DAs schulsystem der Niederlande


XIII. Brede School - die „breitgefächerte Schule“

Seit Mitte der 90er Jahre setzt sich, vor allem mit Blick auf Kinder aus zugewanderten und/oder sozial schwächeren Familien, das Konzept der Brede School – in etwa „breitgefächerte Schule“ – durch. Ähnlich wie in Kanada, den USA und skandinavischen Ländern vereinen die Schulen unter ihrem Dach weit mehr als nur Schüler und Lehrer; eine Brede School bietet auch Kinderbetreuung ab einem frühen Zeitpunkt, engen Kontakt zwischen Erziehern, Lehrern und Sozialarbeitern und im besten Fall auch kurze Wege zu Sozial- oder medizinischen Einrichtungen. In Deutschland wird das Modell in den vergangenen Jahren auch unter dem Titel „Kommunale Bildungslandschaften“ diskutiert. Hintergrund ist, insbesondere denen, die es nötig haben, Angebote zu machen, die so vernetzt sind, dass Kinder und ihre Familien ganzheitlich betreut werden und so Bildungsansätze nachhaltiger wirken. Auch die Eltern profitieren davon, nur eine Anlaufstelle für Schule, Kinderbetreuung und Arztbesuche zu haben. Daneben können auch Einbürgerungs- und Erziehungskurse für Eltern dort veranstaltet werden. Außerdem gibt es, ähnlich wie in gut gemachten deutschen Ganztagsschulen, Angebote von Sportvereinen, Musikschulen, Bibliotheken und vieles mehr. Breitgefächerte Schulen – die in ähnlicher Form und je nach Gemeinde auch unter anderen Namen wie Vensterscholen oder Community Center existieren, gibt es als Grund- wie auch als Sekundarschulen.

Die Zahl der Brede Scholen, für die die Gemeinden verantwortlich sind, steigt seit Jahren. Bis 2006 wurden rund 500 gegründet; inzwischen gibt es laut Jahresbericht 2013 allein in der Primarbildung rund 2000; 2011 waren es 1600. Laut einer Umfrage definieren sich 43,5 Prozent der niederländischen Grundschulen jedenfalls als Schulen, die Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung mit dem Schulleben verbinden. 23 Prozent der Schulen gaben zudem an, auf dem Weg zu einer breitgefächerten Schule zu sein; lediglich 33 Prozent sagen, sie hätten mit dem Konzept nichts zu tun. Allerdings konstatiert der aktuelle Jahresbericht auch: Es gibt Schulen, die sich mit dem Titel mehr schmücken als das Konzept verwirklichen – und in denen auch die Website der Schule keine Informationen darüber enthält, was diese Brede School zu einer solchen macht. Unter einem Viertel der Eltern und Lehrkräfte ist auch der Name "Brede School" bisher nicht verbreitet.

Als Plattform der Schulen, die viel voneinander lernen können und sollen, dient der „Landelijk Steunpunt Brede Scholen“. Über diesen werden auch von der Regierung unterstützten Modellversuche verbreitet, in denen beispielsweise die Stundentafel und Lernzeiten flexibilisiert werden. Grundsätzlich gilt: „Die“ brede school gibt es nicht; quer durch die Niederlande werden ganz unterschiedliche Modelle ausprobiert.

Autorin: Jeannette Goddar
Erstellt:
Juli 2014


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