GESELLSCHAFT: Erneut nationales Feuerwerksverbot zur Jahreswende

Den Haag, CB/VK, Trouw. 19. November 2021

Schlechte Nachrichten für Liebhaber von Feuerwerk: Es kommt – ebenso wie vergangenes Jahr – in der Silvesternacht ein nationales Feuerwerksverbot.

Am Donnerstag meldeten Quellen in Den Haag, es komme zur Jahreswende 2021 kein erneutes nationales Feuerwerksverbot. Das Kabinett war der Meinung, die Lage rundum das Coronavirus sei nicht so ernst, dass ein Verbot zu rechtfertigen ist. Aber inzwischen hat sich die Lage geändert: auch beim kommendes Silvester ist das Abbrennen von Feuerwerk verboten.

Nachdem verschiedene Organisationen, wie der Ärzteverband, der Pflegeausschuss der Gewerkschaft FNV und der Interesseverein für Pflegebeschäftigten den Druck auf die Regierung erhöht hatten, hat das Kabinett die Sache nochmal durchdacht. Die verschiedenen Organisationen argumentieren, das Ausbleiben eines Verbotes sorge sicherlich für einen erhöhten Druck auf das Pflegesystem – das könnten die Krankenhäuser, die schon voll belegt mit Coronapatienten seien, nicht verarbeiten.

Letztes Jahr empfiehl das Outbreak Management Team (OMT), dass die Regierung infrage von Corona berät, ein nationales Feuerwerksverbot auszusprechen. Damals waren die Krankenhäuser stärker überbelastet als jetzt. Ein Verbot wurde als notwendig erachtet, um den Druck auf das Pflegesystem nicht noch weiter ansteigen zu lassen. Normalerweise werden Silvester jährlich etwa 1000 Menschen verletzt. Die Erwartung war, dass das Pflegesystem dies nicht bewältigen könne. Das Verbot hatte allerdings geholfen: Der Zahl von Verletzten schrumpfte um 70 Prozent.

Auch dieses Jahr hatte die Regierung das Outbreak Management Team um eine Beratung zum Thema Feuerwerk gefragt. Die Ratgeber:innen konnten aber aufgrund der vorhandenen Informationen nicht entscheiden, ob ein Feuerwerksverbot erneut notwendig ist. Außerdem teilten sie mit, sie fühlen sich nicht berufen, für diese politische Frage einen Ratschlag zu formulieren. Die Beratung des OMT erwies sich letztendlich nicht als notwendig, um trotzdem ein Feuerwerksverbot zu errichten.

Feuerwerksverbot: Jährlich wiederkehrende Diskussion

Jedes Jahr wird in den Niederlanden darüber diskutiert, ob das Abbrennen von Feuerwerk nicht endgültig verboten werden sollte. Einige Großstädte in den Niederlanden, wie Amsterdam, Den Haag und Nijmegen, haben schon seit einigen Jahren weitgehende Maßnahmen gegen Feuerwerk getroffen. Auch nationale politische Parteien, wie GroenLinks und PvdD, befürworten ein nationales Feuerwerksverbot.

Auch der Nederlandse Vuurwerkbond (NVB, dt. Niederländische Feuerwerksbund), eine „Gruppe von seriösen Liebhabern von Feuerwerk“, ist der Meinung, das Abbrennen von Konsumentenfeuerwerk sollte begrenzt werden. Aber statt eins Verbots, schlägt der Bund vor, es sollten Feuerwerkshows organisiert werden, betreut von lokalen Feuerwerksvereinen mit Bescheinigung. „So halten Enthusiasten ihre jährliche Party am Laufen, während das Feuerwerk auf menschliche Proportionen reduziert wird“.

Der Interesseverein für Feuerwerksverkäufer und-fabrikanten ist von dem Plan der Regierung enttäuscht. Er weist darauf hin, die Feuerwerksbranche wird schon recht heftig reguliert, nachdem verschiedene Arten Feuerwerk letztes Jahr verboten wurden. Ein Totalverbot sei überhaupt nicht notwendig, da Bürgermeister:innen in der Lage sind, feuerwerksfreie Zonen einzurichten. Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) hat der Branche versprochen, sie werden im Falle eines Verbots kompensiert werden.