DAs SCHULsystem der Niederlande


X. Das Endexamen - Zentrale Themenvergabe

Geslaagd
Bei bestandener Prüfung hängen niederländische Schüler eine Fahne und ihre Schultasche auf, Quelle: Hans Splinter/cc-by-nd

Die letzten Schuljahre aller drei Schularten werden genutzt, um sich auf das jeweilige landesweite Examen vorzubereiten. In welchen Fächern die Schüler dieses ablegen, ist nicht nur abhängig von der gewählten Schulart, sondern auch vom gewählten Sektor beziehungsweise Profil. Aufgeteilt ist das Abschlussexamen in zwei Teile: das zentrale Examen und das Schulexamen. In jedem Fall bestimmt das Ministerium die Inhalte aller Examen. Von dieser Stelle wird festgelegt, was in den jeweiligen Fächern geprüft wird, wie der Stoff über die zwei Examensarten verteilt wird, wie lange die Prüfungen dauern und welche Punkte erreicht werden können bzw. müssen.

Themen kommen vom Ministerium

Zunächst wollen wir einen Blick auf das Schulexamen werfen. Dieses unterscheidet sich zwar von Schulart zu Schulart und von Schule zu Schule, aber die Inhalte und Themen werden immer vom Ministerium vorgegeben. In der Regel besteht das Examen aus ein bis zwei mündlichen, schriftlichen oder praktischen Prüfungen pro Fach. Die Tests bestanden aus multiple choice- und offenen Fragen zusammen, sowie praktischen Aufgaben. Havo und vwo kennen außerdem noch eine Art Hausarbeit, die sich mit einem Fach des gewählten Profils auseinandersetzt. Die Schüler sollen dabei unter Beweis stellen, dass sie Zusammenhänge verstehen und ihre Kenntnisse umsetzen können. Die Prüfungen in vmbo und mbo werden bis 2016 gründlich überarbeitet; die neuen Bestandteile in zehn berufsorientierenden Profilen sind zurzeit an Pilotschulen im Einsatz.

Schüler, die den theoretischen oder gemischten Lernweg der vmbo folgen, reichen an ihrer Schule ebenfalls eine Arbeit ein, die sich mit mehr als einem Fach des gewählten Sektors praktisch auseinandersetzt. Schließlich folgt das zentrale Examen, das für alle Schüler der gleichen Schulart gleich ist. Am Ende der Schulzeit beantworten also alle Schüler die gleichen Fragen in ihren Pflicht- und Wahlfächern. An drei Terminen im Mai, Juni und August werden die Prüfungen abgelegt. Der Mai ist für alle Schüler der Prüfungsmonat. Im Juni kann dann eines der Fächer wiederholt werden, im Notfall kann auch im August noch ein weiteres Fach wiederholt werden, wenn während der ersten Phase nicht alle Prüfungen abgelegt werden konnten. Bestanden ist das Abschlussexamen dann, wenn in allen Prüfungsfächern mindestens eine sechs als Note erreicht wurde. (In den Niederlanden zählt man im Notensystem von der eins als schlechtester Note hoch zur zehn als bester Note).

Auch an der Grundschule wird bereits einheitlich getestet: Im ganzen Land beantworten Schüler an drei Tagen insgesamt 200 Fragen des Eindtoets Basisonderwijs. Ausgenommen sind Schüler, die noch keine vier Jahre in den Niederlanden leben sowie solche, bei denen spezieller Förderbedarf angenommen wird. Für die Tests verantwortlich zeichnet das zentrale Institut für Testentwicklung CITO, das auch in Deutschland präsent ist: So entwickelt CITO Deutschland mit Sitz in Solingen unter anderem Sprachtests für Kinder im Kita-Alter.

Autoren: Johanna Tigges und Pim Huijnen
Erstellt:
2004
Aktualisiert: Juli 2014, Jeannette Goddar


Links

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Dossier des nld. Bildungsministerium zum Thema Examen Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschappen (OCW)

Nld. Homepage über das "Eindexamen" Examenblad.nl

Literatur

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