XV. Koninklijk Huisarchief

Das Koninklijk Huisarchief (dt. Königliches Hausarchiv) ist fast so alt wie das Königreich der Niederlande selbst. 1825 wurde seine Gründung von Wilhelm I. beschlossen, weil er die Archive, die Bibliothek und die historischen Sammlungen des Hauses Oranien-Nassau an einer Stelle zusammenführen wollte. Seit 1899 ist das Archiv in einem eigenen Gebäude im Garten bei Palast Noordeinde in Den Haag untergebracht, das 1997 renoviert und 1998 um unterirdische Depots erweitert wurde.

Heutzutage verwaltet das Koninklijk Huisarchief archivalische Bestände, eine Bibliothek und verschiedene dokumentarische Sammlungen. Außerdem ist der Direktor des Archivs seit 1945 ebenfalls für die Kunstsammlungen in den Palästen der niederländischen Königsfamilie verantwortlich. In ihrem Archiv befinden sich fragmentarische Materialien aus den Archiven der Hofstaats aus der Zeit vor 1795. Die diesbezüglichen Bestände für die Zeit nach 1814 sind vollständiger. Die Sammlungen umfassen auch Materialien des Dienst van het Koninklijk Huis (dt. Dienst des Königlichen Hauses), der Hofsekretäre und der Hofhaltung, sowie von verschiedenen Personen, die mit dem Königshaus eng verbunden waren. Eine zum damaligen Zeitpunkt vollständige Übersicht der dort verwahrten Archive ist 1992 in dem Archivführer Particuliere archieven in Nederland (Houten 1992) aufgenommen.

In der Bibliothek des Archivs finden sich rund 70.000 Bücher, Zeitschriften und Broschüren aus dem Besitz der Oranier seit 1814 – zuvor erlangte Bücher verwahrt weiterhin die Königliche Bibliothek in Den Haag. Auch einen Teil der Bücherkollektion von Louis Bonaparte befindet sich im Archiv, das auch eine Musikbibliothek mit ungefähr 6.000 Partituren besitzt. Schließlich verfügt das Koninklijk Huisarchief über verschiedene dokumentarische Sammlungen: eine große Kollektion topographischen und thematischen Landkarten, eine Postkartensammlung, eine Drucksammlung mit Zeitungsausschnitten, Menüs und Veranstaltungsprogrammen sowie ein Fotoarchiv, in dem sich auch Fotoalben befinden, die der Königsfamilie im In- und Ausland angeboten wurden.

Die Bestände des Archivs sind nicht ohne weiteres zugängig. Anfragen zum Einsehen der dort verwalteten Materialien müssen beim Direktor des Archivs eingereicht werden. Im Internet sind über die Homepage des Archivs allerdings verschiedene digitale Ausstellungen, die auf ihre Bildersammlungen zurückgehen, öffentlich zu erreichen.

Autoren: Peter van Dam
Erstellt:
November 2013