittlerweile den Spitznamen „Schwalbenkönig“. Sein ehemaliger Trainer bei Chelsea, der Portugiese José Mourinho, sagte dazu: „Arjen Robben steht auf dem Feld um Elfmeter reinzuholen.“

Auch bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien bot Robben einigen Diskussionsstoff. Im Achtelfinale gegen Mexico ging er gleich viermal theatralisch zu Boden. Nach dem Spiel entschuldigte er sich dafür, sich einmal tatsächlich fallen gelassen zu haben. Der KNVB dementierte Robbens Geständnis: Er sei falsch interpretiert worden. Brisanterweise wurde auch der entscheidende Treffer zum 2:1 nach einem Elfmeter wegen eines Fouls an Robben erzielt. Von der FIFA drohte kein Nachspiel zu seiner Entschuldigung, allerdings waren die Schiedsrichter nun auch aufmerksamer und auch die Fans waren nicht begeistert. In sozialen Netzwerken wurde Robben daraufhin als „fliegender Holländer“ verspottet.

Robben war außerdem lange Zeit als Individualist bekannt, als jemand, der vor allem für den eigenen Ruhm spielt. Franz Beckenbauer bezeichnete ihn als Egoisten. Im April 2012 bestand Robben beispielsweise im Spiel gegen Dortmund darauf, einen Elfmeter zu übernehmen und verschoss ihn dann. Das kostete die Münchener die Meisterschaft. Eine ähnliche Szene spielte sich beim Champions-League-Finale ab. Auch hier verwandelte Robben den Elfmeter nicht, was für viel Diskussionen unter den Fans sorgte. Wegen dieser Reihe von verschossener Elfmeter und verpasster Chancen wurde Robben vom Spiegel auch die holländische Krankheit angedichtet: „Niederländische Fußballer neigen ja grundsätzlich dazu, trotz fantastischer Voraussetzungen im falschen Moment die Kaltblütigkeit zu verlieren. So langsam wird dies auch zum Leitmotiv in der Karriere des Arjen Robben“ , schrieb der Journalist Daniel Theweleit.

Bei der WM 2014 erschien ein ganz anderer Robben auf dem Feld. „Ich genieße das Teamgefühl. Ob es nun beim Training oder Wettkampf ist, man merkt das die Atmosphäre wahnsinnig gut ist“, freute sich Robben über den Teamgeist aller 23 Spieler. Auch auf dem Feld zeigte er dies: Er gab den Ball ab statt im Alleingang auf das Tor zu zielen und überließ den Sieg-Elfmeter im Achtelfinale gegen Mexiko seinem Teamkameraden Klaas-Jan Huntelaar.

Privatleben

Kraft sammelt Robben bei seiner Familie. „Ich bin als Fußballer so viel unterwegs. Deshalb mag ich es einfach, zu Hause zu sein und mich dort zu entspannen. Das kann ich nirgendwo besser.“ Seit 2007 ist Arjen Robben mit seiner Jugendliebe Bernadien Eillert verheiratet. Sie haben drei Kinder. „Bernadien ist das Wichtigste für mich, eine große Unterstützung. Ich würde nicht sagen, dass sie eine Fußballexpertin ist. Aber es ist gut, dass sie die Dinge manchmal aus einem anderen Blickwinkel sieht. Es ist immer gut und hilfreich, sich ihre Meinung anzuhören.“

Auch in seiner Freizeit gehört Sport zum Leben des Fußballstars – sowohl aktiv als auch passiv. Er ist noch immer Fan des FC Groningen, wo er regelmäßig auf der Tribüne anzutreffen ist. Auch ist er seit 2011 Botschafter des Fanclubs vom FC Groningen. Daneben spielt er als Ausgleich gerne Tennis.

Außerdem engagiert Robben sich gemeinsam mit seiner Frau sozial. Er ist Botschafter der Hilfsorganisation Stichting Aktie Benin, die Müttern und ihren Kindern im westafrikanischen Staat Benin hilft. Hier steht auch das Robbenhuis, ein Krankenhaus für Schwangere und Kinder, das die gesundheitliche Versorgung vor Ort verbessern soll.

Daneben unterstützt Robben ein Projekt der Stichting Lezen & Schrijven in Zusammenarbeit mit dem FC Groningen und der Uitgeverij Kluitman. Kinder aus verschiedenen Groninger Schulklassen schreiben darin unter Leitung des Autors Fred Diks die Abenteuer von Arjen Robben auf. Daraus sind bereits die beiden Kinderbücher Arjen Robben en de finale van de Champions League und Het magische schot in Rio entstanden, 2015 folgt noch ein Buch über Arjen Robben als echten Groninger Helden.

Autor: Kerstin Kontny
Erstellt: Juli 2014


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