X. Wohnen

Die meisten niederländischen Hochschulen verfügen nicht über groß angelegte eigene Studentenwohnheime. Wer als Austauschstudent in die Niederlande fährt, hat in vielen Fällen aber eine Chance auf eine von der Hochschule vermittelte Unterkunft. Man sollte sich dazu aber rechtzeitig informieren und wenn möglich auch anmelden, da die Zahl der Plätze meist beschränkt ist. Wer für längere Zeit zum Studieren in die Niederlanden übersiedelt, begibt sich am besten frühzeitig auf Wohnungssuche. Gerade in dem Ballungsgebiet um Amsterdam, Rotterdam, Leiden, Delft und Den Haag, das als Randstad bezeichnet wird, kann es schwer sein, eine Wohnung zu finden und die Mietpreise sind zudem hoch. In den jeweiligen Städten sind unterschiedliche Organisationen zur Wohnungsvermittlung angesiedelt. Darüber, welche Organisation für den jeweiligen Wohnort zuständig ist, informiert man sich am besten bei der ausgewählten Hochschule oder bei den lokalen Behörden.

Wer in den Niederlanden eine Wohnung bezieht, ist verpflichtet, sich bei der Gemeinde anzumelden. Für die Anmeldung sind eine internationale Geburtsurkunde, ein gültiger Personalausweis oder Reisepass und der Mietvertrag oder eine entsprechende Bescheinigung des Vermieters über das Mietverhältnis bei der Stadt oder Gemeinde vorzulegen.

Mit der Anmeldung hat man offiziell einen Hauptwohnsitz in den Niederlanden; mit allen Rechten und Pflichten. Zu den Rechten zählt zum Beispiel das kommunale Wahlrecht, zu den Pflichten beispielsweise öffentliche Abgaben. Wichtig ist die Burgerservicenummer (BSN), die man nach der Anmeldung von der Gemeinde erhält. Diese ist für diverse Vorgänge notwendig, so unter anderem für die Eröffnung eines Girokontos bei einer niederländischen Bank.

Vorsicht vor Betrügern

In Städten mit größerer Wohnungsnot werden zuweilen Mietangebote in Wohngemeinschaften unter der Maßgabe offeriert, dass man keinen Mietvertrag erhält und sich auch nicht bei der Gemeinde anmeldet. Meist ist diese illegale Vorgehensweise darin begründet, dass die Anzahl der Mieter für eine Wohnung in den Niederlanden von Amts wegen festgeschrieben ist und nicht überschritten werden darf.

Auch professionelle Betrüger nutzen die Wohnungsnot aus und bieten beispielsweise Wohnungen an, die nicht existieren. Eine beliebte Masche sind dabei Offerten im Rahmen eines Housekeeping. Gut ausgestatte Wohnungen in besserer Wohnlage werden für einen verhälnismäßig kleinen Mietzins angeboten, weil sich der Eigentümer (angeblich) kurzfristig im Ausland befindet. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn eine Vorauszahlung geleistet werden soll, bevor man das betreffende Wohnobjekt in Augenschein nehmen konnte. Die Betrüger schrecken nicht davor zurück, vorab gefälschte Ausweisdokumente und Mietverträge zuzuschicken, um den Schein der Legalität zu erwecken und den Wohnungssuchenden vorab zu einer Zahlung zu veranlassen. Wer deshalb eine böse Überraschung vermeiden will, sollte darauf bestehen, vor eine eventuellen Geldleistung das Mietobjekt persönlich besichtigen zu wollen.

Autor: Peter van Dam, Marcus Lübbering
Erstellt:
November 2006, April 2014