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Fanny Blankers-Koen

*Lage Vuursche, 26. April 1918 - Hoofddorp, 25. Januar 2004 - Leichtathletin

Fanny Blankers-Koen

Fanny Blankers-Koen im Jahr 1951, Quelle: NA (135-0485)

Mit der Aussage „Mein Doping bestand aus braunen Bohnen und Speck” lüftete Leichtathletin Francina Elsje Blankers-Koen (1918-2004) das Geheimnis ihrer erfolgreichen Sportler-Laufbahn. Als dreißigjährige Mutter zweier Kinder glänzte sie 1948 bei den Olympischen Spielen in London. Sie gewann 4 Goldmedaillen: damals ein absoluter Rekord. Ihr Erfolg sorgte in den sich langsam vom Zweiten Weltkrieg erholenden Niederlanden für euphorische Begeisterung. Ihre Ehrung in Amsterdam wurde zu einer Massenveranstaltung, wo ihr im Namen ihrer Mitbürger ein besonderes Geschenk gemacht wurde. Sie bekam ein Fahrrad, da sie, so der Kommentar, „nun lange genug gelaufen ist.”

Fanny Koen war bereits in jungen Jahren ein Ass in den verschiedensten Sportarten: Gymnastik, Schwimmen, Tennis und auch Schlittschuhlaufen gehörten dazu. 1935 entschied sie sich endgültig für die Leichtathletik. Kein Jahr später lief sie ihren ersten nationalen Rekord über 800 Meter, eine Distanz, die man damals noch als zu anstrengend für Frauen befand. Aber Koen war nicht nur im Laufen ein Ass. Auch im Hoch- und Weitsprung schaffte sie es landesweit an die Spitze.

Als 18jährige debütierte sie 1936 während der Olympischen Spiele in Berlin, gewann aber noch keine Medaillen. Während des Zweiten Weltkriegs, der rund drei Jahre später ausbrach, wurden keine internationalen Wettkämpfe mehr ausgetragen. Dennoch feierte Blankers-Koen, sie hatte 1940 Jan Blankers geheiratet, während des Krieges ihre ersten Erfolge. Im Sommer 1943 erzielte sie neue Weltrekorde im Hoch- und Weitsprung. Fünf Jahre später, als in London die ersten Olympischen Spiele nach dem Krieg stattfanden, feierte sie ihren größten Triumph. Sie war die schnellste über 100 und 200 Meter und über 80 Meter Hürden. Zusammen mit drei anderen niederländischen Frauen siegte sie zudem bei der 4 x 100 Meter Staffel. Sie verdankt diesen Erfolgen die Spitznamen „De Vliegende Huisvrouw” (Die fliegende Hausfrau) und „The Flying dutchmam”.

Eine wichtige Rolle bei den Erfolgen von Fanny Blankers-Koen spielte ihr Mann. „Wenn man mich fragt, wie es möglich war, dass Fanny 1948 während eines Wettbewerbs die Form ihres Lebens haben konnte, so sage ich: die Antwort ist Jan Blankers,” sagte der frühere Athlet Frits de Ruijter. Jan Blankers war nicht nur Fannys Ehemann, sondern auch ihr Coach und als Sportjournalist für „De Telegraaf” aktiv. Er war geraume Zeit einer der einflussreichsten Menschen innerhalb der niederländischen Sportlerwelt. Eine der größten Sportkonkurrentinnen von Blankers-Koen, die Athletin Foekje Dillema, sollte das Opfer dieser mächtigen Position der Blankers-Familie innerhalb der niederländischen Athletenwelt werden. Dillema wurde in einer Aufsehen erregenden Affäre als Athletin „ausgemustert”: Ihr wurde vorgeworfen keine Frau zu sein. Dieses Urteil scheint, wie jüngst in einer Fernsehdokumentation bestätigt, nicht richtig zu sein. Es wird spekuliert, dass Jan Blankers hinter dem Ausschalten der Konkurrentin seiner Frau steckte.

Nach 1948 konnte Blankers-Koen keine großen internationalen Erfolge mehr erzielen. 1955 beendete sie ihre sportliche Karriere. Bis heute ist sie die erfolgreichste Leichtathletin der niederländischen Geschichte. In Hengelo ist eines der wichtigsten Leichtathletikstadien der Niederlande nach ihr benannt. Sie starb 2004.

Autor: Lennert Savenije
Erstellt: Dezember 2009


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Kooman, K.: Een koningin met mannenbenen. Fanny Blankers-Koen. Atlete van de eeuw, Amsterdam 2003.


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