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Roy Makaay

*Wijchen, 09. März 1975 - Fußballer

Roy MakaayRoy Makaay, Quelle: Knurftendans

Der niederländische Fußballprofi Roy Makaay ist in Deutschland einer der bekanntesten Spieler aus dem westlichen Nachbarland. Als torgefährlicher Stürmer des Fußballvereins FC Bayern München machte er sich einen Namen. Wegen seiner unauffälligen aber effektiven Spielweise bekam er den Spitznamen "das Phantom". Vor kurzem hat er sich von der Bundesliga verabschiedet, er spielt nun bei dem Rotterdamer Verein Feyenoord.

Rudolphus Anton Makaay, wie er mit vollem Namen heißt, wurde am 9. März 1975 in Wijchen bei Nimwegen geboren. Nicht weit von seinem Geburtsort, bei Vitesse Arnhem, erhielt er 1993 seinen ersten Profivertrag. Makaay war ein durchaus vielversprechender Jungprofi: in seinen Spielen für die U21-Mannschaft der Niederlande erzielte er 15 Tore, bis heute ist er damit der zweiterfolgreichste niederländische Stürmer dieser Kategorie. Obwohl er in der niederländischen Liga in seiner Zeit bei Vitesse also durchaus als großes Talent galt, vermuteten wenige Beobachter die hoch erfolgreiche Laufbahn, die Makaay dann antrat.

1997 wurde der spanische Verein Tenerife auf ihn aufmerksam. Makaay wechselte auf die spanische Insel, wo er sich vor allem in seiner zweiten Saison auch in der spanischen Liga als Torjäger erwies. Daraufhin wechselte er für eine beachtliche Ablösesumme (ca. 8 Millionen Euro) zum ebenfalls spanischen Deportivo la Coruña. Dort festigte er seinen Namen als Spitzenstürmer endgültig: er wurde als Spieler des galizischen Vereins sowohl spanischer als auch europäischer Torschützenkönig und ergatterte mit seiner Mannschaft die spanische Landesmeisterschaft im Jahre 2000.

Kurz nachdem Makaay 2003 sein 100. Tor in der spanischen Liga erzielte, meldete sich der damalige deutsche Meister FC Bayern München in Spanien, um mit Makaay und seinem Verein über einen Wechsel nach Deutschland zu verhandeln. Schließlich sollten die Verhandlungen erfolgreich ausgehen; Bayern bezahlte dazu die bis dahin für den Verein höchste Ablösesumme, fast neunzehn Millionen Euro (die Summe erhöhte sich nachträglich durch Nachzahlungen sogar noch um eine Million Euro).

Bald machte sich Makaay bei den Bayern bezahlt, denn in den ersten beiden Jahren wurde er jeweils Torschützenkönig seines neuen Vereins. Insgesamt erzielte er in vier Saisons 78 Tore (in 129 Spielen). Mit Makaay in ihren Reihen waren die Bayern recht erfolgreich. Nachdem er sich in seiner ersten Saison noch mit der Vizemeisterschaft zufrieden geben musste, gewann man in den zwei darauf folgenden Saisons das Double (sowohl Meister als Pokalsieger). Bald war er bei den deutschen Fußballfans als "das Phantom" bekannt, da er  sich im Spiel häufig über lange Zeit kaum zeigte, um dann plötzlich ein Tor zu schießen. Die Saison 2006-2007 war allerdings keine Erfolgsgeschichte, und am Ende dieser Saison bahnte sich der Abschied des "Phantoms" von München an. In dieser letzten Saison gelang es Makaay trotz alledem noch, einen Rekord zu aufzustellen: Im Spiel gegen den FC Real Madrid am 7. März 2007 erzielte er das schnellste Tor der Champions League-Geschichte; bereits zehn Sekunden nach dem Anpfiff lag der Ball im gegnerischen Tor.

Für die niederländische Nationalmannschaft konnte Makaay nie die große Bedeutung erlangen, die er für seine Vereine hatte. In 43 Spielen gelangen ihm nur sechs Tore, was in keinem Verhältnis steht zu seiner durchschnittlichen Trefferquote. Jedoch möchte er immer noch versuchen, auch im niederländischen Dienst große Erfolge zu erzielen. Im Sommer 2007 wechselte Makaay von Bayern München zu Feyenoord Rotterdam, das mit dem mittlerweile erfahrenen Stürmer an alte Erfolge anknüpfen möchte.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: August 2007



