V. Bewerben

Diejenigen, die ein ganzes Studium in den Niederlanden absolvieren möchten, müssen sich, wie auch jeder niederländische Student, an der ausgewählten Hochschule bewerben. Für Studentinnen und Studenten, die über das Erasmus-Programm oder andere Austauschprogramme in die Niederlande kommen, ist dies nicht relevant. Sie bewerben sich über das jeweilige Austauschprogramm, das jeweils andere Bewerbungskriterien hat, über die man sich am besten direkt beim Anbieter des Programms (zum Beispiel beim Akademischen Auslandsamt oder beim Deutschen Akademischen Austauschdienst) informiert. Grundsätzlich berechtigt deutsche Bewerber die allgemeine oder auch fachgebundene Hochschulreife zum Universitätsstudium an einer niederländischen Hochschule. Um die Zulassung an einer berufsbildenden Hochschule zu erlangen, genügt die deutsche Fachhochschulreife. Für einzelne Studiengänge kann es jedoch, vor allem an Universitäten, erforderlich sein, bestimmte Fächer im Abitur nachweisen zu können. Kann man die geforderten Fächer nicht nachweisen, so müssen Ergänzungsprüfungen abgelegt werden.

Numerus Fixus statt Numerus Clausus

Zulassungsbeschränkungen sind an niederländischen Hochschulen seltener als in Deutschland. Nur bei einigen sehr gefragten Studiengängen musste man dazu übergehen, den Zugang der Studierenden einzuschränken. Die Auswahl der Studenten läuft in einem solchen Fall nicht wie in Deutschland über einen Numerus Clausus. Stattdessen wird ein Numerus Fixus-Verfahren eingesetzt, das praktisch wie ein Losverfahren funktioniert. Bleiben die Anmeldungen unter einer fixen Höchstzahl maximal zuzulassender Studierender, so bekommt jeder einen Platz. Übersteigen die Anmeldungen für einen Studiengang an einer Hochschule jedoch die Höchstzahl, so wird gelost. Studenten, die nicht von ihrer Wunschuniversität übernommen werden, werden wenn möglich einer anderen Hochschule zugewiesen, an der noch Plätze frei sind. Jeder, also auch diejenigen, die keine sehr hohe durchschnittliche Note vorweisen können, haben deshalb in den Niederlanden eine Chance, zu ihrem Wunschstudiengang zugelassen zu werden. Eine Liste der Studiengänge mit beschränkter Zulassung und mit den jeweiligen Besonderheiten dieser Studiengänge, die immer auf dem neuesten Stand ist, gibt es bei der DUO. Nachteil des Verfahrens ist, dass erst im Juli die Platzvergabe feststeht: für viele Wohnungssuchende reichlich spät.

Frühzeitig anmelden

Vorgehen bei der Anmeldung

  1. Suche Dir den erwünschten Studiengang und die Hochschule, zum Beispiel im Internet oder auf einem Infomarkt.
  2. Setze Dich mit der gewünschten Hochschule in Verbindung, um Dich über die Modalitäten der Zulassung (erforderliche Sprachkenntnisse, Zulassungsbeschränkungen, Anmeldefristen, gegebenenfalls auch erforderliche Schwerpunktfächer im Abitur) für den angestrebten Studiengang zu informieren.
  3. Bewirb Dich rechtzeitig und möglichst vollständig bei der gewünschten Hochschule

Eine zentrale Bewerbung ist direkt online über die Homepage von Studielink möglich. Für die Online-Bewerbung müssen im Internet die verschiedenen Teile des Bewerbungsformulars ausgefüllt werden. Ist die Online-Anmeldeprozedur abgeschlossen, versendet Studielink eine Mail, die ausgedruckt und zusammen mit einer Kopie des Personalausweises an eine in der Mail angegebene Adresse gesandt werden muss.

Nicht alle Universitäten und Hochschulen nehmen am Online-Anmeldeverfahren teil. Studielink teilt dies während der Anmeldung mit. In einem solchen Fall ist eine Einschreibung direkt bei der entsprechenden Universität oder Fachhochschule notwendig. Es ist daher ratsam, vor der Anmeldung über Studielink die Internetseiten der favorisierten Universität oder Hochschule sorgfältig zu studieren.

Auch im Falle von Studiengängen mit einer beschränkten Zulassung besteht häufig die Möglichkeit, direkt von der Hochschule übernommen zu werden, da die Hochschulen eine bestimmte Zahl von Studierenden selbst auswählen dürfen. Bei dieser „dezentralen Selektion” achten die Hochschulen vor allem auf die Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber, die für den angestrebten Studiengang als besonders wichtig eingeschätzt werden. Für manche Studiengänge, wie Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin, sind die Bewerbungskriterien ausschließlich auf Niederländer ausgelegt, weshalb die Chancen deutscher Bewerber bei dieser „dezentralen Selektion” ziemlich gering sind.

Da es bereits im Vorjahr des Studienjahres möglich ist, sich zu bewerben, lohnt es sich, sich frühzeitig für den erwünschten Studiengang anzumelden, damit man im Falle einer Zulassungsbeschränkung nicht zu spät kommt. Allerdings gibt es in den Niederlanden keinen einheitlich festgelegen Bewerbungstermin, weshalb es durchaus auch möglich ist, dass man sich für einen gewünschten Studiengang noch einen Monat vor Studienanfang anmelden kann. In der Regel gilt, dass man sich am besten so früh wie möglich anmeldet, um böse Überraschungen zu vermeiden. Für die meisten zulassungsbeschränkten Studiengänge ist als Bewerbungsschluss Ende April bis Mitte Mai vorgesehen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich frühzeitig bei der Hochschule, die den angestrebten Studiengang anbietet, über die Bewerbungstermine und Voraussetzungen zu informieren. Wem es nicht gelingt, zu einem gesetzten Datum alle angeforderte Unterlagen bereits abzugeben, der sollte sich unmittelbar mit der Studienberaterin oder mit dem Studienberater der gewünschten Hochschule in Verbindung setzen. In vielen Fällen ist es auf diesem Wege möglich, eine Bestätigung zu erhalten, dass man zu der Hochschule zugelassen wird, sobald man die noch benötigten Unterlagen vorgelegt hat.

Autor: Peter van Dam
Erstellt:
November 2006
Aktualisiert: April 2014, Onlineredaktion