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Ruud Gullit

*Amsterdam, 01. September 1962 - Fußballer

Ruud GullitRuud Gullit beim Training im Jahr 1985, Quelle: NA (933-3284)

Ruud Gullit (geb. Rudi Dil) ist mit Sicherheit einer der prägendsten Fußballspieler der achtziger und neunziger Jahre. Er wurde 1988 als Kapitän mit der niederländischen Nationalmannschaft Europameister und feierte Ende der 1980er Jahre beim AC Mailand große Erfolge.

Gullit wurde am 1. September 1962 in Amsterdam geboren als außereheliches Kind des aus Surinam ausgewanderten George Gullit und der Niederländerin Ria Dil. Er wurde von seiner Mutter und seinem Opa erzogen und wuchs in Amsterdam zunächst im berühmten Viertel "Jordaan", später im Westen Amsterdams auf. Fußball spielen lernte er auf den Plätzen Amsterdams, wo er bereits im jungen Alter Zuschauer mit seinem energischen Stil beeindruckte. Bereits mit sechzehn bot ihm der FC Haarlem einen Profivertrag an. Nun änderte das junge Supertalent seinen Namen von Dil zu Gullit, weil er der Meinung war, dieser Name würde besser zu einem Fußballer passen.

Nach drei Jahren bei Haarlem wechselte Gullit 1982 zu Feyenoord, wo er in der Saison 1983-84 zusammen mit Johan Cruijff das Double gewann. Der gerade mal 23-jährige Gullit, der bereits in seiner Haarlemmer Zeit in der Nationalmannschaft debütiert hatte, gehörte nun bereits zu den prägenden Spieler der niederländischen Liga und der Nationalmannschaft und wurde 1984 zum niederländischen Spieler des Jahres gewählt.

Obwohl der flamboyante Flankenspieler in der Folgesaison verletzungsbedingt weniger glänzen konnte, kaufte ihn der PSV Eindhoven dem Rotterdamer Konkurrenten ab. Hier zeigte er noch größeres Potential: mit 24 Toren in 34 Spielen führte er seinen Verein zur Meisterschaft und auch im Jahr darauf spielte er eine Schlüsselrolle bei dem Gewinn einer zweiten niederländischen Meisterschaft. Seine Klasse wurde auch im Ausland bemerkt, und nach einem Streit mit PSV erzwang er schließlich einen Übergang zum italienischen AC Mailand. Dorthin folgten ihm Marco van Basten und Frank Rijkaard.

Seine Leistungen im Jahre 1987 brachten Gullit – den man mit dem Spitznamen "die schwarze Tulpe" ehrte – die Wahl zum besten Spieler Europas und sogar der Welt ein, eine bemerkenswerte Entscheidung, da Gullit zu diesem Zeitpunkt noch keine beachtlichen internationalen Leistungen vorzeigen konnte. Er widmete die Auszeichnung dem südafrikanischen  Widerstandskämpfer Nelson Mandela, der damals noch auf der ominösen Robbeninsel inhaftiert war. Der AC Mailand war mit dem niederländischen Trio zunächst insgesamt höchst erfolgreich: 1989 und 1990 gewann man sowohl den Europapokal der Landesmeister als auch den Weltpokal.

1990 gab es dann aber einen Rückschlag für Gullit, der durch körperliche Beschwerden behindert wurde und mit der Nationalmannschaft – die er zwei Jahre zuvor als Kapitän zur Europameisterschaft geführt hatte – eine schwache Leistung abgab. Gullit spielte noch bis 1995 für den AC Mailand, wechselte dann für eine kurze Zeit zu Sampdoria und beendete schließlich seine Karriere als Spieler 1998 beim FC Chelsea. Dort war er zwei Jahre zuvor zum Spielertrainer ernannt worden und hatte als jüngster Trainer den FA Cup gewonnen. 1998 entließ ihn der Verein, als er keine neuen Erfolge verbuchen konnte.

Gullit versuchte sich noch mehrmals als Trainer, zunächst ebenfalls in England, bei Newcastle United. Obwohl er dort einen erneuten Gewinn des FA Cup nur knapp verfehlte, konnte er als Trainer insgesamt nicht überzeugen, weshalb er sich 1999 zurückzog. Eine kurze Weile genoss er sein Leben abseits vom Fußball, aber 2004 trat er zurück ins Rampenlicht, nun als Trainer bei Feyenoord. Erfolge blieben jedoch aus, während Gullit auch die Finanzen des Vereins durch viele Neukäufe arg strapazierte, die sich aber in den wenigsten Fällen als tatsächliche Verstärkungen bewiesen. Desillusioniert trat er 2005 zurück. Seitdem tritt er regelmäßig als Experte bei Fußballsendungen im Fernsehen auf.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: August 2007


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