Roy Makaay - Der deutsche Holländer


In München spielt ein Holländer. Roy Makaay. Fast 20 Millionen Euro Ablösesumme zahlte der Deutsche Rekordmeister, um sich die Dienste des 29-Jährigen zu sichern. Noch einmal wird der reichste deutsche Fußballverein diese Summe als Salär auszahlen im Laufe des Vier-Jahres-Kontraktes. Gigantisch sind die Zahlen für einen Stürmer, der seiner Profession eher ruhig und nüchtern nachgeht. Makaay taugt nicht zum Publikumsliebling, er ist ein Mann ohne Glanz und Glamour, vielmehr ein Torroboter, in der Regel ein harter Arbeiter im Training, irgendwie mit deutschen Tugenden ausgestattet. Fußball ist Show geworden, viel der Stars sind Diven, deren Verhalten eher auf einen Laufsteg als auf den grünen Rasen paßt. Makaay bringt soetwas wie Schlichtheit und damit auch Schönheit dieses klassischen Sports zurück. Und das bei einem Verein, der sich selbst zu einer Art Unterhaltungsbetrieb ernannt hat. Nirgendwo in Deutschland sind die Schönen und Reichen, die Schickeria und die Nadelstreifenträger, Fußballprinzen und Ballartisten in einer solchen Dichte versammelt wie an der Isar. Man träumt zudem von einer Fußballpuppe wie David Beckham, von einem Lederkugelzauberer wie Francesco Totti oder auch einem kickenden Genius wie Edgar Davids - Makaay der Musterprofi ohne Allüren und Extravaganzen könnte da schnell zu einer Fehlbesetzung werden. Sein Plus ist das Toreschießen.

Lautlos durchgesetzt

Aber der Mann, der in der niederländischen Nationalelf verbissen, aber auch lautlos, um einen Stammplatz kämpft, hat sich durchgesetzt. Das beste Importprodukt nach Tulpen, Käse und Tomaten raunt sogar die Bundesliga-Konkurrenz der Bayern. Er kam im August 2003 nach München nach einem gut dreimonatigem Transfergerangel mit Deportivo La Coruna. Mit dem spanischen Klub hatte Makaay, der im niederländischen Wijchen geboren ist, im September 2002 selbst beste Eigenwerbung betrieben. La Coruna gewann mit 3:2 die Champions-League-Partie im Münchener Olympiastadion, dreifacher Torschütze war dabei Roy Makay. Zum Saisonende wurde der Niederländer zu Europas Torjäger der Saison gekürt, dann begann München um ihn intensiv zu werben. Am Ende siegte das Scheckbuch. Und fast schon spröde stellte sich Makaay dann vor: „Ich bin hier, um mit Bayern Titel in den nächsten vier Jahren zu gewinnen. Das ist aber wahnsinnig schwierig.“ Sagte der Mann in gutem Deutsch, was für die ausländischen Bundesliga-Profis eine Rarität ist. Das die Sache mit den Titelgewinnen noch schwieriger als erwartet werden würde, hatte Makaay nicht gedacht. Am Ende der ersten Saison stehen die Bayern und somit Makaay ohne jeden Erfolg mit heruntergelassenen Lederhosen dar. Keine Meisterschaft, kein Pokalgewinn, und schon gar nicht ein Triumph in der Champions League wird 2003/04 notiert. Trotzdem heimste der 29-Jährige die besten Kritiken eines Spielers aus dem Starensemble ein. Denn 31 Tore in 42 Pflichtspielen unterstrichen die niederländische Note im Herzen Bayerns, und das diese Symbiose durchaus auch schöne Seite haben kann.

In der Zweckmühle

Makaay steckt aber in der Nationalelf in der Zwickmühle. Seit 1996 kam er in 30 Länderspielen zum Einsatz, zur gesetzten Partie wurde er aber nicht, gerade einmal vier Treffer belegen seine unerfüllte Jokerrolle. Patrick Kluivert und Ruud van Nistelrooy genießen Vorrang, mit Pierre van Hooijdonk und Jimmy Floyd Hasselbaink war die Kronprinzerolle auch schon doppelt besetzt. Doch Makaay ist kein Trommler in eigener Sache, er möchte das Oranje-Dress tragen, aber ohne Streit und Zwist, er will sich allein über Leistung definieren. Das ist nicht immer so bei niederländischen Elitekickern. Dass nun einer der letzten Tests vor der EM gegen Belgien mit 0:1 verloren wurde, hilft dem 29-Jährige vielleicht sogar auf die Sprünge. Denn gerade Kluivert enttäuschte, van Nistelrooy und Makaay kamen erst in der Schlussphase zum Einsatz. Die beiden Letztgenannten scheinen die heimlichen Sieger der verlustreichen Partie zu sein. Makaay versucht sich derweil in einer ungewohnt offensiven Sprachweise: „Mir ist egal, ob Deutschlnad, Tschechien oder Lettland hinter uns das Viertelfinale erreichen. Wir haben keine Schwächen und wollen den EM-Titel gewinnen.“ Solch deutliche Worte erwartet man nicht von ihm. Und auch nicht die Kampfansage an seinen Teamkollegen vom FC Bayern München, Torwart Oliver Kahn: „Ich denke nicht an ihn und werde versuchen, ein Tor zu schießen.“ Braver Roy, guter Makaay, seine Reifeprüfung in der Nationalmannschaft steht nämlich noch aus.

Autor: Alexander Heflik
Erstellt: Juni 2004


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Schiweck, Ingo: Kicken beim Feind? Der ganz alltägliche Friede hinter dem deutsch-niederländischen Fußballkrieg, Düsseldorf 2006.


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