VIII. Atria

Das Institut Atria ist 2013 aus einer Fusion von dem Institut für Frauengeschichte Aletta und E-quality, einem Informationszentrum für Fragen zu Gender, Familie und Diversität, hervorgegangen. Im Einklang mit den Schwerpunkten die ihre Vorgängerorganisationen bereits seit den 1930er Jahren prägten, konzentriert sich das Institut auf die Rolle der Frauen in der Geschichte und in der Gegenwart. Es strebt nicht nur nach einer Erforschung der Frauengeschichte, sondern setzt sich auch für Gleichberechtigung und Emanzipation in der heutigen Gesellschaft ein. Zu letzterem Zweck entwickelt Atria Bildungsangebote für öffentliche und private Organisationen. Außerdem publizieren seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Whitepaper und Forschungsergebnisse zu relevanten Themen. Sie bringen sich zudem als Experten in relevanten öffentlichen Debatten ein.

Für die Erforschung der Geschichte der Frauen verfügt Atria über eine umfangreiche Sammlung. Zunächst sind am Institut ungefähr 600 Archive einzusehen, angefangen von dem persönlichen Archiv der Emanzipationsvorkämpferin Aletta Jacobs über die Bestände der Aktionsgruppe Dolle Mina, die in den 1970er Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich zog, hin zu einer Reihe von Egodokumenten. Das Institut verfügt ebenfalls über ein umfangreiches Bildarchiv, mit 9.000 Postern, um die 29.000 Fotos aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie Objekten wie Postkarten und Briefmarken. Auch Videos mit Interviews prominenter Emanzipationsvorkämpferinnen befinden sich im Besitz des Instituts. Zusätzlich dazu ist auch die Sammlung einer Stiftung für niederländische Musikerinnen an das Institut übertragen worden.

Darüber hinaus verfügt die Bibliothek von Atria über eine Sammlung relevanter Medienbeiträge und verschiedener Sammlungen von Zeitungsausschnitten zu den Forschungsschwerpunkten seit 1989. Auch eine Zeitschriftensammlung mit etwa 4.500 Titeln befindet sich unter dem Dach von Atria. Schließlich verwahrt die Bibliothek des Instituts darüber hinaus zudem mehr als 90.000 Publikationen, unter denen sich sowohl reguläre Publikationen, Pamphlete, CDs als auch „graue“ Literatur befinden, die nicht über den Buchhandel vertrieben worden ist. Das Institut bemüht sich, möglichst viel Material nicht nur vor Ort an der Amsterdamer Vijzelstraat, sondern auch online zur Verfügung zu stellen.

Autoren: Peter van Dam
Erstellt:
November 2013